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Die Bundesliga in Wort und Witz: "Meine Aura hat zum Sieg gereicht"

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Der Hamburger SV startet rasant in die Partie gegen den Meister und geht bereits in der 2. Minute durch den Südkoreaner Son in Führung. Die Vorarbeit kommt von Rückkehrer Rafael van der Vaart. (Foto: dpa)

Der Hamburger SV startet rasant in die Partie gegen den Meister und geht bereits in der 2. Minute durch den Südkoreaner Son in Führung. Die Vorarbeit kommt von Rückkehrer Rafael van der Vaart.

Der Hamburger SV startet rasant in die Partie gegen den Meister und geht bereits in der 2. Minute durch den Südkoreaner Son in Führung. Die Vorarbeit kommt von Rückkehrer Rafael van der Vaart.

Der Niederländer lässt die Muskeln spielen - zu Recht. Der HSV gewinnt gegen Dortmund mit 3:2 und beendet die BVB-Serie von 31 Spielen ohne Niederlage. "Der Sieg ist eine große Erleichterung. Wir haben eine super Leistung gezeigt, toll gekämpft und verdient gewonnen", sagt der Spielmacher.

Und denkt sich: "So schön kann Fußball sein." Aber auch anstrengend. Van der Vaart: "Ich habe keine Stimme mehr, habe alles gegeben, alles versucht – ich bin sehr müde jetzt."

Die Energie reicht zumindest noch aus, um mit Trainer Thorsten Fink einen Freudentanz am Spielfeldrand über den unerwarteten Sieg aufzuführen.

Fink ist happy: Seinem Team gelingt der erste Sieg im fünften Pflichtspiel. Zuvor gibt es nur Pleiten. "Ich kam mir ja schon vor wie im Spielfilm 'Und täglich grüßt das Murmeltier'".

Auch der von vielen Seiten stark kritisierte Sportdirektor Frank Arnesen darf seit langer Zeit mal wieder die Siegerfaust ballen.

Die ist normalerweise ein oft benutztes Ausdrucksmittel von Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp. Dem bleibt an diesem Tag indes nichts anderes übrige, als seinen Hut, also seine Baseballkappe, vor dem Gegner zu ziehen. Sein Kommentar: "Das war ein gebrauchter Tag."

"Die Anfangsphase war schon richtig schlecht", schimpft Klopp. Zusammenfalten will er seine Spieler dennoch nicht. "Wenn man so lange so erfolgreich war wie wir, kann ich mich nicht hinstellen und die Dinge so kritisieren, wie man sie eigentlich kritisieren müsste", meint er.

Verteidiger Neven Subotic ärgert sich über das Glück des Gegners. "Hamburg hat sechs Mal auf unser Tor geschossen und drei Tore erzielt. In 99 von 100 Spielen treffen sie nicht so gut."

Torwart René Adler ist das reichlich schnurz. Er schnappt sich das Megaphon des Fan-Vorsingers und stimmt ein Siegerlied an. Nach dem Spiel in der Mixed Zone meint er: "Wir müssen jeden Gegner mit dieser Leidenschaft auffressen." Unklar bleibt, ob er nun den Auftritt auf den Platz oder den vor der Fankurve meint.

Vor dem Spitzenspiel in Gelsenkirchen zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern München ist bei Schalke-Boss Clemens Tönnies (l.) die Laune noch bestens.

Nach der Partie dürfte der Fleischfabrikant übellaunig die Schalke-Arnena verlassen haben. Zwei Mal rollt der Ball...

... ins das Schalker Tor. Der Kasten von Bayerns Torwart Manuel Neuer bleibt unpenetriert.

Der erste Torschütze der Münchner zum Start der Wiesn ist Toni Kroos. Eilig hat es der gebürtige Rostocker jedoch nicht, auf das größte Volksfest der Welt zu kommen. "Wir werden schon noch Zeit finden, um auf das Oktoberfest zu gehen". Die Vorarbeit kommt von Thomas Müller, der...

... den zweiten Treffer selbst besorgt und anschließend in seiner sympathischen Art zu Protokoll gibt: "Ich habe mich geärgert, weil ich in der ersten Hälfte den einen oder anderen Ball nicht stoppen konnte - als ob ich in der Kreisklasse spiele."

Kreisliga hin oder her: Die Bayern überzeugen auf Schalke, besitzen immer noch eine makellose Bilanz und stehen auf Platz eins der Tabelle.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes mosert dennoch ein bisschen. "Auch er muss eine Schippe drauflegen. Er muss manchmal daran erinnert werden, dass es nicht reicht, nur den Ball zu streichen", sagt er über Kroos.

Huub Stevens, bekannt als lautester Knurrer der Liga, hat genug Grund, sich zu erregen. "Bayern hat super gespielt, aber wir haben das auch zugelassen. Nach dem 0:1 haben wir die Köpfe hängen gelassen – das darf nicht passieren!", schimpft der Niederländer.

In Mainz jubeln die Spieler der 05er über den ersten Saisonsieg gegen Augsburg.

Der Österreicher Andreas Ivanschitz sorgt für das erste Tor des 2:0-Sieges. Kurios: Er wird angeschossen und von seinem Knie springt der Ball ins Augsburger Tor.

Der Bundesliga-Rückkehrer Ivan Klasnic hat die Erklärung parat für den Dreier. "Heute hat meine Aura zum Sieg gereicht", sagt der Ersatzspieler, der nach dem Apfiff Streicheleinheiten verteilt.

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel ist selig. Ganz Fußballtrainer, liefert er den taktischen Erfolgsgrund: "Wir haben uns der Situation mit breiter Brust gestellt. Wir haben versucht, unsere ureigenen Stärken in einer stabilen Grundordnung auf den Platz zu bringen."

Gut Tee trinken ist nicht immer mit Felix Magath. Vor allem, wenn es bei seinem Team nicht läuft. So wie derzeit. Gegen Aufsteiger Fürth reicht es nur zu einem dünnen 1:1.

Fürths-Trainer Mike Büskens sieht sich nach dem Punktgewinn genötigt, den schlechten Ruf seines Teams zu relativieren: "Wir kommen auch nicht aus der Baumschule, ein bisschen Fußball spielen können wir auch."

Der große Sieger des Spieltages neben dem FC Bayern ist Eintracht Frankfurt. Der Aufsteiger stellt durch den 2:1-Sieg in Nürnberg einen Rekord auf: Noch nie gewann ein Aufsteiger die ersten vier Saisonspiele. Torschütze Erwin Hoffer outet sich nach dem Match als Fan des eigenen Teams.

Die Anhänger der Hessen erscheinen zahlreich im Nürnberger Stadion und sorgen für eine südländische Atmosphäre.

Rot sieht während des Spiels und danach Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. Der gerät sogar mit Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner aneinander. Der FCN-Coach stellt anschließend klar: "Das ist halt ein Männersport. Wir spielen nicht Basketball." Dem guten Dieter ist wohl entgangen, dass es im Basketball ziemlich hart zur Sache geht.

Frankfurts Trainer Armin macht nicht viel Aufhebens ob dem Traumstart seiner Mannschaft. "Wenn's läuft, dann läuft's", ist sein knapper Kommentar.

Leverkusen bestürmt vehement das Tor von Borussia Mönchengladbach. Doch trotz einer Vielzahl von Torchancen gelingt Bayer nur ein Tor.

Da auch die Gladbacher durch Patrick Herrmann treffen, lautet das Resultat 1:1.

Die Rheinländer vergeben sogar einen Strafstoß. Nationalstürmer André Schürrle donnert den Handelfmeter an den Pfosten. Nationaltorwart Marc-André ter Stegen resümiert nach den 90. Minuten: "Das Beste am Spiel war das Resultat."

Borussen-Trainer Lucien Favre geht an der Seitenauslinie mit. "Wir müssen um jeden Punkt kämpfen. Ich kämpfe mit meiner Mannschaft", kommentiert er hierzu.

Sejad Salihovic erzielt das richtungsweisende 2:1 für Hoffenheim, das am Ende mit 3:1 gegen Hannover gewinnt und den ersten Saisonsieg feiert.

Andreas Beck (l.) hebt das Kollektiv hervor: "Es wird schnell populistisch, wenn man keinen Erfolg hat. Davon halte ich nichts. Wir sind eine Einheit." Das Bild stützt die These des Außenverteidigers.

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