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Von Mesut Özil bis Dennis Grote: Nicht alle U21-Helden landen bei Real

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Als für die deutschen Fußball-Junioren alles vorbei war bei der U21-EM, machte Kapitän Lewis Holtby sich und seinen deprimierten Mitspielern Mut. (Foto: dpa)

Als für die deutschen Fußball-Junioren alles vorbei war bei der U21-EM, machte Kapitän Lewis Holtby sich und seinen deprimierten Mitspielern Mut.

Als für die deutschen Fußball-Junioren alles vorbei war bei der U21-EM, machte Kapitän Lewis Holtby sich und seinen deprimierten Mitspielern Mut.

"Viele haben große Karrieren vor sich", sagte Holtby trotzig ...

... nach dem 0:1 gegen Spanien, das für die deutschen U21-Fußballer den EM-K.o. schon nach dem zweiten Turnierspiel besiegelt hatte: "Viele aus unserem Team werden auch in Zukunft Weltklasse-Fußball spielen. Ich hoffe, dass sich viele Spieler in der A-Nationalmannschaft wiedersehen werden."

Obwohl gegen Russland mit dem 2:1-Sieg ein versöhnlicher Turnierabschluss gelang, ...

... weiß nicht nur Holtby: Viele aus dem EM-Kader werden es möglicherweise nicht schaffen. Zumal Holtby der Einzige ist, der bereits im A-Nationalteam vorspielen durfte.

Denn selbst die Europameister von 2009 wurden nicht alle Stars.

Einer aus der "goldenen Generation" um Mesut Özil, Sami Khedira und Mats Hummels spielt heute in Münster - und vier sogar für ein anderes Land.

Immerhin: Vier Jahre nach dem Finale in Malmö gegen England (4:0) sind sieben Spieler Stammkräfte bei Bundestrainer Joachim Löw.

Neben Özil und Khedira, die ein Jahr nach der U21-EM sogar zu Real Madrid wechselten, …

… schafften auch Manuel Neuer (v.l.), Jerome Boateng (beide FC Bayern), Benedikt Höwedes (FC Schalke), Mats Hummels und Marcel Schmelzer (beide Borussia Dortmund) den nahtlosen Übergang in die A-Nationalmannschaft.

Doch auf der anderen Seite stehen eben auch Spieler wie Sandro Wagner - obwohl der im Endspiel sogar zwei Tore beim 4:0 gegen England erzielte.

Wagner, ein Produkt der Bayern-Nachwuchsschmiede, wartet vier Jahre nach seinem Final-Doppelpack noch immer auf den ganz großen Durchbruch.

Über Duisburg, …

… Bremen und …

... Kaiserslautern ...

... zog es den Angreifer zu Hertha BSC, wo er den jüngsten Aufstieg meist nur als Joker erlebte.

"Der Wechsel nach Lautern war ein Riesenfehler, die Zeit dort eine Katastrophe", sagt der Held von Malmö heute im Rückblick. Ob der Durchbruch noch kommt? Äußerst fraglich.

Wagner ist allerdings nicht der einzige Europameister, der zuletzt nicht erstklassig spielte.

Auch Daniel Adlung (Energie Cottbus) …

… und Änis Ben-Hatira (Hertha BSC) sowie …

… die Torhüter Tobias Sippel (1. FC Kaiserslautern) …

… und Florian Fromlowitz (Dynamo Dresden) kickten in der vergangenen Saison im Unterhaus, Fromlowitz sogar nur als Ersatzkeeper beim knapp dem Abstieg entkommenen Traditionsverein.

Noch eine Klasse tiefer findet sich bei Preußen Münster der Name Dennis Grote, der als Einziger der EM-Sieger von 2009 in der 3. Liga gelandet ist.

Zwei Jahre nach der EM war der langjährige Bochumer Grote sogar ein halbes Jahr ohne Verein, für Joachim Löw war er nie interessant. Neid gegenüber seinen Ex-Kollegen Hummels und Özil verspürt er dennoch keinen.

"Die Jungs haben es sich verdient, dort zu spielen, wo sie jetzt sind. Natürlich wünsche ich mir manchmal, noch in der Bundesliga zu spielen. Aber ich komme mit meiner Situation sehr gut zurecht", sagte Grote dfb.de und fügte selbstkritisch an: "Ich weiß, dass ich einiges hätte anders machen können."

Einen Wechsel ins Ausland schloss Grote trotz Angeboten aus. Anders als immerhin fünf der Europameister von 2009: Neben den Real-Stars Khedira und Özil …

… sind auch Marko Marin (FC Chelsea), …

… Patrick Ebert (Real Vailladolid) …

… und Ashkan Dejagah (FC Fulham) heute nicht mehr in Deutschland aktiv.

Und dann sind da noch vier Spieler, die nach dem EM-Titel unter Horst Hrubesch sogar das DFB-Trikot auszogen, um für ein anderes Land zu spielen.

Sebastian Boenisch (Polen/Leverkusen), …

… Fabian Johnson (USA/Hoffenheim), …

… Herthas Ben-Hatira (Tunesien/Hertha) ...

... und Dejagah (Iran) schafften es nie in das Notizbuch von Joachim Löw und hören heute vor Spielbeginn eine andere Hymne als damals im goldenen Sommer 2009 in Schweden.

Özil oder Grote? Madrid oder Münster? Wem auch immer Lewis Holtby und Co. nach der EM folgen werden, selbst eine starke Europameisterschaft hätte keine Weltkarriere garantiert.

Denn zum besten Spieler des Turniers 2009 wurden weder Özil noch Khedira oder Neuer gewählt.

Sondern Marcus Berg, der Torschützenkönig wurde.

Der Schwede wechselte nach der EM zum Hamburger SV.

Dort wartet er noch heute auf den großen Durchbruch - und soll nun sogar aussortiert werden ...

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