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Sonntag, 20. August 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Rammen ein dickes, fettes Stoppschild rein"

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... unverblümter Fankritik am DFB in allen Stadien, ... (Foto: dpa)

... unverblümter Fankritik am DFB in allen Stadien, ...

Mit einer Schweigeminute für die Terroropfer von Barcelona, ...

... unverblümter Fankritik am DFB in allen Stadien, ...

... HSV-Slapstick ...

... und Traumtoren ist die Fußball-Bundesliga in die 55. Saison gestartet.

Es regnete nicht nur wie aus Kübeln, ...

... es regnete auch kuriose Tore und flotte Sprüche.

Der 1. Spieltag in Wort und Witz.

FC Bayern - Bayer Leverkusen 3:1 (2:0)

"Das ist natürlich ein schöner Einstand. Es war ein cooles Gefühl, und ich hatte natürlich auch Gänsehaut." Bayern-Debütant Niklas Süle ließ sein Tor zum 1:0, der erste Treffer der neuen Saison, vor Wonne erschauern.

Allen Skeptikern, ob er sich bei Bayern durchsetzen könne, gab er mit: "Die Zweifler interessieren mich gar nicht."

Wir können mit der Leistung, aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein", fand Leverkusens Keeper Bernd Leno nach der Pleite in München. Denn: "Wir hatten eine Menge Chancen. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem wir hier in München so viele Chancen hatten."

Auch Ex-FCB-Sportdirektor Matthias Sammer fand trotz Münchner Überlegenheit und bayerischem Chancenplus: "Wenn man wirklich ehrlich ist, dann muss man sagen, dass die hochkarätigen Torchancen eindeutig bei Bayer Leverkusen waren. Großes Kompliment, sie haben mit großem Enthusiasmus nach vorne gespielt."

Münchner Konfliktpotenzial sieht Sammer bei der Personalie Thomas Müller, der erst Ersatzkapitän war und dann nach 60 Minuten für Arjen Robben rausmusste: "Es gibt Führungsspieler, die sind unantastbar. Da muss man vorsichtig sein, aber das muss der Trainer entscheiden."

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 0:3 (0:2)

Erst klar gewonnen, dann getönt, hieß es beim BVB. In der Causa Ousmane Dembélé unterstrich Boss Hans-Joachim Watzke die harte Haltung. Er sieht die Borussia damit als Retter des deutschen Fußballs: "Von daher können sie alle froh sein, wenn wir hier ein dickes, fettes Stoppschild reinrammen."

"Ich würde gerne folgende Schlagzeile lesen: Mario Götze, sehr spielfreudig, sehr leichtfüßig." BVB-Profi Nuri Sahin, euphorisiert vom ansprechenden Bundesliga-Comeback von Weltmeister Mario Götze nach siebenmonatiger Pause.

"Mir geht es wieder gut, ich habe mich gut gefühlt, aber ich bin längst noch nicht wieder bei hundert Prozent." Der gelobte Götze mochte sich selbst nicht loben.

Hamburger SV - FC Augsburg 1:0 (0:0)

"Wenn wir mit Gladbach ein Spiel verloren hatten, wurde darüber ein Artikel geschrieben, und dann war gut. Hier kommen innerhalb von fünf Stunden 20 Artikel. Das ist der Wahnsinn." HSV-Neuzugang André Hahn erläuert die Unterschiede zwischen Hamburg und Mönchengladbach - trotz Auftaktsieg.

HSV-Frust und Schlagzeilen gab es dennoch, weil sich Nicolai Müller beim Torjubel nach neun Minuten das Kreuzband riss und jetzt sieben Monate ausfällt.

Und weil bei Vorstandsboss Heribert Bruchhagen der Ärger über die Luschen-Kritik von HSV-Gönner Kühne noch lange nicht verraucht ist: "Das ist nicht der Sprachgebrauch, den ich im Umgang miteinander erwarte. Ich kann es nicht akzeptieren, dass er in seiner Enttäuschung eine solche Diktion wählt."

Entspannter sah die ganze Sache Hamburgs Coach Markus Gisdol, den Kühne ebenfalls angezählt hatte: "Wir sind im großen Showgeschäft und können das richtig einordnen." Er kündigte an, sich nach dem Sieg ein Bier zu gönnen. Und zwar "ganz locker mit einem kleinen Schmunzeln und ein bisschen rückblickend".

1899 Hoffenheim - Werder Bremen 1:0 (0:0)

Ein bisschen duselig war es schon, wie Hoffenheim nach sechs vergeblichen Anläufen zum ersten Heimsieg gegen Bremen seit 2011 kam. Joker Andrej Kramaric schoss einen Bremer an, von dem der Ball unhaltbar ins Tor prallte.

Das reichte zum Sieg, denn: In der ersten Halbzeit schaffte es Bremens Florian Kainz in dieser Szene, NICHT ins Tor zu treffen.

Von Dusel wollte 1899-Coach Julian Nagelsmann aber gar nix wissen: "Wenn das Spiel glücklich gewonnen wurde, fresse ich einen Besen."

Seine Erklärung: "Das Tor war glücklich, der Sieg aber nicht."

Auch Hoffenheims Keeper Oliver Baumann nervte die inkonsequente Chancenverwertung: "Ich habe mich heute oft geärgert, dass wir das Ding nicht früher machen."

FC Schalke - RB Leipzig 2:0 (1:0)

"Hömma Kollege, ich weiß nicht, wat mit dir los ist. Der Motor läuft, der Schlüssel steckt. Meld dich mal bei uns!" Schalkes Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann suchte in der Halbzeitpause nach einem verwirrten Fan, der per Auto angereist war.

Für Verwirrung sorgten auch die Schalker Verantwortlichen, die bei der Teamvorstellung vor dem Anpfiff kein Foto von RB-Profi Timo Werner auf der Anzeigetafel einblendeten, sondern nur einen Umriss.

Ausgerechnet bei Werner, der sich in der Vorsaison mit einer dreisten Schwalbe für immer unbeliebt auf Schalke gemacht hatte (zumindest solange er nicht dort hinwechselt).

Schalke-Manager Christian Heidel beteuerte hinterher: Absicht war das nicht. "Das hat mich sehr geärgert. Leider hat die Deutsche Fußball-Liga zu zwei der RB-Spieler keine Fotos geschickt, einer war Timo Werner." Heidel musste freilich zugeben: "Aber das hätte man dennoch besser lösen können."

Fand auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, der einst selbst auf Schalke tätig war: "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass speziell auf Schalke zu Saisonbeginn immer mal wieder Dinge schieflaufen." Entschuldigen wollte er den Vorfalll aber nicht: "Dass das kein Zufall war, ist klar. Man hätte auch ein anderes Autogrammbild nehmen können."

Trotz Unsportlichkeit abseits des Rasens: Auf selbigem überzeugten die Schalker im ersten Ligaspiel unter Neucoach Domenico Tedesco sportlich. Der war anschließend beseelt: "Es fühlt sich gut an, die Atmosphäre war gigantisch. Es war ein leidenschaftliches Spiel unsererseits, deswegen haben wir das Spiel gewonnen."

Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl haderte nicht mit der Leistung seines Teams, sondern den Umständen: "Beim Elfmeter vor der Halbzeit darfst du nicht so hingehen. Der Gegner hatte bis dahin keine Chance und wir waren eigentlich am Drücker. Mit dem 2:0 war das Spiel dann entschieden."

Hertha BSC - VfB Stuttgart 2:0 (0:0)

Zwonull siegten die Berliner zum Saisonstart. Und was sagte Hertha-Coach Pal Dardai dazu? "Die 1:0-Führung hat uns verunsichert, die 2:0-Führung hat uns sogar total verunsichert."

Fabriziert wurden beide Treffer von Neu-Berliner Matthew Leckie, der hinterher ankündigte: "Es geht direkt zum Baby." Am 11. August war Töchterchen Olivia Valentina geboren.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 0:0

"Es war ein schwieriges Spiel. In der zweiten Hälfte ist es besser geworden. Es war ein enges Spiel, vielleicht hatte Frankfurt ein, zwei Torchancen mehr. Ich bin zufrieden mit dem Punkt." Freiburg-Coach Christian Streich nahm, was er kriegen konnte.

Frankfurts Niko Kovac fand: "Es war ein intensives Fußballspiel. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt. Leider haben wir die vielen Torchancen nicht genutzt. Wir hätten als Sieger vom Platz gehen müssen."

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:0 (0:0)

Gladbach-Coach Dieter Hecking war froh über den Startsieg: "Für den ersten Spieltag war es ein gutes Spiel, ein rassiges Derby. Ich hätte mir gewünscht, dass wir aus der Vielzahl der Möglichkeiten schneller das 1:0 machen. Wir hatten aber auch Phasen, wo wir hinten Schwerstarbeit leisten mussten."

Kölns Peter Stöger war ein fairer Derby-Verlierer: "Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, aber die bessere Mannschaft hat gewonnen."

FSV Mainz - Hannover 96 0:1 (0:0)

"Wir sind sehr, sehr unzufrieden mit dem Ergebnis, aber wir nehmen viele positive Dinge mit. Wir brauchen das Tempo über 90 Minuten, das wir am Anfang und hinten raus gezeigt haben. Wir haben am Ende alles versucht, aber nicht immer die richtigen Mittel gewählt." FSV-Neucoach Sandro Schwarz sieht nach seinem misslungenem Debüt Verbesserungsmöglichkeiten.

Schwarz betonte aber: "Es war gerade in der ersten Halbzeit ein Topspiel von uns."

Laut Hannovers Siegtorschütze Martin Harnik (M unten) war das aber Teil des 96-Matchplans: "Wir waren uns von Anfang an nicht zu schade, den Aufsteiger zu mimen, und sind sehr abwartend gewesen."

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