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Frust und Lust in der Champions League: Schalke scheitert, Barça brilliert

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Frust in Gelsenkirchen, … (Foto: dpa)

Frust in Gelsenkirchen, …

Frust in Gelsenkirchen, …

… Feststimmung im Camp Nou.

Inspiriert von Weltfußballer Lionel Messi hat Topfavorit FC Barcelona das drohende Sensations-Aus im Achtelfinale der Champions League noch abgewendet.

Der AC Mailand, der das Hinspiel verdient mit 2:0 gewonnen hatte und zu Recht vom Coup gegen die Katalanen träumte, schrieb damit in negativer Hinsicht Champions-League-Geschichte.

Denn in der Geschichte der Königsklasse hatte noch keine Mannschaft einen 2:0-Hinspielsieg im Rückspiel noch aus der Hand gegeben.

Auf Schalke folgte dem Derby-Rausch nach dem grandiosen 2:1 gegen Dortmund hingegen ...

... das Schock-Aus in der Champions League.

Die Königsblauen verspielten im Achtelfinalrückspiel gegen Galatasaray Istanbul durch die 2:3 (1:2)-Heimniederlage ...

... ihre gute Ausgangsposition und damit auch zusätzliche Millioneneinnahmen.

Roman Neustädter brachte die Gelsenkirchener zwar in Führung (17.) und ließ sie nach dem 1:1 im Hinspiel vom dritten Viertelfinaleinzug nach 2008 und 2011 träumen.

Doch der Ex-Schalker Hamit Altintop ...

... mit einem fabelhaften Distanzschuss (37.) …

… und Burak Yilmaz mit seinem achten Saisontor (42.) in der "Königsklasse" zerstörten alle Hoffnungen.

Michel Bastos gelang nur noch der Ausgleich (63.), …

… ehe Umut Bulut (90.+5) in der Nachspielzeit gegen stürmende Schalker für die Entscheidung sorgte.

Die Königsblauen müssen sich nach dem K.o. mit den rund 30 Millionen Euro trösten, die sie in der Königsklasse einspielten.

"Wir waren in beiden Spielen klar die bessere Mannschaft. Wenn man sieht wie wir in der zweiten Halbzeit Gas gegeben und uns Chancen erspielt haben, dann muss man sagen: Wir sind unnötig ausgeschieden", sagte Torhüter Timo Hildebrand.

Er machte Unkonzentriertheiten für das Aus verantwortlich: "Beim ersten Tor machen wir einen Fehler, der nicht passieren darf und in der Champions League sofort bestraft wird. Wir sind alle sehr enttäuscht."

Jungstar Julian Draxler meinte: "Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt. Aber wir haben vielleicht zu viel Respekt gehabt. Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen, das war sogar teilweise unterirdisch."

Trainer Jens Keller sah es ebenso: "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Erst in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft ihr Gesicht der letzten Wochen gezeigt."

Dabei lief für den Bundesligavierten zunächst alles nach Plan: Gleich die erste Torchance nutzte Neustädter zum 1:0.

Nach einer Ecke von Jefferson Farfán und einem Kopfball von Benedikt Höwedes legte Joel Matip den Ball auf den Ex-Gladbacher ab, der sein erstes Champions-League-Tor erzielte.

Doch Schalke spielte deutlich verhaltener als gegen Dortmund und überließ dem türkischen Meister die Initiative.

Schon in der Anfangsphase hatten die Gäste, die von rund 8000 Fans unter den 54.142 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena angefeuert wurden, die besseren Torszenen.

Nach Zuspiel von Wesley Sneijder scheiterte Altstar Didier Drogba aber ebenso an Schalkes Torhüter Timo Hildebrand (6.) wie wenig später Secuk Inan (13.).

Dann leitete ausgerechnet Altintop die Wende ein.

Der gebürtige Gelsenkirchener zog aus fast 30 Metern ab und traf unhaltbar für Hildebrand zum Ausgleich.

Es war für den Ex-Schalker, der im Hinspiel die Latte getroffen hatte, das erste Saisontor.

Dem 1:2 gingen gleich mehrere Schalker Fehler voraus.

Zunächst landete ein Querpass von Neustädter beim Gegner, dann verlor Höwedes den Zweikampf gegen Burak.

Außerdem stürzte Hildebrand aus dem Tor ...

... und war dann beim Heber machtlos.

Der Ball segelte ins Schalke-Tor, binnen fünf Minuten hatten die Gäste das Spiel gedreht.

Bei Schalke lief in der Offensive deutlich weniger als gegen den BVB. Jungstar Julian Draxler konnte in der Zentrale lange Zeit nicht an seine Gala-Form der letzten beiden Spiele anknüpfen.

Und in der Spitze machte sich der Ausfall von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (Innenbandteilriss im linken Knie) schmerzhaft bemerkbar. Sein Vertreter Teemu Pukki blieb lange ein Fremdkörper im Schalker Spiel.

Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Gastgeber um mehr zielstrebige Angriffsaktionen. Doch zunächst blieb Istanbul gefährlicher.

So musste Hildebrand gegen Burak retten (52.). Auf der Gegenseite scheiterte Pukki mit einem Flachschuss an Torhüter Fernando Muslera (56.).

Der stärker werdende Draxler verfehlte nach einem Solo noch knapp das Ziel (61.), ...

... Marco Höger traf die Latte (63.).

Nur Sekunden später gelang dann doch Bastos der Ausgleich.

Das dritte Schalker Tor wollte aber nicht mehr fallen. Stattdessen jubelte Galatasaray noch einmal ...

... und mit ihnen die Fans.

Im Camp Nou schoss Weltfußballer Lionel Messi den FC Barcelona fast im Alleingang in die Runde der letzten Acht der Champions League.

Der überragende Argentinier erzielte beim 4:0 (2:0) im dramatischen Achtelfinal-Rückspiel gegen den AC Mailand seine Treffer Nummer sechs und sieben (5. und 40.) im laufenden Wettbewerb und riss die Italiener aus allen Träumen.

David Villa (55.) ...

... und Jordi Alba (90.+2) krönten schließlich die fulminante und historische Aufholjagd der Katalanen, ...

… die vor 90.000 Zuschauern aus Sicht der Gastgeber perfekt begonnen hatte - und aus Sicht von Milan und seinem Coach Massimo Allegri desaströs.

Als Barca das erste Mal im Strafraum von Milan auftauchte, schlug der Ball sofort im Tor von Christian Abbiati ein.

Nach einem Doppelpass mit Xavi auf engstem Raum ...

... markierte Messi aus 14 Metern mit einem perfekten Schlenzer in den Torwinkel seinen sechsten Treffer im laufenden Wettbewerb.

Acht Minuten später musste Mailands Torhüter Abbiati mit letztem Einsatz einen Distanzschuss von Andrés Iniesta an die Latte lenken.

Den anschließenden Kopfball setzte Messi ans Außennetz.

Der zweite Treffer lag schon in der Anfangsphase in der Luft, weil der 21-malige spanische Meister frühzeitig seinen Rhythmus fand und Milans Abwehr mit seinem Angriffsdruck kaum Zeit zum Atmen ließ.

Die "Rossoneri" um Kevin-Prince Boateng konnten nicht einmal einen ihrer gefürchteten Konter setzen.

Milan konzentrierte sich auf seine Abwehrarbeit und versuchte, Barcelona möglichst wenig Raum für sein Kurzpass-Spiel zu überlassen.

Die Gastgeber suchten mit viel Geduld die Lücke im Defensiv-System des Gegners.

Mit zunehmender Spielzeit fanden aber auch die Italiener den roten Faden in ihrem Spiel, tauchten öfter in der gegnerischen Hälfte auf.

Pech hatten sie, dass bei der ersten Chance nach einem Abwehrfehler von Barca der Franzose M'Baye Niang (38.) völlig freistehend nur den Pfosten traf.

Im Gegenzug gelang Messi mit einem unhaltbaren Flachschuss ...

... das 2:0.

Es war der 58. Treffer im 76. Champions-League-Spiel des kleinen Argentiniers.

Das Hinspiel-Ergebnis war somit schon zur Pause egalisiert, die Voraussetzungen für weiteren Hochglanz-Fußball geschaffen.

Milan, das sich in den Gruppenspielen mit nur acht Punkten für die erste K.o-Runde qualifiziert hatte, versuchte die Begegnung offener zu gestalten.

Denn nach der ersten Hälfte standen 70 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber in der Statistik.

Das versuchte Milan zu ändern, ließ aber jegliche Konsequenz vermissen. Der Doppelschlag in der ersten Halbzeit hatte Spuren hinterlassen.

Die Hoffnungen der Italiener erhielten einen weiteren Dämpfer, als Villa überlegt zum 3:0 einschoss.

Barcelona nutzte einen Ballverlust Mailands in der Vorwärts-Bewegung eiskalt und unterstrich einmal mehr seine Effektivität in der Offensive.

So auch in der Nachspielzeit, als Jordi Alba nach einem Konter über Messi und Alexis Sanchez ...

... für den 4:0-Endstand sorgte.

Für Milan bewahrheitete sich im Rückspiel damit, was Bayerns Thomas Müller unlängst festgestellt hatte, nämlich: "Gegen Barcelona spielt niemand gern."

"Außer Masochisten."

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