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Die Tops und Flops der Formel-1-Saison: Vettel dominiert, Hamilton randaliert

 
Die Tops und Flops der Formel-1-Saison: Vettel dominiert, Hamilton randaliert

Es war sein Jahr.

Nie zuvor in der Geschichte der Königsklasse hat ein Fahrer zusammengenommen so viele Pole Positions und Siege geholt wie Sebastian Vettel in dieser Saison.

Auf dem Weg zu seinem zweiten WM-Titel in Folge übertraf der Red-Bull-Pilot auch Formel-1-Größen wie Michael Schumacher, Ayrton Senna, Alain Prost oder Nigel Mansell.

Doch auch abseits des großen Dominators produzierte die Königsklasse 2011 ...

... Bemerkenswertes: Wie das Debüt des Großen Preises von Indien.

Oder die Marathon-Regenschlacht von Montreal.

Ein Blick zurück auf die Tops und Flops der Formel-1-Saison 2011.

MANN DES JAHRES

Sebastian Vettel

Grandios, phänomenal, einzigartig - für Vettels Jahr kann man gar nicht genug Superlative finden.

Der 24-Jährige untermauerte eindrucksvoll seinen Status als Nr. 1 im Formel-1-Zirkus.

Mit einer spielerischen Selbstverständlichkeit dominierte er die Saison nach Belieben. Auch wenn seine "Kinky Kylie" in diesem Jahr vielleicht nicht mehr ganz so überlegen war wie Vorgängerin "Randy Mandy", am Ende hatte doch fast immer Vettel die Nase vorn.

Dass er durch den Reifenschaden in Abu Dhabi ...

... und den Getriebeschaden in Brasilien Michael Schumachers Rekord von 13 Saisonsiegen verpasste, ...

... war der einzige kleine Schönheitsfehler.

Vettel hielt sich mit 15 Pole Positions zu seinen elf Siegen schadlos und löschte damit die 19 Jahre alte Bestmarke von Nigel Mansell aus.

ENTTÄUSCHUNG DES JAHRES

Mark Webber

Wo viel strahlendes Licht ist, da muss auch Schatten sein. In dem von Sebastian Vettel versank in diesem Jahr Red-Bull-Teamkollege Mark Webber völlig.

Daran änderte auch der nach Vettels Getriebeschaden geerbte Sieg zum Saisonabschluss nichts, bekannte Webber selbst: "Es wäre schön gewesen, das Ganze mit Sebastian auf der Strecke auszufechten."

Im Duell auf der Strecke zog Webber meist den Kürzeren.

Zwei Pole Positionen und die meisten schnellsten Rennrunden, mehr kam sonst nicht vom Australier, der sich dennoch auch im kommenden Jahr noch einmal dem Zweikampf mit Vettel stellen wird.

STARTER DES JAHRES

Michael Schumacher

Mit seinem Silberpfeil 2011 waren keine großen Sprünge drin.

Im Qualifying wurde er erneut von seinem jüngeren Teamkollegen Nico Rosberg deutlich geschlagen.

Doch der Rekordweltmeister fand im zweiten Jahr seines Comebacks eine kleine Erfolgsnische für sich.

Kein anderer Pilot überholte am Start so viele Konkurrenten wie der Kerpener.

"Ein Geheimnis dafür gibt es nicht. Unser Auto ist beim Start sehr gut, dazu kommt dann die Erfahrung", sagte der 42-Jährige.

"Im nächsten Jahr würde ich aber gerne lieber wieder mehr in die Rückspiegel gucken müssen." Und endlich den ersten Podiumsplatz mit Mercedes schaffen.

RAMBO DES JAHRES

Lewis Hamilton

Für den McLaren-Piloten war es ein Seuchenjahr.

Sportlich ging es ständig auf und ab.

Teamintern wurde dem Draufgänger vom ruhigen Jenson Button das Wasser abgegraben, ...

... der sich die Vize-Weltmeisterschaft sicherte.

Ein Streit mit Vater Anthony, den er als Manager absetzte, ...

... und die Trennung von Popstar Nicole Scherzinger taten ein Übriges, ...

... um Hamilton zu verunsichern. Fehlenden Erfolg versuchte er mit gesteigerter Aggressivität wettzumachen.

Gleiche mehrere Rambo-Auftritte, ...

... vorzugsweise gegen "Lieblingsopfer" Felipe Massa, brachten Hamilton einige Strafen und viel Häme ein. Insgesamt sechsmal geriet Hamilton mit dem Brasilianer auf der Strecke aneinander, fünfmal war er der Schuldige.

Immerhin: Nach dem letzten WM-Lauf begruben Hamilton und Massa das Kriegsbeil offenbar. Nach dem Großen Preis in Massas Heimatstadt Sao Paulo kam Hamilton zum Ferrari-Piloten und umarmte ihn. "Ich war froh, dass Lewis zu mir gekommen ist. Das war eine schöne Geste von seiner Seite", kommentierte Massa das Friedensangebot.

PEINLICHKEIT DES JAHRES

Bahrain

Die erste Entscheidung war richtig, auch wenn sie schon zu spät kam.

Nach wochenlangem Hin und Her wurde das Rennen in Bahrain in Folge der bürgerkriegsähnlichen Unruhen abgesagt.

Doch der Automobil-Weltverband FIA leistete sich in der Folge noch eine echte Posse. Im Juni wurde das Rennen für Ende Oktober neu angesetzt.

Wenige Tage später folgte die Rolle rückwärts und die erneute, diesmal endgültige Absage.

ABSCHIED DES JAHRES

Nick Heidfeld

"Quick Nick" war bei Renault kurz vor Saisonbeginn als Ersatz für den verletzten Robert Kubica eingesprungen. Ein dritter Platz gleich im zweiten Rennen weckte große Hoffnungen, ...

... die aber enttäuscht wurden. Heidfeld erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen an einen Teamleader zu selten.

Im August kam es zur Trennung. Eine erneute Rückkehr in die Formel 1 ist derzeit kaum vorstellbar.

PECHVOGEL DES JAHRES

Robert Kubica

Vor dem Saisonstart verunglückte der polnische Renault-Pilot Robert Kubica bei einem Gaststart in einer italienischen Rallye schwer und verlor fast seine rechte Hand.

Über das Jahr musste er sich zahlreichen Operationen unterziehen.

Über die Chance auf ein Comeback 2012 gibt es unterschiedliche Meinungen.

RENNEN DES JAHRES

Montreal

Das Regen-Chaos von Montreal hat für mehrere Rekorde gesorgt.

Mit insgesamt 4:04:39,537 Stunden war der zwischenzeitlich für mehr als zwei Stunden unterbrochene Grand Prix der längste seit Beginn der Königsklasse.

30 Runden hinter dem Safety Car waren fünf mehr als bei der vorherigen Bestmarke in Fuji 2007. Und mit einem Durchschnittstempo von 74,864 km/h war es das langsamste Rennen der Formel-1-Geschichte.

Auch sportlich war das Rennen ein Highlight, denn Weltmeister Sebastian Vettel führte zwar bis zur letzten Runde, gewann aber nicht.

Jenson Button fing den Red-Bull-Piloten in der letzten Runde noch ab und verhinderte Vettels ersten Sieg in Montreal.

RÜCKKEHRER DES JAHRES

Pirelli

Der italienische Reifenhersteller feierte nach 19 Jahren Abstinenz sein Comeback in der Königsklasse - und legte den Grundstein für eine Saison mit vielen spektakulären Rennen.

Denn Pirelli setzte die Vorgabe, Reifen mit unvorhersehbarem Gummiabrieb zu produzieren, perfekt um.

Ein Alptraum für jeden Autofahrer - für die Formel 1 der Schlüssel zu packenden Rennen.

Vorhersagen: zwecklos.

Pirelli sei Dank.

PREMIERE DES JAHRES

Indien

Die Formel 1 wurde in Indien mit offenen Armen empfangen.

Die Herzlichkeit der Einheimischen, ...

... ihr großes Interesse an der Königsklasse und eine grandiose Rennstrecke entschädigten für die eine oder andere kleinere Anlaufschwierigkeit wie Stromausfälle im Pressezentrum.

Die Premiere der Königsklasse in Indien war insgesamt ein Erfolg.

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