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Viertelfinale im DFB-Pokal: Viel Kampf, viele Tore, eine Blamage

 
Viertelfinale im DFB-Pokal: Viel Kampf, viele Tore, eine Blamage

Nach fünf Minuten schien in München alles entschieden im Pokal Duell zwischen Rekordsieger FC Bayern und Zweitligist SpVgg Greuther Fürth um den Einzug ins Halbfinale.

Mittelfeldstar Franck Ribery, der erstmals nach über vier Monaten von Bayern-Coach Louis van Gaal wieder von Beginn an aufgeboten wurde, ...

… spielte mit einem tollen Pass Thomas Müller frei. Der ließ sich die Chance zur frühen Führung allein vor Fürths Keeper Stephan Loboue nicht entgehen ...

... und verwandelte souverän.

Doch der kecke Gast aus Fürth zeigte sich vom frühen Nackenschlag keineswegs geschockt.

Bei andauerndem Schneefall und schmierigen Unterschied spielten die Fürther forsch nach vorn, ein abgefälschter Schuss von Nicolai Müller verfehlte nur knapp das Münchner Tor.

Schon in der 10. Minute gelang dem krassen Außenseiter aber schon der Ausgleich: Nach einem kapitalen Fehler von Martin Demichelis steuerte Christopher Nöthe alleine auf Ersatztorwart Michael Rensing zu ...

... und schob überlegt zum 1:1 ein.

Die Münchner, die ohne die angeschlagenen Jörg Butt, Miroslav Klose, Daniel van Buyten, Bastian Schweinsteiger und Ivica Olic und dafür mit Dauerreservisten wie Christian Lell antraten, waren in der Folge zwar wieder überlegen.

Doch der Favorit agierte planlos und tat sich so gegen die kampfstarken Franken auf dem seifigen Untergrund schwer, Chancen herauszuspielen. Vor allem der zuletzt überragende Arjen Robben konnte kaum Akzente setzen.

Ribery ließ zwar hin und wieder sein Können aufblitzen, aber auch der Bayern-Star blieb abgesehen von der Vorbereitung zum 1:0 wirkungslos.

Dagegen sorgten die Fürther bei ihren Kontern durchaus für Gefahr: So konnte etwa Holger Badstuber einen Schuss von Sami Allagui gerade noch abblocken (28.). Nur drei Minuten später vergab erneut Allagui bei einem Alleingang die Riesenchance zum 2:1 für die Gäste, als er den Ball aus elf Metern neben das Tor setzte.

Bei seinem dritten Versuch war der Fürther Torjäger schließlich erfolgreich.

In der 40. Minute überwand er Rensing per Kopf zur 2:1-Pausenführung.

Der Münchner Keeper machte dabei keine gute Figur.

Nach der missratenen ersten Halbzeit taten die Bayern in Hälfte zwei, was man als Favorit tun muss, wenn man zurückliegt: Sie erhöhten den Druck. Die Offensivaktionen der Münchner gerieten allerdings zunächst zu ungestüm, um die Fürther zu gefährden. Die Bayern rannten kopflos und liefen sich immer wieder fest, Chancen blieben aus.

Erst als Stephan Fürstner einen Schuss von Arjen Robben mit der Hand abwehrte, Schiedsrichter Michael Weiner zu Recht sofort auf Elfmeter entschied, kam der Favorit zum Ausgleich.

Robben selbst ließ sich die Chance zum 2:2 in der 58. Minute nicht entgehen – und brach damit den Bann.

Nur drei Minute später brachte Ribery die Gastgeber wieder in Führung, …

… vier Minuten später gelang Lahm mit seinem ersten Pflichtspieltreffer in dieser Saison bereits das 4:2 und damit Vorentscheidung.

Der zweite Treffer von Thomas Müller und ein Eigentor von Allagui besiegelten den 6:2-Endstand, ...

... der jedoch über die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen hinwegtäuschte.

"Wir haben das nicht verdient. Das ist bitter für uns."

"Wir haben uns als Zweitligist sehr gut präsentiert und hatten vor der Pause sogar noch weitere Chancen. Aber durch den Doppelschlag in der zweiten Hälfte haben wir dann die Organisation verloren", trauerte Fürths Trainer Mike Büskens nach dem Spiel vergebenen Torchancen in Hälfte eins nach.

Auch Bayer-Trainer Louis van Gaal zollte den Gästen Respekt: "Greuther Fürth hat in der ersten Halbzeit überragend Fußball gespielt. Sie hatten eine gute Strategie und viel Aggressivität. Wir waren nicht konzentriert, deshalb war ich in der Pause auch sehr böse. Nach dem Wechsel waren wir dann besser, das Resultat ist aber ein bisschen übertrieben."

Von einem übertriebenen Resultat konnte in Osnabrück keine Rede sein. Mit 1:0 setzte sich der FC Schalke nach zähem Kampf gegen den bisherigen Pokalschreck aus Liga 3 durch.

Zu überzeugen wussten die Schalker dabei nicht, spielerisch zeigte das Team von Felix Magath eine schwache Leistung.

"Den Unterschied hat heute das Glück gemacht, und ein Kevin Kuranyi, der im Moment in überragender Form ist", bilanzierte Osnabrücks Coach Karsten Baumann nach der knappen Niederlage.

Der Schalker Torjäger traf in der 59. Minute zum Endstand.

Baumann lobte aber auch sein Team: "Klar ist man enttäuscht, wenn man am Ende nur 0:1 verliert. Letztlich wird aber der Stolz überwiegen, was wir in diesem Jahr im Pokal geschafft haben."

Für Schalke-Trainer Felix Magath zählte derweil nur, was er schon vor dem Spiel erklärt hatte: Hauptsache gewonnen.

"Es war das erwartet schwere Spiel und eine erstklassige Leistung des VfL, der nicht umsonst schon zwei Bundesligisten geschlagen hat. Deswegen bin ich froh, dass wir mit 1:0 in 90 Minuten über die Runden gekommen sind."

"Wir hätten noch mehr zum Tor spielen sollen und wollten nicht nur auf die Chance warten, die irgendwann kommen würde. Aber dafür war der VfL kämpferisch zu stark."

Im Halbfinale Ende März dürfen sich die Schalker nun auf ein Heimspiel und den Besuch des FC Bayern freuen.

Kämpferisch stark gingen auch der FC Augsburg und der 1. FC Köln zugange, das bessere Ende hatte der Zweitligist für sich.

Schon nach drei Minuten traf Zweitliga-Torjäger Michael Thurk zur Führung für den Außenseiter.

In der 30. Minute erhielten die Hoffnungen der Kölner auf eine Wende im Spiel einen empfindlichen Dämpfer, als Adil Chihi nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz gestellt wurde.

Auch in Hälfte zwei gelang den Kölnern offensiv nicht allzu viel.

Auffälligste Offensivkraft war Lukas Podolski, weil er nur neun Minuten nach seiner Einwechslung nach einem Disput mit dem Schiedsrichter …

... schon wieder mit Gelb-Rot ...

... vom Platz gestellt wurde.

In der 85. Minute musste auch Petit (M) mit Gelb-Rot gehen, auch er hatte gemeckert.

Eine Minute später nutzte Augsburg die dreifache Überzahl durch Nando Raffael ...

... zur Entscheidung.

"Meine Mannschaft hat das Spiel voll im Griff gehabt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das zweite Tor fällt. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", freute sich Augsburgs Trainer Jos Luhukay über das erstmalige Erreichen des Pokal-Halbfinales seines Vereins.

Kölns Coach Zvonimir Soldo zeigte sich nach der doppelten Schmach mit dem Aus gegen einen unterklassigen Gegner und gleich drei Platzverweisen äußerst ernüchtert von der Darbietung seines Teams: "Ich bin enttäuscht von der Art und Weise, wie wir verloren haben. Obwohl wir die Mannschaft gewarnt hatten, sind wir schlecht ins Spiel gekommen. Bis zum Platzverweis war Adil Chihi unser bester Mann. Nach dem zweiten Platzverweis war es dann sehr schwer für uns."

Im Halbfinale müssen die Augsburger zum Titelverteidiger Werder Bremen reisen, der sich in einem gutklassigen Erstligaduell gegen 1899 Hoffenheim druchsetzte.

Tore von Naldo und ...

... Hugo Almeida bescherten der Schaaf-Elf ...

... einen 2:1-Erfolg. Für Bremen war es das 34. Pokal-Heimspiel in Folge ohne Niederlage. Dumm nur, dass das Finale in Berlin ausgespielt wird.

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