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Die Leichtathletik-WM aus deutscher Sicht: Vierfach-Gold überstrahlt die Enttäuschungen

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Sie legte das vierte Goldhäubchen auf die deutsche Bilanz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften: Christina Obergföll warf den Speer auf 69,05 Meter und wurde damit erstmals Weltmeisterin. (Foto: dpa)

Sie legte das vierte Goldhäubchen auf die deutsche Bilanz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften: Christina Obergföll warf den Speer auf 69,05 Meter und wurde damit erstmals Weltmeisterin.

Sie legte das vierte Goldhäubchen auf die deutsche Bilanz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften: Christina Obergföll warf den Speer auf 69,05 Meter und wurde damit erstmals Weltmeisterin.

Insgesamt holten vier deutsche Athleten den Titel. Auch ein neues Gesicht war dabei: Raphael Holzdeppe, der das erste deutsche Stabhochsprung-Gold in der Geschichte errang.

Ihren Titel verteidigen konnten David Storl im Kugelstoßen ...

... und Robert Harting im Diskuswerfen.

Für den Berliner war es sogar der dritte Erfolg hintereinander. Kein Wunder bei dieser Einstellung. "Ich rede mir ein: Wenn ich nicht Gold hole, stirbt meine Sportart", sagte Harting vor dem Finale.

Eine ähnlich gute Motivation hatte Christina Obergföll. Auf ihr lastete der Makel der ewigen Zweiten.

Silber bei Olympia 2012, Silber bei den Weltmeisterschaft 2005 und 2007, Silber bei den Europameisterschaften 2010 und 2012. Dieses Mal musste es einfach klappen.

Und dann war da noch die Wette mit ihrem Lebensgefährten und Trainer Boris Henry. Der versprach, bei einem Sieg ihren Namen anzunehmen.

"Boris Obergföll, da kann man sich schon mal dran gewöhnen", sagte der ehemalige Weltklasse-Werfer am ARD-Mikro.

An seinen Namen müssen die Sportfans sich auch erstmal gewöhnen: Raphael Holzdeppe ist der neue Überflieger unter den deutschen Athleten.

Er galt seit Jahren als Toptalent, sprang 2008 als 18-Jähriger mit 5,80 Metern einen U20-Weltrekord.

Jetzt, mit 23 Jahren, holte er seinen ersten großen Titel - mit 5,89 Metern.

Das nächste Ziel ist ein Sprung über die magischen sechs Meter, aber bis dahin muss der Mann aus Zweibrücken ein spezielles Problem lösen ...

"Ich bin zwar schnell, aber mein Po hängt beim Anlauf zu tief. Wenn der Po höher ist, kann ich härtere Stäbe springen, die mich noch höher katapultieren."

Nicht unbedingt höher, aber auf jeden Fall weiter als bei allen anderen flog die Kugel von David Storl.

Den ganzen Sommer lang hatte er mit seinem Trainer Sven Lang auf diesen einen Wettkampf hingearbeitet - und bei den Meetings geblufft. "Für mich ist es manchmal hart, bei einem Meeting unter meinem Niveau wegzugehen, wenn ich im Training schon weiter bin, es aber nicht zeigen kann."

Aber es lohnte sich: Im Vorkampf noch wacklig, stieß Storl im Finale dann 21,73 Meter im vierten Versuch. Eine Goldweite - aber dann der Schock, ...

... denn die Kampfrichter werteten den Versuch als ungültig. Storl sollte angeblich die Ringkante übertreten haben.

Ein Fotograf lieferte schließlich den entscheidenden Beweis: Der Stoß war gültig.

Bei allem Jubel dachte Trainer Lang schon einen Schritt weiter: "Bei den Olympischen Spielen 2016 wäre David 26. Das ist ein Alter, wo das Kugelstoßen eigentlich erst anfängt."

Robert Harting ist schon 28, und dominiert den Diskuswurf scheinbar nach Belieben.

Er ist derzeit das Aushängeschild der Leichtathletik in Deutschland. Beliebter Studiogast, ...

... omnipräsente Werbefigur ...

... und derber Sprücheklopfer. Sehr oft das Ziel seiner Kritik: die Nachwuchsarbeit in der deutschen Leichtathletik. Jetzt will er ein eigenes Projekt starten. Das ist offenbar nötig, ...

... denn insgesamt fällt die Bilanz der Weltmeisterschaften aus deutscher Sicht gemischt aus. Zwar gab es noch Silber im Zehnkampf für Michael Schrader ...

... und im Kugelstoßen für Christina Schwanitz, ...

... dazu Bronze für Björn Otto im Stabhochsprung.

Aber die deutschen Athleten und Athletinnen erlebten auch bittere Enttäuschungen. Allen voran Betty Heidler. Die Weltrekordlerin im Hammerwurf scheiterte schon in der Qualifikation.

Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch reiste als Weltjahresbester an und wurde nur enttäuschender Elfter.

Das Leiden von Silke Spiegelburg erreicht schon groteske Ausmaße. Zum vierten Mal in Folge landet sie bei einem Großereignis nur auf Rang vier.

Fast schon traditionell mau waren die Leistungen in den Laufdisziplinen. Die 4x100-Meter-Staffeln der Männer und der Frauen gehörten mit Platz vier jeweils zu den Lichtblicken.

In 15 von 47 Disziplinen waren deutsche Athleten wegen Chancenlosigkeit gar nicht am Start, vor allem in den Läufen. Von 41 Athleten, die in Vorkämpfen antraten, scheiterten 19 in Runde eins - so wie hier Steffen Uliczka im 3000-Meter-Hindernislauf.

Robert Harting sagt: "Wir brauchen eine neue Strategie." Und das Wort eines dreimaligen Weltmeisters hat Gewicht.

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