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Sonntag, 10. September 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: Werner? "Das ist fast schon Wettbewerbsverzerrung"

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Herrje, ... (Foto: imago/Michael Schwarz)

Herrje, ...

Herrje, ...

... dieser Timo Werner, ...

... der kann es einfach nicht lassen. Dank eines blitzsauberen Kontertreffers des Nationalspielers und eines weiteren von Spielmacher Naby Keita gewinnt RB Leipzig mit 2:0 bei tapfer kämpfenden Hamburgern.

Ein Kampf mit fairen Mitteln? Nicht ganz, findet der scherzende RB-Coach Ralph Hasenhüttl. "Das ist schon fast Wettbewerbsverzerrung, wenn er mit seinem Speed hier läuft."

Aber freilich will der Coach den Sieg nicht nur an "Rakete" Werner festmachen - sondern auch den eigenen Anteil ein wenig herauskehren: "Wir haben mittlerweile mehrere Gesichter und wir werden das rausholen, das notwendig ist."

Ähm..., dieses gehört natürlich nicht dazu. Das ist Matthias Sammer. Der arbeitet nun bei Eurosport. Als Experte. Und er ist ganz vernarrt in Timo Werner: "Sein Lauf beim zweiten Tor ist unglaublich, das ist Bombe. Er ist ein wunderbarer Junge."

Das werden womöglich auch alle Nicht-Kölner über diesen Herren sagen: Alfred Finnbogason.

Der Augsburger schoss den "Effzeh" mit seinen drei Treffern beim 3:0-Erfolg im Alleingang in ein Stimmungstief.

Das drückt Coach Peter Stöger so aus: "Mir vermiest jede Niederlage den Abend und die nächsten Tage."

Die Unruhe im Kölner Umfeld wächst. Die Erwartungen nach Platz fünf in der Vorsaison sind hoch, die aktuelle Lage entsprechend prekär."

Selbst Kapitän Matthias Lehmann, der nach eigener Aussage eine "Riesenkrawatte" hatte, bezeichnete die Situation vor dem Spiel in Dortmund als "gefährlich.

Richtig sauer war übrigens Sportdirektor Jörg Schmadtke - aber nicht wegen des Saisonstars, sondern wegen einer blöden Journalistenfrage: "Willst Du jetzt von mir eine Bewertung der Saison haben, am 3. Spieltag? Die Saison ist scheiße!"

Lassen wir das Phrasenschwein auch noch ein wenig von der Kölner Krise profitieren: "Wir müssen den Mund abputzen. Im Fußball geht es schnell", sagt Abwehrchef Dominique Heintz.

Kommen wir nochmal kurz zurück zu Finnbogason. Der erzielte nämlich zum achten Mal in Folge das wichtige 1:0 für sein Team und egalisierte so den Ligarekord von Marc Wilmots und Gerald Asamoah. Kein Wunder, dass er "sehr glücklich" war: "Drei Tore, erster Heimsieg. Es kann nicht besser sein."

Was für ein Kontrast zur Augsburger Glückseligkeit: Der FC Bayern nach der 0:2-Niederlage in Hoffenheim.

Besonders griesgrämig war Coach Carlo: "Wir waren in manchen Situationen nicht zu hundert Prozent fokussiert. Wir hatten nicht viel Platz und haben mit Seitenwechseln versucht, die Räume zu öffnen. Das hat heute nicht so gut geklappt. Sowas passiert im Fußball."

Hauptverantwortlich für die Niederlage war Doppeltorschütze Mark Uth. Ein echtes Schlitzohr: "Vor meinem ersten Tor habe ich gesehen, dass sich André (Kramaric, d. Red.) schnell den Ball geholt hat. Dann konnte ich den Ball kontrollieren und reinschießen. Das war super."

Was Uth meint? Nun, vor dem 1:0 hatten die Hoffenheimer dank eines pfiffigen Balljungen einen Einwurf besonders schnell ausgeführt und damit die Bayern überrascht.

Alles geplant, erklärt Coach Julian Nagelsmann: "Wir haben eine einheitliche Ausbildung, auch die Balljungen bringen den Ball schnell ins Spiel zurück."

Schnell spielt auch Bayer Leverkusen, ...

... allerdings nicht erfolgreich.

Was vor allem Rudi Völler richtig wütend macht: "Wir haben eine schöne Spielweise, es sieht alles total gut aus, wir sind total dominant", sagte der fast schon ungewohnt ruhige Sportchef von Bayer nach dem 1:3 in Mainz: "Aber nur mit Zauberern geht es halt nicht. Ein Punkt aus drei Spielen ist zu wenig."

Das weiß auch Heiko Herrlich. Fußball ist halt Ergebnissport - das wird sich wohl nie ändern. Also nimmt der Coach seine Mannschaft in die Pflicht: "Zur Qualität zählt aber auch eine gewisse Mentalität, Chancen unbedingt Nutzen zu wollen, den Sack zumachen zu wollen, nicht mehr locker zu lassen - und wenn ich den Gegner dominiere, den einfach unten halten."

Die Mainzer hingegen beugen mit ihrem ersten Saisonsieg einem frühen Krisengerede vor.

Das erleichtert Neu-Coach Sandro Schwarz: "Die zweite Habzeit war großartig, da waren wir sehr aktiv von der ersten Sekunde an und sehr bissig. Wir sind alle hochzufrieden über die Art und Weise, wie wir das Spiel gedreht haben. Es fühlt sich großartig für uns an."

In der neuen Frankfurter Multi-Kulti-Truppe hat Kevin-Prince Boateng gleich die Leader-Funktion übernommen. Mit seinem Kampfgeist, seinen Emotionen und seinem Siegtreffer zum 1:0-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach hat er seinem Klub die Sieger-Mentalität zurückgebracht.

Mit Boateng als Integrationsbeauftragten ist in kurzer Zeit schon ein gutes Miteinander entstanden

"Es zählen nicht nur Siege. Man muss auch sehen, dass wir in drei Wochen schon einen guten Teamgeist entwickelt haben", sagte Offensivspieler Boateng. "Und man darf nicht vergessen: Wir sind elf Neuzugänge mit 480 Sprachen in der Mannschaft".

Der SC Freiburg hat mit einem 0:0 in Unterzahl den schwungvollen Saisonstart von Borussia Dortmund gebremst und dem BVB eine Heimreise mit schlechter Laune beschert.

"Wenn man eine Stunde mit einem Mann mehr spielt, muss man gewinnen", sagte Dortmunds Trainer Peter Bosz. "Das war zu wenig heute. Das ist für Freiburg ein Punkt gewonnen und für uns zwei verloren."

In dem hitzig geführten Duell waren die Gastgeber lange in Überzahl, weil Neuzugang Yoric Ravet nach einem Foul an BVB-Kapitän Marcel Schmelzer mit Rot vom Platz musste (29. Minute). Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte dem Franzosen zunächst die gelbe Karte, entschied nach dem Einsatz des Video-Assistenten aber auf Rot.

Den Blick auf die Tabelle verkniff sich André Breitenreiter bewusst. "Das ist doch alles unwichtig", sagte der Trainer von Hannover 96, sprach von einem "sehr passablen Saisonstart" und genoss den nächsten Streich des frechen Aufsteigers lieber im Stillen.

Drei Spiele, sieben Punkte, Champions-League-Platz: Auch wenn der "passable Saisonstart" bei den Roten keine Begeisterungsstürme auslöste, mit dem 1:1 beim VfL Wolfsburg bewies der weiter ungeschlagene Neuling erneut eindrucksvoll seine Bundesliga-Tauglichkeit.

Durch das kuriose Ausgleichstor von Martin Harnik mit der Hacke (75.) blieb 96 saisonübergreifend auch im 13. Pflichtspiel unter Breitenreiter ungeschlagen.

"Mit dem Punkt bin ich zufrieden, auch wenn es drei hätten sein können", sagte Hannovers Sportdirektor Horst Heldt: "Wir wollen aber nicht ausflippen."

Zum Ausflippen haben auch diese Herren keinen Grund. Zwar hat Werder Bremen nach fünf Niederlagen in Folge mal wieder gepunktet und beim 1:1 in Berlin auch noch das erste Saisontor geschossen - vielmehr eben aber auch nicht.

"Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt. Am Ende muss man sagen, dass das 1:1 gerecht ist. Ich kann damit leben. Solange wir punkten, ist alles okay", sagte Dardai ...

... und bemängelte, dass die Akteure nach der Länderspielpause "in den ersten 20 Minuten keinen schönen Fußball" gezeigt hätten.

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