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Die Bundesliga in Wort und Witz: "Wir haben genügend Spieler, die Eier haben"

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Tuchel gab zurück, dass Mainz  "strategisch auf hohem Niveau" spiele und "sehr speziell in der Verteidigungsarbeit". (dsi) (Foto: dapd)

Tuchel gab zurück, dass Mainz "strategisch auf hohem Niveau" spiele und "sehr speziell in der Verteidigungsarbeit". (dsi)

Bremen - Dortmund: 0:5

Der Meister aus Dortmund trumpfte beim Rückrundenstart in meisterlicher Form auf. Bei der 5:0-Gala im Weserstadion spielte das starke schwarz-gelbe Mittelfeld mit den Bremern Katz und Matz.

"Tiefe Balleroberung und ab ging die wilde Fahrt", freute sich Jürgen Klopp. "Wenn wir ins Rollen kommen, wird es für die Gegner schwierig. Leider kommen wir so selten ins Rollen", bedauerte der Meistertrainer.

Fünf verschiedene Torschützen (Marco Reus (9.), Mario Götze (19.), Felipe Santana (48.), Robert Lewandowski (81.) und Jakub Blaszczykowski (85.)) dokumentieren die große Qualität des Dortmunder Kaders.

Klopp ließ Nuri Sahin bei der "wilden Fahrt" geschlagene 84 Minuten zuschauen, ...

... bevor er ihn auf den Rasen ließ.

Der umjubelte Rückkehrer bedankte sich für seinen Gänsehaut"-Empfang bei den "kranken Fans im positiven Sinne. Das gibt es glaub ich nirgendwo auf der Welt. ...Das war unglaublich und ich wollte so schnell wie möglich rein."

Schalke - Hannover 5:4

Lewis Holtby überzeugte alle Zweifler und verabschiedete sich beim Torfestival gegen Hannover mit einem nervenstarken Auftritt. Trotz des großen Drucks wegen seines Wechsels zu Tottenham Hotspur spätestens im Sommer brillierte er beim 5:4-Wahnsinn gegen Hannover 96.

Holtbys vorzeitiger Wechsel nach England noch im Januar wird immer wahrscheinlicher. Dennoch: "Ich werde mich nicht verpissen, ohne mir den Arsch aufzureißen." Zwei Torvorlagen und ein Treffer sind Beweis genug.

"Am Ende haben wir alle gelacht und den Kopf geschüttelt", schätzt Schalkes Torhüter Timo Hildebrand das 9-Tore-Spiel ein.

"Wie soll man so ein Spiel bewerten, fragte S04-Trainer Jens Keller: "Als Trainer sitzt du da draußen und verstehst die Welt nicht mehr."

"200 Länder zugeschaltet, neun Tore - ich bin begeistert", freute sich Mirko Slomka sichtbar genervt. "Für einen Bundesligatrainer, der strategisch denkt, war es ein Desaster", resümierte Hannovers Fußballlehrer.

FC Bayern - Fürth 2:0:

Einen Fußball-Leckerbissen bekam Pep Guardiola von seiner künftigen Mannschaft nicht vorgesetzt. Aber der 2:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth taugte immerhin dazu, ...

... dass zu Beginn der Abschiedstour von Trainer Jupp Heynckes keine zusätzliche Unruhe entfacht wurde.

Doppel-Torschützen Mario Mandzukic brachte es auf den Punkt: "Heute war es vielleicht nicht so gut wie wir können. Aber am Ende zählen die drei Punkte."

Bayerns Keeper Manuel Neuer hatte Mühe sich an seinem Arbeitsplatz warmzuhalten:" Es ist schon arg kalt gewesen für mich. Bei minus sechs Grad mit kurzer Hose rumstehen, ist nicht ganz so leicht für einen Torwart."

Die ersatzgeschwächten Fürther hakten die Niederlage dagegen schnell ab. Aus dieser Partie waren keine Punkte einkalkuliert, verkündete Fürths Trainer Mike Büskens: "Wir haben das defensiv taktisch zufriedenstellend gelöst. Gegen eine Mannschaft, die individuell perfekt besetzt ist, haben wir aus dem Spiel heraus wenig zugelassen."

Leverkusen-Frankfurt 3:1

Neues Jahr, alte Probleme: In Leverkusen brannte es im Stadion. Die Fans aus Frankfurt sorgten in der ersten Halbzeit durch das Abbrennen von Bengalos und das Abschießen von Raketen für eine 6-minütige Spielunterbrechung.

Frankfurts Fußballlehrer Armin Veh sprach aus, was viele denken: "Das sind keine Fans, die sind einfach doof."

Die Leverkusener ließen sich jedoch nicht provozieren und versenkten das Leder dreimal im Kasten der Eintracht.

"Wir konnten die Unterbrechung effektiv nutzen, wie eine Auszeit in anderen Sportarten", resümierte Bayer-Chefcoach Sascha Lewandowski mit einem "Augenzwinkern".

Wolfsburg - Stuttgart 2:0

Auf beiden Seiten stand der Matchwinner bei Dieter Heckings Einstandssieg schnell fest.

Wolfsburgs Diego schoss das erste Tor per Alleingang selbst und bereitete die Entscheidung durch Alex Madlung zum 2:0 des VfL über den VfB Stuttgart vor.

"Ich glaube, jeder in Wolfsburg weiß, was wir an Diego haben. Er hat heute den Unterschied gemacht", lobte Hecking ohne den Gedanken an die Verbesserung der gesamten Mannschaft aus den Augen zu verlieren: "Es ist natürlich wünschenswert, wenn sich die anderen auch mal davon treiben lassen und zu der Entscheidung beitragen."

"Wenn zwei Teams fast auf Augenhöhe sind, braucht es individuelle Klasse. Die hat Diego", lobte VfL-Manager Klaus Allofs.

"Die Einzelqualität von Diego war ausschlaggebend", befand selbst VfB-Coach Bruno Labbadia.

Hoffenheim - Mönchengladbach 0:0

Dieses schöne Gefühl kannte Tim Wiese schon lange nicht mehr. 90 Minuten Fußball spielen und kein Tor kassieren. Seit dem 11. März 2012 - da noch im Werder-Trikot - war dies dem Ex-Nationaltorwart nicht mehr vergönnt. Drei Schüsschen hatte Wiese bei der Nullnummer gegen Gladbach zu halten. Er schaffte es.

Nach zuvor sechs Niederlagen in Serie gab es für die Schießbude der Bundesliga zwar keinen Sieg, aber auch kein Gegentor.

"Die Truppe ist entschlossen genug, den Abstiegskampf durchzustehen. Wir haben genügend Spieler, die Eier haben, die wirklich auch dastehen und Gas geben", erklärte Tobias Weis im schönsten Fußball-Macho-Deutsch.

"Wir hätten natürlich alle gerne drei Punkte gehabt", kommentierte der neue Trainer das Geschehen auf dem Rasen ein. Marco Kurz weiter: "Was gut war, war die Einstellung, war das Abwehrverhalten und war der Siegeswillen. Wo wir uns steigern müssen, ist in unserem eigenen Positionsspiel.".

"Es bringt nichts, auf die Tabelle zu schauen. Am Ende wird abgerechnet, und dann wird man sehen, was dieser Punkt wert ist", sagte Manager Andreas Müller und schickte ein kleines Lob an die Mannschaft: "Unterm Strich war das ein Schritt in die richtige Richtung."

Den Gladbachern fiel in der Offensive trotz des niederländischen 12-Millionen-Euro-Rekordeinkaufs Luuk de Jong, der nach dreimonatiger Verletzungspause wieder in der Startelf stand, wenig ein.

Kapitän Roel Brouwers mit einem Kopfball in der 70. Minute hatte praktisch die einzige dicke Tormöglichkeit. "Wir waren manchmal ein wenig zögerlich. Aber ein Punkt auswärts ist nicht schlecht", meinte Trainer Lucien Favre.

Mainz - Freiburg 0:0

Eine Schwalbe + ein ungestümes Einsteigen = Platzverweis: So unglücklich verlief das Bundesligaspiel gegen Freiburg für den Mainzer Shawn Parker

Das von der Taktik geprägte Aufeinandertreffen der punktgleichen Tabellennachbarn FSV Mainz 05 und SC Freiburg blieb ohne Sieger.

Wirklich geholfen hat das Unentschieden aber keinem. "Natürlich bin ich zufrieden", resümierte Freiburgs Coach Christian Streich und zuckte lässig mit den Schultern: "Wenn man kein Tor schießt, muss man halt schauen, dass man keins kriegt."

Thomas Tuchel war am Ende froh, "dass wir hinten zu Null gespielt und das sauber und fleißig zu Ende verteidigt haben". Seine Mainzer hätten sich "teilweise selbst in Bedrängnis gebracht und die Sicherheit genommen".

So waren beide Trainer darauf bedacht, den Gegner zu loben und zu erklären, dass mehr (Tore) nicht zu erwarten gewesen wären.

"Es ist gut, wenn man vor schwierige Aufgaben gestellt wird", sagte Streich und ergänzte vielsagend: "Gegen Mainz braucht man schon eine spezifische Intelligenz."

Tuchel gab zurück, dass Mainz "strategisch auf hohem Niveau" spiele und "sehr speziell in der Verteidigungsarbeit". (dsi)

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