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Sonntag, 28. September 2014

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Wir haben jetzt einen Scheiß-Abend"

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Gerüchten zufolge überlegt die DFL, Bayern München der Einfachkeit halber einfach schon jetzt zum Deutschen Meister zu erklären. (Foto: imago/MIS)

Gerüchten zufolge überlegt die DFL, Bayern München der Einfachkeit halber einfach schon jetzt zum Deutschen Meister zu erklären.

Gerüchten zufolge überlegt die DFL, Bayern München der Einfachkeit halber einfach schon jetzt zum Deutschen Meister zu erklären.

Der "Tiger" höchstpersönlich hat das Titelrennen für beendet erklärt: "Die Bayern haben jetzt schon sieben Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund. Das ist ein Brett. Ich glaube nicht, dass sie da oben noch wegzuholen sind."

Köln zeigte beim 0:2 gegen die Bayern schon eine fast ehrfürchtige Leistung, Trainer Peter Stöger war sich sicher: "Wenn sie nicht im Februar Meister werden, dann werden sie es halt im März."

Der größte Rivale aus Dortmund dagegen patzt schon wieder, ausgerechnet im Derby - was Thomas Müller diebisch freut. "Man schaut natürlich auf die vermeintlich größten Konkurrenten. Da ist es schon schön, wenn die was liegen lassen. Mir ist aber egal, wer unser Jäger ist."

Sein Trainer Josep Guardiola macht neue Herausforderer aus: "Mönchengladbach und vor allem Leverkusen werden ohne Zweifel große Konkurrenten für uns sein", meinte der Spanier. "Und Dortmund wird auch noch nach oben kommen. Es kann noch alles passieren." Und bis dahin widmen wir uns den besten Sprüchen zum 6. Spieltag.

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:1 (2:1)

Großartige Atmosphäre auf Schalke, nicht nur beim 1:0 durch Joel Matip, hier im Bild. Das beeindruckt auch Eric Maxim Choupo-Mouting: "Das mit der Mutter aller Derbys scheint zu stimmen. Es war auf jeden Fall sehr laut."

Torhüter Ralf Fährmann ging der Sieg an seinem 26. Geburtstag richtig nahe: "Ich muss gestehen, dass ich nach dem Abpfiff Tränen in den Augen hatte."

Auftritt Spielverderber Horst Heldt, der auf die anstehende Aufgabe in der Champions League aufmerksam machte: "Man muss das Glücksgefühl im richtigen Augenblick zu Seite legen."

S04-Coach Jens Keller will sich nicht in den Himmel loben lassen: "Vor zwei Wochen war ich noch entlassen. Jetzt soll ich unkündbar sein?. Die Ausschläge sind mir zu extrem."

Jürgen Klopp hatte eine genaue Vorstellung, wie der Rest des Derbytages aussieht: "Wir fahren jetzt nach Hause - und haben einen Scheißabend."

1. FC Köln - FC Bayern München 0:2 (0:1)

Der FC haderte nach dem Spiel mit seiner Harmlosigkeit. Trainer Peter Stöger erklärte es ganz grundsätzlich: "Es gibt Mannschaften, die ihre Chancen eiskalt nutzen und andere, die das nicht so gut tun. Wir gehören zur zweiten Kategorie, die Bayern zur anderen."

Stöger arbeitet aber schon an einer Lösung: "Ich habe nachgefragt: Tore aus der Distanz sind zulässig, und es ist auch erlaubt, dass andere Spieler als nur Stürmer Tore schießen."

Arjen Robben bekam trotz eines klaren Fouls von Daniel Halfar keinen Elfmeter - und wittert eine Verschwörung: "Bei der WM habe ich einen Fehler gemacht. Den habe ich zugegeben. Und jetzt sieht es danach aus, dass ich dafür bestraft werde. Man muss immer in den Spiegel schauen. Heute kann ich nichts dafür, es war ein klarer Elfmeter, und der Schiedsrichter gibt ihn nicht. Das muss ich akzeptieren, das wird wahrscheinlich noch öfter so sein in dieser Saison."

Xabi Alonso stellte einen neuen Bundesliga-Rekord für Ballkontakte auf, was Kollege Thomas Müller Respekt einflößt: "200 Ballkontakte! Dafür brauche ich eine ganze Saison."

SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:2)

Gladbachs Trainer Lucien Favre bewundert den Saisonstart der Paderborner: "Das ist so ein bisschen wie Costa Rica bei der WM."

Jens Wemmer will es nicht hören: "Wenn wir alles perfekt machen würden, hätten wir schon 18 Punkte."

VfB Stuttgart - Hannover 96 1:0 (0:0)

Die Ultras des VfB haben ja seit Monaten und vor allem seit ihrem offenen Brief ein unentspanntes Verhältnis zum Verein - das drücken sie in diesem Transparent aus.

Armin Veh kann sich über den ersten Sieg der Saison freuen - und hält mit seiner Meinung zur Entlassung von Fredi Bobic nicht hinterm Berg: "Ich hab das Gefühl, dass wir die vier Punkte auch mit Fredi geholt hätten."

Einmal in Fahrt, war Veh gar nicht mehr zu stoppen: "Stell dir mal vor, wir hätten am Mittwoch in Dortmund gewonnen. Dann wären wir jetzt vor denen. Dann hätten wir jetzt sieben Punkte und die nur sechs. Und dann hätte ich mal sehen wollen, ob der Sportdirektor bei denen noch lange da ist."

Wenn man den Siegtorschützen Daniel Schwaab von der Abwehr in den Angriff beordert, darf man sich auch mal selbst loben: "Im Normalfall darf ich den gar nicht vorne reinstellen, wenn der noch nie ein Tor gemacht hat. Zum Glück habe ich das nicht gewusst. Das freut mich für ihn, weil er ein feiner Junge ist."

Hamburger SV - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:1)

Was für ein bitterer Abend für den HSV. Endlich das ersehnte Tor erzielt, und dann der Last-Minute-Schock.

Lucas Piazon, in der 86. Minute eingewechselt, zimmerte kurz vor Schluss aus 30 Metern einen Freistoß in den Winkel. Ein verdienter Sieg sieht anders aus, meinte auch Eintracht-Trainer Thomas Schaaf: "Im Endeffekt hat es gereicht."

Joe Zinnbauer ging gleich in seine Rolle als Motivator über: "Es ist klar, die Jungs sind niedergeschlagen, aber es geht weiter. Wir sind auf dem richtigen Weg."

SC Freiburg - Bayer 04 Leverkusen 0:0

Bayer Leverkusen regte sich über die gelb-rote Karte für Emir Spahic in der 28. Minute auf. ) "Mit elf gegen elf hätten wir gewonnen - sage ich mal in meinem jugendlichen Leichtsinn", meinte Sportchef Rudi Völler.

Chef-Rumpelstilzchen Christian Streich passte sich dem ruhigen bis langweiligen Verlauf des Spiels an: "Die Jungs haben alles gegeben, es war einfach nicht mehr drin. Wir hatten heute auch Glück und einen guten Torwart. Insofern ist der Punkt für uns ok."

Sein Kollege Roger Schmidt geriet dagegen in den Katakomben mit SC-Präsdent Fritz Keller aneinander - bis Rudi Völler kam: "Ich hab' sie beruhigt. Unser Trainer kannte den Präsidenten nicht."

FC Augsburg - Hertha BSC Berlin 1:0 (0:0)

Die Szene des Spiels: Raul Bobadilla sucht den Kontakt zu Herthas Torhüter Thomas Kraft, es gibt Elfmeter.

"Ich bin stinkesauer. Wir haben das Spiel durch den Schiedsrichter verloren. Das war nie und nimmer ein Foul", wetterte Herthas Trainer Jos Luhukay.

Damit nicht genug: "Der Schiedsrichter tritt in der Anfangsphase gar nicht auf, wo er drei oder vier Mal Gelb geben kann oder sogar muss, um das Spiel zu beruhigen. Aber er hat es zugelassen, und dadurch kommen wir nicht ins Spiel rein."

Markus Weinzierl war das das zu viel des Guten: "Ich sehe es anders. Nicht der Schiedsrichter war schuld, dass wir gewonnen haben, sondern unsere Mannschaft war schuld. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht."

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 2:1 (1:1)

Thomas Eichin, Werders Geschäftsführer Sport, beschreibt seine Gefühle im Klopp-Stil: "Scheiß-Spieltag, Scheiß-Spiel. Wir haben wieder keine Punkte mitgenommen. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Es hat doch jeder das Spiel gesehen."

Werder-Trainer Robin Dutt ist pessimistisch: "Die Tabelle schaut natürlich nicht gut aus - und sie wird wahrscheinlich in den nächsten drei, vier Wochen auch nicht viel besser aussehen."

Wolfsburg kann dagegen so langsam wieder nach oben schielen. Wie wichtig der Sieg war, erklärt Manager Klaus Allofs: "Aber wenn wir nicht gewonnen hätten, wäre es bei uns möglicherweise unruhig geworden. So ist es jetzt vielleicht bei Werder."

Zur Feier des Tages gab es ein Sonderlob von Trainer Dieter Hecking für Torschütze Ricardo Rodriguez: "Richie ist für mich der beste Linksverteidiger der Liga", schwärmte der Coach nach dem 2:1. Die Frage, ob er Bayerns David Alaba nicht mehr als Linksverteidiger sehe, konterte Hecking: "Ich denke, dass Richie mehr Tore macht, also ist er für mich der Beste."

FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim 0:0

Das Duell der beiden Überraschungsteams der bisherigen Saison war alles andere als ein Schmankerl für die Fans.

"Die Höhepunkte kann man in 30 Sekunden zusammenschneiden", sagte der Mainzer Kapitän Niko Bungert über die gähnend langweilige Nullnummer. "Drei Punkte hatte niemand verdient."

Die Schuld tragen die Trainer, meinte zumindest Hoffenheims Coach Markus Gisdol: "Wir wollten den Gegner locken und auf Fehler lauern. Unglücklicherweise hatte der Gegner den gleichen Plan."

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