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Der 25. Bundesliga-Spieltag in Wort und Witz: "Wollt ihr als Lachnummer gehen?"

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"Besser geht es nicht! Ein ist perfekter Tag." Schalkes Jungstar Julian Draxler bestritt am 25. Spieltag sein 100. Pflichtspiel für die "Königsblauen". (Foto: dapd)

"Besser geht es nicht! Ein ist perfekter Tag." Schalkes Jungstar Julian Draxler bestritt am 25. Spieltag sein 100. Pflichtspiel für die "Königsblauen".

"Besser geht es nicht! Ein ist perfekter Tag." Schalkes Jungstar Julian Draxler bestritt am 25. Spieltag sein 100. Pflichtspiel für die "Königsblauen".

Und das mit Stil.

Denn Draxler und seine Schalker schafften nicht nur einen 2:1-Derbysieg über den …

… in Gelsenkirchen eher unbeliebten Revierrivalen Borussia Dortmund.

Draxler leitete den Erfolg auch noch mit seinem Tor zum 1:0 ein. "Das Grinsen", bekannte er hinterher grinsend, "wird noch etwas auf den Lippen bleiben."

Für Schalke-Manager Horst Heldt war der zweite Derby-Sieg in dieser Saison einfach nur "Balsam für die Seele".

S04-Keeper Timo Hildebrand ließ der Erfolg etwas ungläubig zurück, denn: "Das ist wie Tag und Nacht zu dem, was wir vor zwei Monaten gezeigt haben."

Und die Dortmunder? Klangen so.

"Das tut weh. Das ist Mist", jammerte Mittelfeldspieler Nuri Sahin.

Linksverteidiger Marcel Schmelzer fand hingegen " Das war absoluter Mist." Und analysierte treffend: "Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen."

BVB-Trainer Jürgen Klopp betonte freilich: "Unsere Reaktion in der zweiten Halbzeit war super. Aus einem beschissenen Anfang hätten wir noch ein Riesenspektakel machen können."

Doch nach dem Anschlusstor von Robert Lewandowski in der 59. Minute fiel auf Schalke kein weiterer Treffer mehr, weshalb es am Ende wie im Hinspiel 2:1 für "Königsblau" hieß.

Nach null von sechs Derby-Punkten in dieser Saison musste Klopp deshalb die Frage beantworten, ob es seinen Dortmundern vielleicht im Gegensatz zum Gegner an der nötigen Leidenschaft gefehlt habe.

Antwort Klopp: "Ich kann zumindest sagen, dass alle Akteure, die heute auf dem Platz waren, das Thema Derby zu 100 Prozent verstanden haben. Die Mannschaft sitzt in der Kabine wie ein Häufchen Elend. Dafür gibt es keine Worte."

Dafür dürfte es Redebedarf geben beim BVB, denn Linksverteidiger Schmelzer widersprach seinem Coach: "Wir haben wieder verloren, weil wir in beiden Spielen nicht mit 100-prozentiger Leidenschaft und Konzentration rangegangen sind."

In Mainz tat Rudi Völler wieder einmal, was eine gute Kinderstube verbietet.

Er wünschte Schiedsrichter Florian Meyer Schlechtes, konkret: "Ich wünsche dem Herrn Meyer, dass er heute Abend Bauch- und Kopfschmerzen bekommt, wenn er sich die Szene noch einmal im Fernsehen anschaut."

Die Szene, das war das von Manuel Friedrich begangene Handspiel im Strafraum in der 61. Minute, ...

... das in der Folge zu einem Handelfmeter führte, ...

... der wiederum ein Handelfmetertor durch Andreas Ivanschitz zur Folge hatte.

Weil dies das einzige Tor der Partie blieb, besiegelten Friedrich, Meyer und Ivanschitz also gemeinschaftlich die Leverkusener Auswärtsniederlage.

Zumindest Friedrich erteilte Völler hinterher aber die Absolution. "Das war in der Vergangenheit kein Elfmeter, heute nicht und wird auch in der Zukunft keiner sein", tobte er.

Unterstützung bekam er vom diesmal torlosen Torjäger Stefan Kießling: "Der Elfer war eine Frechheit."

Florian Meyer hat sich die Szene dann übrigens noch im Stadion angesehen – und seine Entscheidung verteidigt: "Der Arm auf Kopfhöhe, das ist keine natürliche Bewegung."

Unnatürlich war auch die Bewegung, die Bayerns Jerome Boateng in München in der 86. Minute per Kopf vollführte.

Warum? Weil sie zu seinem ersten Tor im 130. Bundesligaspiel führte.

"Ich freue mich riesig, es passt genau. Meine Kinder hatten gestern Geburtstag, mein Vater hat heute Geburtstag, denen widme ich das Tor."

Für Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte der Siegtreffer gegen tapfere Düsseldorfer ein kostspieliges Nachspiel: "Ich glaube, ich bin jetzt dazu verdonnert, der Mannschaft ein Abendessen zu spendieren. Weil ich irgendwann gesagt habe: Wenn du ein Tor erzielst, lade ich die Mannschaft dazu ein."

Nationalspieler Thomas Müller war einfach nur froh, dass es gegen den Aufsteiger trotz zweimaligen Rückstands noch zum achten Sieg im achten Rückrundenspiel gereicht hatte. Es ist ja so: "Jedes verlorene Spiel hat einen beschissenen Sonntag zur Folge."

Fürths Präsident Helmut Hack, der unter der Woche noch lange mit Lothar Matthäus telefoniert hatte, fehlten am 25. Spieltag die Worte.

"Es ist fast nicht zumutbar, dazu etwas zu sagen", kommentierte er die 0:3-Niederlage des Tabellenletzten gegen den Vorletzten Hoffenheim.

Die Fans quittierten das 13. sieglose Bundesliga-Heimspiel in Folge mit Galgenhumor: "Der Abstieg ist kein Problem, doch wollt ihr als Lachnummer gehen?"

In Freiburg hatte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking Grund zur Klage, wenn auch auf hohem Niveau.

"Die schweren Tore haben wir gemacht. Die leichten leider nicht", bilanzierte Hecking nach dem "Wölfe"-Gastspiel beim SC Freiburg.

Tröstlich war, dass seine Mannschaft trotz nicht zu leugnender Schludrigkeiten bei der Chancenverwertung dennoch vier Tore erzielt hatte, unter anderem ein schönes Volley- und ein Fallrückzieher-Tor.

Hinzu kam ein Eigentor des Ex-Wolfsburgers Cedrick Makiadi, was in der Addition einen komfortablen 5:2-Auswärtssieg im Breisgau ergab.

Freiburgs Trainer Christian Streich nahm die fünf Gegentore mit süffisantem Verweis auf die angesichts der sportlichen Leistung absurden Millioneninvestitionen beim VfL hin.

"Wolfsburg hat die Verhältnisse wieder zurecht gerückt. Heute war es so, wie es eigentlich normal ist."

In Freiburg sei es hingegen so: "Wenn wir nicht basteln, dann geht's nicht. Außer es kommt jemand und sagt: Hier habt ihr einen Koffer voll. Dann gehen wir auf jeder Position drei Spieler suchen."

Im Gegensatz zu seinem Team ließ VfL-Coach Dieter Hecking die sich bietende Konterchance nicht ungenutzt. Viel Geld zur Verfügung zu haben sei nämlich "auch nicht so einfach."

In Gladbach kommentierte Werder-Trainer Thomas Schaaf das Tor der Gladbacher zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung gegen seine Bremer gewohnt bärbeißig.

"Das war so nicht geplant", gab Schaaf nach Peniel Mlapas (r.) Treffer Einblick in seinen Matchplan, was angesichts von 49 Gegentoren in 25 Spielen - Höchstwert gemeinsam mit Hoffenheim – eine recht lustige Aussage ist.

Gut für Schaaf, dass sein Abwehrspieler Aleksander Ignjovski nicht nur einen formidablen 70er-Jahre-Schnäuzer trägt, sondern auch Tore schießen kann. Endstand in Gladbach war daher 1:1.

In Nürnberg schämte sich "Club"-Keeper Raphael Schäfer im Spiel gegen den FC Augsburg für sein "erstes Bundesligator".

Es fiel nämlich dummerweise für die Augsburger zum zwischenzeitlichen 1:1 und war die Folge eines dieser schönen Torwartfehler, die für zweifelhafte Berühmtheit sorgen.

Das schwante auch Schäfer sofort: "Zumindest bin ich in jedem Jahresrückblick vertreten."

Dass die DFL das Tor quasi als Trost für die 1:2-Niederlage dann dem köpfenden Augsburger Tobias Werner zuschrieb, missfiel Schäfer selbstverständlich: "Da sieht man, dass die Liga vielleicht nicht ganz so viel Ahnung hat."

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