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Prothesen, Spielzeug, Eierbecher: 3D-Drucker spuckt alles aus

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Kleidung, ... (Foto: picture alliance / dpa)

Kleidung, ...

Kleidung, ...

... Spielzeug, ...

... Schuhe, ...

... Gesichtsmasken, ..

... Prothesen und ...

... sogar Autos: Der 3D-Druck revolutioniert die Welt, heißt es. Es soll nach der Erfindung des Computers und des Internets die dritte bahnbrechende IT-Innovation sein.

3D-Drucker sind ein seltsames Phänomen. Sie kehren die Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte um, ...

... wandeln eine Datei in ein physisches Objekt, machen aus Bits Atome.

Der Hype begann im Jahr 2013, als die Firma MakerBot ihren neuesten 3D-Drucker vorstellte, den "Replicator 2".

Erfinder Bre Pettis schaffte es auf die Titelblätter bekannter Magazine, über seinen "Replicator 2" wurde in einem Umfang berichtet, als handle es sich um das neueste Apple-Produkt.

3D-Drucker stellen Objekte her, indem sie Schicht für Schicht Material hinzufügen. Sie bedienen sich einer digitalen Vorlage und verwenden Material wie Plastik, Metall oder Keramik.

In der industriellen Fertigung sind 3D-Drucker allerdings schon seit vielen Jahren im Einsatz, ...

... etwa in der Medizin: Zahnersatz, künstliche Gelenke, Herzklappen - in den letzten Jahren hat die Forschung rasante Fortschritte gemacht. Wenn die Entwicklung im gleichen Tempo weitergeht, könnte der 3D-Druck ein echter Hoffnungsschimmer für viele Patienten sein.

Dieser Hochpräzisions-3D-Drucker der TU Wien kann blitzschnell mikroskopisch kleine Details ausdrucken, und das in drei Dimensionen. Möglich wird das durch die "Zwei-Photonen-Lithographie".

Ein Rennauto wie dieses ist mit dem Wiener 3D-Drucker innerhalb von vier Minuten fertiggestellt. Und gerade mal so groß wie eine Sandkorn. Was nach technischer Spielerei aussieht, kann die Medizin revolutionieren.

Autohersteller und Flugzeugbauer produzieren ebenfalls schon sehr lange per 3D-Drucker Stoßstangen oder Flugzeugteile auf Basis von Kunststoff oder Metallen wie etwa Titan.

Bei den schweren Maschinen unter den 3D-Druckern handelt es sich um echten Schmelzofen-Hightech, in dem im Lasergewitter Hochleistungsteile geschmiedet werden. Das ist faszinierend - für den Otto-Normal-Verbraucher sind diese Geräte aber ebenso unerschwinglich wie überdimensioniert.

Brauchbare Geräte für den Hobbykeller gibt es jedoch mittlerweile schon für weniger als 1500 Euro und die Qualität der Ausdrucke wird immer besser.

Das Geek-Spielzeug 3D-Druck ist auf dem Sprung zum Werkzeug für die Massen.

Theoretisch könnte jeder nach Lust und Laune alle möglichen Dinge am heimischen Rechner entwerfen und gleich vom Drucker fertigen lassen.

Vom Eierbecher, ...

... Spielzeug, ...

... Schmuck, ...

... Lampen, ..

... Möbel, ..

... der eigenen Handprothese bis zum ...

... alten Ford Torino 1971: Alles scheint möglich. Zumindest mit dem nötigen Kleingeld. Denn auch das Druckmaterial, das sogenannte Filament, hat seinen Preis. Kostenpunkt: ab 30 Euro je Kilogramm.

"Wir erleben heute den Aufstieg einer neuen Heimindustrie", schwärmt der US-Journalist Chris Anderson in seinem Buch "Makers". Er spricht vom "Internet der Dinge" und stellt "das Ende für das Industriemodell" in Aussicht.

Auf weltwirtschaftlicher Ebene, so prophezeien manche Experten, werden viele Transportwege für Waren überflüssig - was die Umwelt schonen würde. Die Produkte würden einfach dort hergestellt, wo sie gebraucht werden.

So weit die Fantasie: Doch über viele Prophezeiungen schüttelt Ben Jastram, stellvertretender Leiter des 3D-Labors der Technischen Universität Berlin, den Kopf. Sich alles Mögliche zu Hause selber herstellen? "In naher Zukunft wird es das nicht geben", ist er überzeugt.

Das Problem seien die Produkte: Es seien vor allem Accessoires, die ...

... die Hobbytüftler mit ihren 3D-Drucker herstellten, "für eine Revolution reicht das nicht".

Das sieht Peter Weijmarshausen, dessen New Yorker Institut Shapeways zu den prominentesten Vertretern auf dem Gebiet gehört, völlig anders. Er wagt die kühne Prognose: "3D-Druck wird einen fundamentalen Einfluss auf die Gesellschaft haben - mehr noch als das Internet."

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