Bilderserie

Google von innen: Besuch auf der Serverfarm

Bild 2 von 34
Um sie zu verarbeiten, braucht es Strom. Viel Strom. Zwei Milliarden Kilowattstunden verbrauchen Googles neun Serverparks im Jahr, das ist etwa ein Viertel der Leistung eines Atomkraftwerks. Doch wie sehen sie eigentlich aus, die realen Rechenzentren, auf denen Googles virtuelles Imperium basiert? Bislang wussten das nur diejenigen, die dort arbeiten. (Foto: picture alliance / dpa)

Um sie zu verarbeiten, braucht es Strom. Viel Strom. Zwei Milliarden Kilowattstunden verbrauchen Googles neun Serverparks im Jahr, das ist etwa ein Viertel der Leistung eines Atomkraftwerks. Doch wie sehen sie eigentlich aus, die realen Rechenzentren, auf denen Googles virtuelles Imperium basiert? Bislang wussten das nur diejenigen, die dort arbeiten.

Einfach, schlicht - und damit ungeheuer erfolgreich: Google ist die meistbesuchte Website der Welt, mehr als eine Milliarde Suchanfragen werden täglich an die Google-Server geschickt.

Um sie zu verarbeiten, braucht es Strom. Viel Strom. Zwei Milliarden Kilowattstunden verbrauchen Googles neun Serverparks im Jahr, das ist etwa ein Viertel der Leistung eines Atomkraftwerks. Doch wie sehen sie eigentlich aus, die realen Rechenzentren, auf denen Googles virtuelles Imperium basiert? Bislang wussten das nur diejenigen, die dort arbeiten.

Aus Sicherheitsgründen werden alle Anfragen, die Datenzentren zu besichtigen, abgewiegelt. Fremde zwischen Servern, auf denen Milliarden E-Mails, Bilder, Videos und andere Dokumente liegen? Viel zu gefährlich. Nun öffnet Google erstmals die Pforten - allerdings rein virtuell.

Interessierte können sich jetzt per Street View im Google Data Center in Lenoir, North Carolina umsehen: http://www.google.com/about/datacenters/inside/streetview/

Außerdem hat Google die Fotografin Connie Zhou beauftragt, die Rechenzentren und die Menschen, die dort arbeiten, zu fotografieren. Das Ergebnis ist eine perfekt ausgeleuchtete Inszenierung, die auf der Seite "Where the Internet lives" zu besichtigen ist.

Hallen mit Serverschränken können durchaus ein faszinierendes Motiv abgeben ...

... und sind auch von oben beeindruckend. Hier ein Blick auf das Rechenzentrum in Council Bluffs, das sich auf über 10.000 Quadratmeter erstreckt.

Alles so schön bunt hier - und das hat seinen Grund: Die Leitungen haben verschiedene Farben, damit sie besser zugeordnet werden können. Durch das rosafarbene Rohr etwa fließt Wasser von den grünen Kühleinheiten an einen externen Kühlturm.

Fast geht es unter zwischen den bunten Leitungen: Ein "G-Bike" in den Google-Farben. Die Fahrräder sichern ein schnelles Fortkommen auf dem weitläufigen Gelände.

Google spricht von einem "Serverraum", doch "Serverhalle" passt wohl besser. Für das Gebäude in Finnland wurde nicht wie üblich ein Neubau hochgezogen. Stattdessen stehen die Datenspeicher in den Hallen einer ehemaligen Papierfabrik.

Vorteilhaft war, dass auf eine bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden konnte. Nicht nur räumlich - die Nähe zum kühlenden Wasser des finnischen Meerbusens war überzeugend, - sondern auch baulich. So wurden diese Tanks früher für die Papierherstellung genutzt.

Auch an den Backsteinwänden der Kühlanlage erkennt man noch die Spuren der Vergangenheit.

Nicht alle Leitungen sind bunt. Diese hier kommen zum Einsatz, wenn ein Feuer ausbricht. Sie sind mit gefiltertem Hochdruckwasser gefüllt. Das Löschwasser muss besonders sauber sein, um die Anlage nicht zu verunreinigen.

Das Wasser, das durch diese Leitungen fließt, hat dagegen noch nicht einmal Trinkwasserqualität. In drei der neun Rechenzentren wird, wie hier in Finnland, unverarbeitetes oder Grauwasser für die Kühlung verwendet. Ganz ohne Wasseraufbereitung geht es aber nicht.

Bis zu 900.000 Liter fassen die Lagertanks für das Kühlwasser.

Herrliche Ordnung statt Kabelsalat: Die Ethernet-Switches verbinden das Netzwerk des Rechenzentrums.

Damit die Kabel der Server-Racks schnell und einfach ersetzt werden können, haben sie überall einheitliche Farben.

Die Server dürfen nicht überhitzen. Deshalb führen Hunderte von Lüftern hinter den Server-Racks heiße Luft in eine Kühleinheit ab. Anschließend wird wieder kühle Luft zugeführt. Was hier grün leuchtet, sind die reflektierten Status-LEDs der Server.

Blaue LEDs signalisieren: Allles ist in Ordnung.

Gibt es Probleme, sind die Techniker gefragt: Hier überprüft eine Informatikerin eine überhitzte CPU, ...

... hier warten zwei Techniker die Generatoren.

Ein Blick in die Kommandozentrale in Mayes County, Oklahoma. In der Kontrollstelle behält man den Überblick über das Gebäude und die Energieversorgung.

Auch abseits der Server- und Kühlräume wartet Arbeit. Es müssen beispielsweise Drähte geschweißt oder Rohre zurechtgeschnitten werden.

Hier wird eine Hauptplatine getauscht. Lassen sich kaputte Serverteile nicht mehr reparieren, werden sie auseinandergenommen und recycelt.

Werden Festplatten aus den Servern entfernt, müssen die gespeicherten Daten vollständig gelöscht werden. Das geschieht in einem Sicherheitskäfig. Am Ende steht die physische Zerstörung: Die Festplatte landet im Industrieschredder. Dieser Mitarbeiter in Berkeley County in South Carolina trägt wie viele Kollegen Kopfhörer, um das permanente Summen der Server auszublenden.

Von außen wirken Googles Serverparks meist recht unspektakulär.

Es sei denn, sie werden ins rechte Licht gerückt, so wie hier das Rechenzentrum in Berkeley, ...

... Wassertanks im Abendlicht im belgischen Saint Ghislan ...

... oder das Rechenzentrum in The Dalles, Oregon. Für die neblige Stimmung sorgt der Wasserdampf aus den Kühltürmen.

Das Rechenzentrum in Finnland ist eine von drei Serverfarmen in Europa. Die anderen beiden stehen in Belgien und Irland. Mit seiner Lage direkt am Meer bietet es gewisse Vorteile ...

... etwa beim gemeinsamen Eisfischen ...

... oder nach dem Saunagang. Die Schwitzkammer befindet sich direkt neben dem Konferenzraum. Standard ist die Sauna in Googles Rechenzentren aber nicht.

In Oregon bietet immerhin der Columbia River einen gewissen Freizeitwert.

Apropos Freizeit: Mitarbeiter machen irgendwann Feierabend, doch die Server arbeiten rund um die Uhr. Denn auch wenn die Nutzer schlafen - Google tut es nicht. (Bilder: http://www.google.com/about/datacenters/gallery/#/)

weitere Bilderserien