Dienstag, 02. September 2008
Mit Rabatten nicht gegeizt: DSL-Anbieter auf Kundenfang
Ob Alice, Arcor oder Congstar - verschiedene DSL- und Telefonanbieter versuchen derzeit, mit neuen Rabattaktionen Kunden zu gewinnen. Die angesprochenen Verbraucher sollten die Tarife und Vertragsbedingungen aber genau prüfen, ehe sie eine Unterschrift leisten. "Man muss das Angebot über die ganze Laufzeit sehen", sagte Bettina Seute vom Telekommunikationsportal Teltarif..
Arcor zum Beispiel beschert Neukunden ein Guthaben von 50 Euro, einen kostenlosen WLAN-Router sowie einen Preisnachlass von 10 Euro monatlich über einen Zeitraum von einem halben Jahr. Allerdings bindet sich der Kunde für mindestens 24 Monate an Arcor. Und nach sechs Monaten wird der normale Tarif von 29,95 Euro pro Monat fällig. "Dann ist die Ersparnis schon nicht mehr ganz so groß", sagt Seute.
Auch der Hamburger Telekommunikationsanbieter HanseNet hat ein neues Einstiegsangebot für seine DSL- und Telefonmarke Alice aufgelegt: Wer im September unterschreibt, bekommt ein Jahr lang jeden Monat einen Nachlass von 10 Euro auf die Grundgebühr. Inklusive ist auch der TV-Empfang über den Internet-Anschluss. Die Aktion ist HanseNet zufolge aber an eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten gebunden. Wer diese Bindung nicht wünscht, könne zum Normal-Tarif Alice-Kunde werden.
Die Telekom-Tochter Congstar möchte ebenfalls neue DSL-Kunden gewinnen und versucht etwa, mit dem Wegfall der Einrichtungsgebühr und einem kostenlosen WLAN-Router zu locken. Auch hier ist das Angebot an eine 24-monatige Laufzeit gekoppelt.
Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, denn diese Angebote seien schon recht günstig, sagt Bettina Seute. Die Expertin empfiehlt aber auch, sich etwa darüber zu informieren, welche Regeln im Falle eines Umzuges des Kunden gelten. Kann er den Anschluss kostenlos mitnehmen? Manche Anbieter lassen ihre Kunden dann nicht aus dem Vertrag heraus. "Oder sie machen den Umzug mit dem Anschluss nur möglich, wenn der Kunde für weitere 24 Monate unterschreibt."
Auch wenn die Anbieter mit Flatrates werben, sind mit diesen Pauschalen nicht alle Kosten abgedeckt. Gespräche ins Ausland oder in Mobilfunknetze anderer Anbieter etwa schlagen zusätzlich zu Buche. "Hier gibt es zum Teil große Unterschiede", sagt Seute. Und diese Kosten können auch nicht durch die Wahl eines Call-by-Call-Anbieters umgangen werden. "Call-by-Call ist derzeit nur bei der Telekom möglich."