Es war zu groß, ...Bild 1 von 29 ... zu schwer ...Bild 2 von 29 ... und zu teuer.Bild 3 von 29 3500 Dollar kostete der "bimmelnde Knochen", den Motorola am 13. Juni 1983 auf den Mark brachte. Kein Wunder also, dass es zwischen dem ersten Mobiltelefon und dem Publikum nicht sofort gefunkt hat.Bild 4 von 29 Es wog mit 800 Gramm fast so viel wie eine Flasche Wasser, ...Bild 5 von 29 ... war länger als eine DIN-A4-Seite hoch ...Bild 6 von 29 ... und sonderlich ausdauernd war es auch nicht: Nach weniger als einer Stunde Redezeit ging dem ersten Mobiltelefon schon der Saft aus.Bild 7 von 29 Und so verschwand das erste Handy - von seinen Erfindern auch "Stiefel"-Phone genannt - schnell wieder vom Markt (im Bild schon ein jüngeres Modell). Und dennoch: Kaum ein Gegenstand hat die Welt so sehr verändert wie dieser.Bild 8 von 29 Martin Cooper heißt der Mann, dem wir das Handy zu verdanken haben. Er erinnert sich: "Unser Traum war es, dass eines Tages niemand mehr über ein gewöhnliches Telefon anrufen wird."Bild 9 von 29 Anfang der 1970er Jahre arbeitete der Motorola-Ingenieur an einem mobilen Gerät für den Polizeifunk. Dann klingelte es bei ihm: "Warum nicht Mobilfunk für alle?"Bild 10 von 29 Ein paar Wochen später stand Cooper auf einer Straße in New York und rief mit seinem Prototypen triumphierend die Konkurrenzfirma AT&T an. Es sollte aber noch zehn Jahre dauern, bis das Mobiltelefon klein genug und reif fürs Massenpublikum war.Bild 11 von 29 "Die Leute hielten mich für verrückt, weil ich an ein Telefon dachte, das man einfach in die Tasche stecken kann", erinnert sich Cooper. Inzwischen sind alle Zweifel ausgeräumt: Weltweit hängen 3,3 Milliarden Handys am Netz.Bild 12 von 29 Bis die erste Milliarde erreicht war, dauerte es 20 Jahre, dann ging es rasant: Die zweite Milliarde brauchte nur noch vier Jahre und die dritte sogar nur noch halb so lange.Bild 13 von 29 80 Prozent der Weltbevölkerung hat Anschluss an ein Handynetz. Von den Küsten im Süden Indiens bis zur Spitze des Kilimandscharo - Sendemasten stehen fast überall.Bild 14 von 29 "Das Handy ist revolutionär", sagt Kommunikationsforscher Scott Campbel. "Es hat unser Sozialleben und den Arbeitsmarkt verändert. Es hat neue Kunstformen geschaffen und neue Wege zu beten, aber auch Terroranschläge auszuführen."Bild 15 von 29 Das Telefonieren hat eine neue Bedeutung bekommen, es ist personalisierter. Schließlich ruft man jetzt nicht mehr ein Haus oder ein Büro an, sondern ganz gezielt eine bestimmte Person.Bild 16 von 29 Handygespräche schmieden soziale Bande. Weil die Menschen immer und überall telefonieren können, reden sie auch mehr miteinander. Zum Beispiel die US-Amerikaner: Sie unterhalten sich im Schnitt sieben Stunden im Monat über ihre "Cell Phones".Bild 17 von 29 Nicht immer zur Freude der Mitmenschen, denen Klingeltöne und lautstarke Gespräche in Restaurants, Theatern und Zugabteilen auf die Nerven gehen können. Wer einen Hauch von Anstand besitzt, schaltet sein Handy hier auf "leise" oder am besten ganz aus.Bild 18 von 29 Im Flugzeug ist das Telefonieren bislang verboten, doch das könnte sich bald ändern. Zum Leidwesen der meisten Passagiere. Viele von ihnen freuen sich, dass sie wenigstens über den Wolken unbehelligt bleiben.Bild 19 von 29 Schließlich bedeutet es auch Stress, jederzeit erreichbar, kontrollierbar und abrufbar zu sein.Bild 20 von 29 Mittlerweile ist das Handy weit mehr als ein Kommunikationsmittel. "Multitasking" heißt das Stichwort, in gewisser Weise sind viele Handynutzer heute auch Hobby-Fotografen und Dokumentarfilmer.Bild 21 von 29 So ist Handyfotokunst mittlerweile eine eigene Sparte geworden, die in Konkurrenz zur klassischen Fotografie getreten ist.Bild 22 von 29 Doch das Handy ist vor allem eins: ein Wirtschaftsfaktor. Vor allem jenseits der westlichen Welt hat das Mobiltelefon die Wirtschaft beflügelt. 68 Prozent aller neuen Verträge werden in Entwicklungsländern abgeschlossen.Bild 23 von 29 Die Verbindung ist messbar: Dort, wo zehn zusätzliche Mobiltelefone auf 100 Menschen kommen, steigt das Bruttoinlandsprodukt gleichzeitig um 0,5 Prozent, errechneten Forscher an der "London Business School".Bild 24 von 29 Dabei hilft das Handy vor allem bei der Kleinunternehmens-Gründung. Jeder ist in der Lage, seine Dienstleistung anzubieten, weil er erreichbar ist - egal ob in Manhattan oder in einem indischen Slum.Bild 25 von 29 Auch aus medizinischer Sicht nützt das Handy den Entwicklungsländern: Tuberkulose-Patienten werden an ihre Medikamente erinnert, Tabuthemen wie Sex und Aids können per SMS schriftlich "besprochen" werden.Bild 26 von 29 Das Handy als mobile Krankenschwester, aber auch als Fernseher, Tageszeitung, Navigationssystem, Fotoapparat, Kreditkarte und persönlicher Manager - das Potenzial ist groß.Bild 27 von 29 Geht es nach dem Willen seines Erfinders, soll bald noch mehr drin sein: "Das Telefon sollte irgendwann ein Teil des Menschen werden - vielleicht unter der Haut hinterm Ohr."Bild 28 von 29 Klingt eher abschreckend als verlockend. Trotzdem, bis heute hat es das Handy weit gebracht: Happy Birthday! (Bilder: AP, dpa, pixelio)Bild 29 von 29