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Legal, illegal, scheißegal: Die wildesten Facebook-Partys

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Sieht das nach Party aus? Eigentlich will Merthe doch nur in kleinem Rahmen in ihren 16. Geburtstag reinfeiern. (Foto: picture alliance / dpa)

Sieht das nach Party aus? Eigentlich will Merthe doch nur in kleinem Rahmen in ihren 16. Geburtstag reinfeiern.

Sieht das nach Party aus? Eigentlich will Merthe doch nur in kleinem Rahmen in ihren 16. Geburtstag reinfeiern.

Doch das Mädchen aus den Niederlanden begeht einen folgenschweren Fehler. Sie verschickt die Einladungen per Facebook, markiert die Feier aber nicht als privat.

Die Party im September 2012 eskaliert. Etwa 5000 Menschen kommen nach Haren in der Nähe von Groningen. Hunderte randalieren, plündern Geschäfte und liefern sich Straßenschlachten mit mehr als 500 Polizisten.

Das Ergebnis der Partynacht: mehr als 30 Verletzte und ein Millionenschaden.

Das Haus von Merthes Familie erlangt traurige Berühmtheit. In einem öffentlichen Brief entschuldigt sich das Mädchen bei den Bürgern von Haren.

Den Behörden sind die berüchtigten Partys zunehmend ein Dorn im Auge. Doch vor allem rechtlich ist die Situation schwierig. Polizeieinsätze und Aufräumarbeiten müssen eigentlich die Veranstalter zahlen.

Bei den bisherigen Partys haften jedoch meist nicht die oft unfreiwilligen Veranstalter. "Man will das einem 14- oder 15-jährigen Mädchen oder Jungen nicht aufbürden, nur weil sie ein Häkchen falsch gesetzt haben", sagt ein Polizeisprecher. Die Kosten trägt der Steuerzahler.

Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gibt Facebook eine Mitverantwortung an den Ausschreitungen. Sie fordert, die Grundeinstellungen für die Ankündigung von Partys zu ändern.

Facebook bedauert die Krawalle, sieht aber keine eigene Verantwortung. Die Kennzeichnung einer privaten Party sei einfach, die Nutzer könnten selbst darauf achten. Pläne für strengere Kontrollen gebe es nicht. Auch in Deutschland sorgen Facebook-Partys immer wieder für große Polizeieinsätze.

Im August 2012 wollen zwei 15-jährige Freiburger feiern. Sie haben sturmfreie Bude. Also laden die beiden über Facebook 30 Freunde ein. Doch auch sie vergessen das Häkchen bei privat zu setzen.

Statt 30 kommen schließlich 350 Jugendliche. Sie werfen Flaschen, beschädigen in der Nachbarschaft Autos und Gärten. Nicht nur im Breisgau, ...

... auch im baden-württembergischen Backnag muss die Polizei eingreifen. Weil sich über 22.000 Personen bei einer Facebook-Party anmelden, rät sie im Vorfeld zwar vom Besuch der Feier ab.

Doch die Sause findet trotzdem statt - und gerät völlig außer Kontrolle.

1000 Menschen kommen und feiern ausgelassen. Es gibt mehrere Verletzte und einen Sachschaden von 150.000 Euro.

Vorbild der unangemeldeten Feier ist wie so oft der Film "Project X", ...

... in dem ein von drei Jugendlichen organisierter Abend ausartet.

Auch Horst Seehofer hat Erfahrungen mit Facebook-Partys. Doch seine eigene, die im Mai 2012 in der Münchener Nobel-Disco P1 stattfindet, ist ein kalkuliertes PR-Event.

2500 Menschen sind offiziell eingeladen, aber letztlich kommen nur wenige Hundert.

Das Chaos bleibt aus. Auch bei der nächsten Feier laden die Initiatoren bewusst öffentlich ein. Anlässlich des neuen Alkoholverbots in den Zügen rufen Unbekannte im Dezember 2011 ...

... zum Abschiedstrinken in der Münchener S-Bahn auf. 2000 Jugendliche feiern, ab dem späten Abend jedoch nicht mehr friedlich. Scheiben und Lampen werden zertreten. Am Ende sind 50 Wagen beschädigt.

Auch der CDU-Ortsverband Hasloh (nahe Hamburg) hat eine Facebook-Seite. Bei ihrer Feier wollen die Parteimitglieder im Juli 2011 eigentlich unter sich sein.

Aber auch sie vergessen - dreimal dürfen Sie raten - das Häkchen zu setzen. Weil sich innerhalb kürzester Zeit 3500 Personen anmelden, wird die Party schließlich abgesagt.

Die Notbremse zieht im Juli 2011 auch eine 16-Jährige aus Heusweiler im Saarland. Sie sagt ihre bei Facebook versehentlich öffentlich gemachte Fete kurzerhand ab und fährt mit ihren Eltern weg.

Doch auf die Gastgeberin können die Feierwütigen gut verzichten. 2000 Gäste kommen nach Heusweiler. Randalierer verursachen einen Schaden von 50.000 Euro.

Spontan, unangemeldet und chaotisch feiern: Das kann auch Nordrhein-Westfalen. Zu einer Facebook-Party im Juni 2011 kommen 800 Menschen nach Wuppertal-Ronsdorf.

Die 100 Polizisten sind gnadenlos überfordert. Die traurige Bilanz: 16 Verletzte, 40 Personen in Polizeigewahrsam und drei Festnahmen mit Anzweigen wegen Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Sie glauben, das war der Höhepunkt? Nein, der kommt erst jetzt.

Die "Mutter aller Facebook-Partys" in Deutschland ist die von Thessa aus Hamburg. 15.000 Menschen melden sich im Juni 2011 im Internet bei ihrer Facebook-Party an, die eigentlich privat werden soll.

Thessa sagt daraufhin ihre Feier ab. Trotzdem kommen 1600 Jugendliche. Einige zünden Mülltonnen an und demolieren Autos. 160 Polizisten verursachen allein Personalkosten in Höhe von über 40.000 Euro.

Doch weil Thessa nur aus Versehen einlädt und sich ernsthaft bemüht, den Fehler wiedergutzumachen, bleiben ihr die Kosten erspart. "Und nun ist es schwierig, jemandem die Kosten zuzurechnen", sagt Frank Reschreiter, Pressesprecher der Hamburger Innenbehörde. "Das ist ähnlich wie bei Fußballspielen, wo es im Umfeld zu Ausschreitungen kommt - die auch der Steuerzahler tragen muss."

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