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Vor fünf Jahren veränderte Apple die Welt: Happy Birthday, iPhone!

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Am 9. Januar 2007 stellte Apple-Chef Steve Jobs nach rund zweijähriger Entwicklungsarbeit in San Francisco das erste iPhone vor.

Am 9. Januar 2007 stellte Apple-Chef Steve Jobs nach rund zweijähriger Entwicklungsarbeit in San Francisco das erste iPhone vor.

Am 9. Januar 2007 stellte Apple-Chef Steve Jobs nach rund zweijähriger Entwicklungsarbeit in San Francisco das erste iPhone vor.

Das Smartphone, das via Touchscreen bedient wird, gleichzeitig ein kleiner iPod ist und viele andere Funktionen mittels Apps liefert, erschütterte die Branche. Bis dahin hielt sie ein solches Telefon für nicht machbar.

Die erste iPhone-Generation hat einen mit 412 Megahertz getakteten 667-Megahertz-Prozessor. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist 128 Megabyte groß. Intern bietet es 4, 8 oder 16 Gigabyte Flash-Speicher (ROM). Die Modelle kosteten zwischen 499 und 599 Dollar.

Der Touchscreen des iPhone ist 3,5 Zoll groß, hat 480 x 320 Bildpunkte und bietet eine Pixeldichte von 163 ppi. Die Kamera auf der Rückseite schießt Fotos mit einer Auflösung von 2 Megapixeln.

Cool, oder?

Die PR-Maschine lief perfekt, und die Apple-Fans waren so heiß auf das Mobiltelefon, dass sich schon am Tag vor dem Verkaufsstart am 29. Juni in den USA lange Schlangen vor den Stores bildeten.

Der Andrang war riesig, und vermutlich auch Steve Jobs trotz der perfekt geplanten Werbekampagne vom überwältigenden Erfolg des iPhone überrascht.

Obwohl das Telefon nicht UMTS-fähig war, wurden innerhalb der ersten zwei Verkaufstage rund 270.000 iPhones abgesetzt.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern ging das iPhone am 9. November an den Start.

Die Franzosen durften erst am 28. November die Stores stürmen.

Danach setzte das iPhone auf der ganzen Welt seinen Siegeszug fort.

Im Sommer 2008 kam das iPhone 3G heraus, das jetzt endlich auch die schnellen Mobilfunkstandards UMTS und HSDPA unterstützte.

Dafür musste die Aluminium-Rückseite einem schwarzen Plastik-Deckel weichen. Außerdem machte Apple das iPhone etwas dünner.

Auch das iPhone 3G war für Apple ein großer Kassenschlager.

Doch das alles interessierte bald nur noch am Rande. Denn was schon bei der Präsentation des neuen iPhone deutlich zu sehen war, ließ sich auch durch den obligatorischen schwarzen Rollkragenpullover nicht mehr cachieren.

Steve Jobs war schwer krank und verlor innerhalb kurzer Zeit enorm an Gewicht.

Der damals 53-Jährige versuchte, das Thema klein zu halten, machte bei einer Apple-Show im September 2008 sogar Witze darüber. Was ihm fehlte, verschwieg er jedoch.

Der Abbau ging so rapide, dass sogar die Apple-Aktie auf Talfahrt ging.

Die Gerüchteküche brodelte, man erinnerte sich, dass Jobs im Sommer 2004 ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt wurde.

Schließlich ging er im Januar 2009 an die Öffentlichkeit, um Spekulationen, er habe erneut Krebs, entgegenzutreten. Er habe nur eine Störung im Hormonhaushalt, erklärte er in einem offenen Brief. Bis zum Frühjahr habe er wieder sein altes Gewicht.

Kurze Zeit später gab er bekannt, sich für ein halbes Jahr aus dem Tagesgeschäft zurückzuziehen.

Vorübergehend übernahm Tim Cook das Ruder. Der Chef des operativen Geschäfts war 1998 von Compaq zu Apple gewechselt.

Marketing-Chef Phil Schiller vetrat Jobs am 8. Juni 2009 bei der Präsentation des iPhone 3GS.

Das "S" steht für "Speed", weil Arbeitsgeschwindigkeit und Internetverbindung deutlich beschleunigt wurden. Dafür sorgte unter anderem ein mit 600 Megahertz getakteter Cortex-A8-Prozessor von Samsung.

Die iPhone-Kamera hatte jetzt drei statt wie bisher zwei Megapixel Auflösung. Aufgenommene Videos konnten erstmals auf dem Telefon bearbeitet werden.

Außerdem bot Apple sein Telefon jetzt mit bis zu 32 Gigabyte internen Speicher an, und ein Magnetometer machte das Telefon zum Kompass.

Bis heute ist das 3GS bei Apple im Angebot. Mit nur 8 Gigabyte Speicher kostet es jetzt in Deutschland 369 Euro und ist immer noch ein Verkaufsschlager.

Kaum hatten die Hersteller von Smartphones mit Googles Betriebssystem Android halbwegs konkurrenzfähige Geräte entwickelt, schockte sie ein erstaunlich fitter Steve Jobs am 7. Juni 2010 mit dem iPhone 4.

Apple hatte das 9,3 Millimeter dünne Gehäuse des Telefons völlig neu gestaltet. Vorder- und Rückseite bestehen beim iPhone 4 aus Glas, eingefasst von einem Metallrahmen, in dem die Antennen untergebracht sind.

Die größte Sensation war jedoch der Bildschirm des iPhone 4: Das 3,5 Zoll große Display hat mit 960 x 640 Pixeln (326 dpi) eine doppelt so hohe Auflösung wie der Touchscreen des Vorgängermodells.

Weil das menschliche Auge auf 25 Zentimeter Entfernung keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen kann, nennt Apple den Bildschirm "Retina-Display".

Die Kamera des iPhone 4 löst mit fünf Megapixeln auf, hat einen LED-Blitz und kann HD-Videos aufnehmen.

Auf der Vorderseite baute Apple endlich eine zweite Kamera für Videochats ein. Über den hauseigenen VoIP-Dienst ist die Funktion zwischen iPhone-Besitzern ohne Zusatzkosten nutzbar.

Im iPhone 4 steckt der A4-Prozessor des iPad, Apples erstem und ebenfalls revolutionärem Tablet-Rechner. Der Arbeitsspeicher wurde auf 512 Megabyte verdoppelt und Multitasking ermöglicht.

Seit es das iPhone 4 gibt, heißt das Betriebssystem nicht mehr OS, sonder iOS.

Apple verkaufte in den ersten drei Tagen 1,7 Millionen Smartphones, 700.000 mehr als bei der Einführung des 3GS.

Für Steve Jobs und Apple lief beim iPhone 4 aber nicht alles perfekt. Es gab Lieferprobleme und das weiße Modell kam mit großer Verzögerung auf den Markt, unter anderem weil durch das Gehäuse Licht auf den Kamerasensor fiel.

Außerdem sorgte eine unglückliche Antennen-Konstruktion für Empfangsprobleme.

Nach langem Zögern bot Apple iPhone-4-Besitzern Gratis-Schutzhüllen an, die verhindern sollten, dass die Hand zwei Antennen-Segmente überbrückt.

Die vierte Generation war das letzte iPhone, das Steve Jobs persönlich vorstellte. Sein Gesundheitszustand ließ nach der Präsentation des iPad 2 am 2. März 2011 keine anstrengende Bühnenshow mehr zu.

Am 4. Oktober stellte der neue CEO Tim Cook das iPhone 4S vor. Eine konsequente Weiterentwicklung des Apple-Telefons mit schnellem A5-Doppel-Kern-Prozessor und einer fantastischen 8-Megapixel-Kamera.

Außerdem verhindert ein neues Antennen-Design Empfangsprobleme und Apple bietet jetzt Modelle mit 64 Gigabyte internem Speicher an.

Allerdings gibt es auch beim iPhone 4S ein Problem, das Apple noch nicht richtig in den Griff bekommen hat. Der Akku macht in einigen Geräten sehr schnell schlapp.

Am meisten Aufsehen verursachte aber der neue Sprachassistent "Siri", der über die Suchmaschine Wolfram Alpha Fragen der Nutzer beantwortet. Leider akzeptiert Wolfram Alpha keine deutschen Fragen, weswegen die Funktion in Deutschland nur eingeschränkt nutzbar ist.

Trotzdem macht "Siri" viel mehr Spaß als andere Sprachsteuerungen.

Und das ist manchmal sogar wörtlich zu nehmen.

Tragischerweise wurde die Präsentation des iPhone 4S schon einen Tag später von einer traurigen Nachricht überschattet.

Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011. Er wurde nur 56 Jahre alt.

Gerüchten zufolge soll er bis zuletzt an einem neuen iPhone gearbeitet haben. Vermutlich wird es ganz anders aussehen als das iPhone 4S, größer und schneller sein und eine Rückseite aus Metall haben.

Wie Apple seine Modell-Reihe tatsächlich ergänzt, wird aber wahrscheinlich frühestens im Sommer zu sehen sein. Die Fans sind aber sicher: Apple wird sie nicht enttäuschen. (Text: Klaus Wedekind)

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