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"Medal Of Honor: Warfighter" bietet viel Pathos, aber wenig Neues: Platz da, hier kommt der Elitesoldat!

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Was jetzt kommt, ist nichts für Zartbesaitete. (Foto: picture alliance / dpa)

Was jetzt kommt, ist nichts für Zartbesaitete.

Was jetzt kommt, ist nichts für Zartbesaitete.

Für Pazifisten und Wehrdienstverweigerer.

Was jetzt kommt, trieft vor Pathos.

Und Waffen sind auch im Spiel.

Erinnern Sie sich noch? 2009 enterten somalische Piraten den US-amerikanischen Frachter Maersk Alabama.

In einer spektakulären Rettungsaktion befreite eine US-Spezialeinheit schließlich den Kapitän.

Sie wollen diesen Einsatz nachspielen? So als wären Sie selbst ein richtiges Mitglied der Eliteeinheit Navy SEALs?

Dann herzlich willkommen bei Medal Of Honor: Warfighter, dem 12. Teil der bekannten Videospielreihe.

Schon seit 1999 schickt Electronic Arts die Freunde des gepflegten Ego-Shooters zu Spezialeinsätzen in die unangenehmen Ecken dieses Planeten.

"Erfahren Sie, wie es sich anfühlt, ein Elitesoldat zu sein. Schreiben Sie Zeitgeschichte weiter" - damit bewerben die Entwickler ihr Spiel.

Warfighter ist Krieg in Hochglanzoptik. Dank der Frostbite Engine weiß das Spiel vor allem durch seine hochauflösende Grafik zu gefallen.

Aber Vorsicht! Die Navy SEALs werden nicht gebraucht, um die schöne Landschaft anzugucken. Dafür ist die Lage zu ernst.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Tom Preacher. Zwischensequenzen zeigen den Soldaten zwischen seinen Einsätzen. Sie versuchen, dem Spiel einen persönlichen Anstrich zu verleihen. Auf diese Neuheit ist Electronic Arts besonders stolz.

Die Spielefirma gibt an, die emotionale Geschichte sei von echten Elite-Soldaten geschrieben worden (dazu später mehr). Die Story gebe intime Einblicke in die Entbehrungen von Soldaten. Tatsächlich liegt der deutliche Fokus des Spiels ...

... natürlich auf dem Schlachtfeld.

Preacher reist mit seiner Elitetruppe quer um den Globus. Pakistan, Philippinen, Jemen und Bosnien-Herzegowina sind nur einige der der Krisenregionen, in die der Spieler geführt wird.

Aber so verwegen das klingen mag: Eine strukturierte und nachvollziehbare Handlung ist bei so vielen geografischen Sprüngen tatsächlich kaum mehr möglich.

Ein weiteres Ärgernis: In puncto Spielablauf geht das Spiel keine neuen Wege. Wer Innovation erwartet, wird enttäuscht.

Gemeinsam mit seinen Kameraden ballert sich Preacher durch den wie üblich vorbestimmten und wenig abwechslungsreichen Level-Parcours.

Für Auge und Ohr ist das Spektakel üppig und aufwändig in Szene gesetzt, ...

... moralisch gewohnt kompromisslos und ...

... waffentechnisch sicherlich auf der Höhe der Zeit. Aber im Großen und Ganzen hat sich bei Medal Of Honor im Jahr 2012 nicht viel verändert.

Und ob es wirklich so authentisch ist, dass man sich bei den Kollegen unbegrenzt Munition holen kann, darf auch bezweifelt werden.

Aufsehen erregt das Spiel diesmal fast ausnahmslos in der Außenwahrnehmung.

Einige Navy SEALs arbeiteten als Berater bei der Entwicklung von "Warfighter" mit. Sie kassierten saftige Strafen, als sich herausstellte, dass sie Dienstgeheimnisse an die Entwicklerfirma Danger Close weitergegeben hatten.

Electronic Arts reagierte auf die Vorwürfe kühl. "Es gibt keine Pläne, 'Medal of Honor: Warfighter' zurückzurufen", sagte EA-Sprecher Peter Nguyen. "Wir haben keine Pläne, die Inhalte, an denen die Veteranen beteiligt waren, zu ändern. Wir geben keinen weiteren Kommentar ab."

Schon das Erscheinen des Vorgängers hatte im Jahr 2010 für einen Skandal gesorgt. Dass der Spieler im Afghanistan-Krieg kämpfen und im Multiplayer-Modus sogar die Seite der Taliban einnehmen konnte, ...

... führte in vielen Ländern zu einer Verbotsdiskussion. Auch wenn EA die Taliban in einem späteren Update umbenannte, war das sicher keine schlechte Publicity.

Bedrückender dürfte für die Macher der beliebten Serie aber etwas anderes sein.

Ihr neues Werk zeigt erneut: Die virtuellen Widersacher Call Of Duty und ...

... Battlefield sind längst vorbeigezogen. Medal Of Honor suhlt sich noch immer ...

... im Ruhm vergangener Tage. Der nächste Teil muss jedenfalls deutlich mehr bieten. Sonst kommt auch für die Navy SEALs jede Hilfe zu spät.

Medal Of Honor: Warfighter ist erschienen für PC, PS3 und X360 und ab 40 Euro erhältlich (Danger Close / Electronic Arts).

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