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Technik

Putz die Platte!: Vinyl mit digitalem Glanz

 
Putz die Platte!: Vinyl mit digitalem Glanz

Haben Sie noch Schallplatten?

Vielleicht sogar richtig viele?

Einige Ihrer Scheiben sind echte Raritäten ...

... und sie sind Ihnen richtig ans Herz gewachsen.

Vielleicht verbinden Sie mit ihnen auch ein paar schöne Kindheitserinnerungen.

Damit ihre wertvollen Stücke nicht vor die Hunde gehen ...

... und bald so aussehen wie dieses schrecklich zugerichtete Exemplar ...

... legen Sie Ihre Lieblinge nur noch bei ganz besonderen Anlässen auf ...

und gehen gaaanz, gaaanz vorsichtig mit ihnen um.

Aber selbst mit den besten Plattenspielern und den feinsten Abtastsystemen wird bei jedem Abspielen etwas Vinyl abgerieben und der Klang ein wenig schlechter.

Was kann man also tun, um die Vinyl-Schätzchen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken?

Ideal wäre es, die Songs auf MP3-Playern ...

... oder CDs zu speichern. Dann könnte man sie so oft abspielen wie man will.

Ja , aber ist das technisch überhaupt machbar?

Aber klar doch, das ist sogar kinderleicht.

Sie brauchen dazu nur einen Plattenspieler, ...

... einen Computer, ...

... einen Vorverstärker ...

und natürlich Software.

Das derzeit beste Programm zur Digitalisierung von Schallplatten ist Music Cleaning Lab von Magix. Die aktuelle Version 15 kostet rund 40 Euro, ...

... mit USB-Vorverstärker gibt's "Retten Sie Ihre Schallplatten!" für 80 Euro.

Mit dem Programm digitalisieren Sie Ihre Plattensammlung im Handumdrehen und ...

... reinigen die Songs von hässlichen Knacksen, Knistern und Rauschen.

Nachdem Sie alle Komponenten fachgerecht installiert haben, kann's losgehen.

Für "Profis" bietet die Software sehr viele manuelle Einstellmöglichkeiten. Wir begnügen uns aber mit der Programmautomatik, die bei normal und auch etwas stärker abgenutzten Platten hervorragende Ergebnisse liefert.

Beim Programmstart öffnet sich ein Fenster, in dem Sie zwischen drei Import-Möglichkeiten wählen können. Klicken Sie auf "Aufnehmen".

Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie den Aufnahmepegel einstellen können.

Achten Sie darauf, dass als Quelle "Platte" eingestellt ist und die "Automatische CD-Trackerkennung" aktiviert ist. So kann das Programm die einzelnen Songs erkennen und markieren. Ohne diese Einstellung erhalten Sie pro Plattenseite eine Datei.

Bei "Dateipfad" sollten Sie einen Ordner auf einem Laufwerk wählen, das genug Speicherplatz hat.

Klicken Sie "Pegelautomatik" an und starten Sie die Wiedergabe an einer lauten Stelle (Gesang) der Platte. Warten Sie einige Sekunden, bis der Pegel eingestellt ist, dann klicken Sie auf OK.

Jetzt legen Sie die Nadel auf den Anfang der Platte, starten die Wiedergabe und klicken auf "Aufnahme". Wenn die Platte zu Ende ist, drücken Sie auf "Stop" und schließen das Fenster.

Das Resultat sehen Sie dann in der Aufnahmespur. Hier ein einzeln aufgenommenes Stück.

Sie können auch mehrere Aufnahmen hintereinander machen. So sieht's aus, wenn mehrere Songs auf der Spur sind.

Um Knistern, Knacksen, Rauschen etc. zu entfernen, klicken Sie auf "Cleaning" und danach auf "Automatisch einstellen".

Nach einem Klick auf "Analysieren" legt das Programm selbstständig los, analysiert das Material und errechnet Effektvorgaben für die Reinigung.

Wenn Sie auf "OK" klicken, sehen Sie das Ergebnis der Analyse, das Sie einfach übernehmen können.

In den meisten Fällen können Sie den Menüpunkt "Mastering" überspringen, denn die Toningenieure wussten auch vor einigen Jahrzehnten schon sehr genau, was Sie taten. Nichtsdestotrotz können Sie mit einigen Einstellungen experimentieren.

Falls Sie Songs aus verschiedenen Quellen haben, ist gewöhnlich deren Lautstärke unterschiedlich. Mit der Stapelverarbeitung können Sie sie in einem Rutsch angleichen.

Nachdem Sie die Songs im linken Fenster ausgewählt haben, klicken Sie auf "Hinzufügen".

Danach klicken Sie auf "Effekte" und markieren "Normalisieren auf". Im rechten Fenster können Sie noch weitere Effekte hinzufügen. Dann klicken Sie auf "Starten" und schließen das Fenster, wenn die Bearbeitung beendet ist.

Manchmal ist die automatische Trackerkennung überfordert und setzt zu viele oder zu wenige Marker. Deshalb klicken Sie jetzt auf den Trackmarker-Assistenten.

Hier sehen Sie, welche Marker gesetzt wurden, und können sie löschen oder verschieben.

Wenn Sie zufrieden sind, klicken Sie auf "Übernehmen".

Wenn ein Marker fehlt, können Sie ihn in der Audiospur setzen, indem Sie die Stelle auf der grauen Zeitleiste anklicken, das Menü mit der rechten Maustaste öffnen und "Track Marker setzen" wählen.

Wenn alle Marker korrekt sitzen, sind Sie bereit fürs "Exportieren".

Nach einem Klick auf "Datei" können Sie Ihre Aufnahmen als MP3 speichern. Dazu wählen Sie bei "Suchen in" einen Ordner aus, klicken bei "Dateityp" auf den kleinen schwarzen Pfeil und wählen das Format aus.

Achten Sie unbedingt darauf, dass "Jeden Track in eine eigene Datei mit Namen" markiert ist. Dann klicken Sie auf "Format Einstellungen".

Um eine vernünftige Klangqualität zu gewährleisten, sollten Sie unter "Ausgabeformat" mindestens 256 kBit einstellen und bei der "Encoderqualität" "Highest" wählen.

Schließen Sie das Fenster und klicken Sie auf "Exportiere".

In der aktuellen Version 15 von Cleaning Lab können Sie statt MP3 auch FLAC als Format wählen, das neuere MP3-Player abspielen können. Hier übernehmen Sie einfach die Voreinstellungen.

Wenn Sie Ihr Projekt direkt brennen wollen, klicken auf " Audio CD" oder "Audio DVD" und dann "Brenne auf CD/DVD". Das war's.

All das können Sie übrigens auch mit Ihren alten Musikkassetten machen.

Dazu schließen Sie statt eines Plattenspielers einfach einen Kassettenrekorder oder ein Kassettendeck an den Vorverstärker an.

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