Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
FR 8° / 23°
SA 9° / 23°
Unterhaltung

"Es gibt nichts zu bereuen": 40 Jahre Porno-Queen Dolly Buster

 
"Es gibt nichts zu bereuen": 40 Jahre Porno-Queen Dolly Buster

Man nehme eine Frau, die um jeden Preis bekannt werden will, …

… etwas blonde Haarfarbe, …

… eine ordentliche Portion Plastik …

… und lasse sich einen unglaublich genialen Künstlernamen einfallen.

Und aus der jungen Tschechin Katja-Nora Dvorakova …

… wird Dolly Buster, Deutschlands bekannteste Porno-Queen.

Bekannt durch aufgemotzte Brüste und jede Menge Ferkeleien, kann man also ohne rot zu werden sagen.

"Es gibt nichts zu bereuen. ...

... Es gab immer nur den einen Weg. ...

... Ich wollte bekannt werden", gestand die ehemalige Pornodarstellerin Anfang 2009 der "Süddeutschen Zeitung".

Das hat sie auch geschafft: 98 Prozent der Deutschen kennen Dolly Buster.

Nun feiert die "umtriebige Blondine" (Selbstbeschreibung) ihren angeblich 40. Geburtstag als Katja-Nora Baumberger, wie sie im amtlichen Melderegister steht.

Zum Beweis schickte sie gar Kopien ihres Personalausweises an die Nachrichtenagenturen (wir glauben es Ihnen auch so, Frau Buster!).

Auch wenn Teile von Ihnen bestimmt deutlich jünger sind.

"Ich wusste als kleines Mädchen, dass ich ein Star werden will. Das war, was wichtig war. Dafür habe ich alles getan.", hat Buster der "SZ" auch noch gestanden.

Getan hat sie in der Tat viel dafür. Was alles, das will man sich gar nicht vorstellen. Kommerzielle Beischlaf-Dokumentationen eben.

Nur so viel sei verraten: Viele Filmtitel aus dieser Zeit haben etwas mit einem ihrer beiden Namensteile zu tun.

"Natürlich wirkten ihre Formen anfangs als Katalysator für den Aufstieg", steht dann auch tatsächlich in der Biografie des "Männertraums mit den galaktischen Maßen" auf ihrer Homepage.

Mit Hilfe dieser "Formen" schläft sich Dolly Buster als Pornodarstellerin bis ganz nach oben und schafft es als Aushängeschild der Pornoindustrie 1992 auf das Cover des Magazins "Stern".

Das war der nationale Durchbruch und der Beginn von Busters Karriere auch in den vermeintlich anständigen Medien. "Ich habe erst angefangen zu leben, als ich bekannt war", sagt sie selbst.

Mit zunehmender Berühmtheit entdeckt Frau Buster immer neue Qualitäten in sich – ein wahres Multitalent tritt zutage. Schauspielerin, Sängerin, Autorin - und schließlich erfüllt sich mit der Malerin auch ein alter Kindheitstraum:

"Ich ging schon als Jugendliche in Prag zur Kunstschule, aber nur kurz. Ich ließ es wieder, weil mir der Weg mit der Straßenbahn zu weit war", erklärt sie.

Der Branche mit dem Schmuddelimage bleibt sie aber trotz ihrer neu entdeckten Talente erhalten, auch nach dem Ende ihrer aktiven Zeit vor der Kamera seit 1997. Sie wird Produzentin, Geschäftsfrau, heiratet ihren Entdecker und Produzenten Dino Baumberger und gemeinsam etablieren sie Dolly Buster als Marke.

Ihr größtes Anliegen bleibt: "Ich will nicht vergessen werden." Also arbeitet sie dafür und beginnt mit ihrer zweiten Karriere in den Medien. Kommerziell geschickt bleibt sie dabei aber immer ihrem anrüchigen Porno-Image verbunden.

So heißen ihre Kriminalromane "Hard Cut" und "Tiefenschärfe", ihre CDs "Make love" oder "Schöner fremder Mann". Bei Buster wird der Porno nicht vergessen, sondern schwingt in jedem neuen Produkt ein bisschen mit. Das ist der Trick und garantiert den kommerziellen Erfolg.

Buster macht das volle deutsche Unterhaltungsprogramm mit: Kleine Rollen in zweitklassigen Komödien ("Voll normaaal"), Auftritte in Fernsehshows von Stefan Raab bis Harald Schmidt, Promi-Dinner und das absolute Muss für Promis aus den hinteren Reihen: Der Gang ins Dschungelcamp.

Den Auftritt bricht sie aber vorzeitig ab und bereut ihn auch, "da macht man sich nur lächerlich", hat sie gemerkt. Sie lasse sich zu oft zu Sachen überreden.

2002 entdeckt die "engagierte Blondine" (Selbstbeschreibung) noch ein Talent an sich: Die Politikerin. Buster macht Wahlkampf für die damalige 18-prozentige Spaßpartei FDP: "Denken Sie auch drei Mal am Tag an Sex? Dann denken Sie doch gleich lieber an die 18", wirbt sie in einem Fernsehspot.

Nach einer erfolglosen Kandidatur für die Europawahl 2004 in ihrer tschechischen Heimat wird sie im Juli 2009 noch einmal gegen ihren Willen in die Politik gezogen.

In ihrem Weseler Heimatbezirk Obrighoven-Lackhausen sucht die Unabhängige Weseler Wählergemeinschaft noch händeringend Kandidaten und bittet das Ehepaar Baumberger um Unterstützung. Sie unterschreiben – unwissentlich – ihre Kandidatur. Der Stadtrat bleibt Buster aber erspart (oder war es umgekehrt?), zumal sie die Wähler aufgerufen hatte, sie bloß nicht zu wählen.

Umso mehr Zeit bleibt für ihre künstlerischen Talente. Vor allem dem Malen hat sie sich in jüngster Zeit verschrieben. Ein Schelm, wer jetzt Böses denkt: Mit dem Pinsel kann sie bestimmt geschickt umgehen. (Text: tis)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.