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Samstag, 01. Dezember 2007

65 feministische Jahre!: Alice Schwarzer

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Udo Jürgens mag ihre "imponierende Intelligenz", ...

Udo Jürgens mag ihre "imponierende Intelligenz", ...

Udo Jürgens mag ihre "imponierende Intelligenz", ...

... Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ihre Hartnäckigkeit, ...

... Alfred Biolek ihren Humor.

Alice Schwarzer, die bekannteste deutsche Feministin, ...

... wird von vielen für ihre Verdienste um die Gleichberechtigung der Frau geschätzt und gelobt.

In ihrer Anfangszeit war das ganz anders.

Die Frauenrechtlerin kämpft seit vier Jahrzehnten für ihre Geschlechtsgenossinnen und bricht mit ihrer Zeitschrift "Emma" seit 30 Jahren Tabus.

Für die Jüngeren sei heute kaum noch vorstellbar, "welches Maß an Häme und Aggression" ihr und ihren Mitstreiterinnen einst entgegenschlug, ...

... erinnert sich die Kölner Publizistin, die am 3. Dezember 2007 65 Jahre alt wird.

Während sich andere mit Mitte 60 zur Ruhe setzen, ...

... krempelt die streitbare Journalistin weiter die Ärmel hoch.

In ihrem jüngsten Buch "Die Antwort" ermutigt Schwarzer die Frauen, nicht locker zu lassen ...

... und sich auf den erkämpften Errungenschaften keinesfalls auszuruhen.

Prostitution, Pornografie, Diätwahn, die Unterdrückung muslimischer Frauen ...

... der Galionsfigur der Frauenbewegung sind noch viele Missstände ein Dorn im Auge.

"Die Erfüllung unseres Anliegens ist, trotz gewaltiger Fortschritte, nicht in Sicht", betont Schwarzer im Jubiläumsband "Emma, die ersten 30 Jahre".

Mit der Zeitschrift, die sie auch ihr "Kind" nennt, ist ihr Name untrennbar verbunden.

Vor gut 30 Jahren hatte sie die feministische Zeitschrift gegründet.

Von vielen wurde das Blatt belächelt, ...

... von einigen attackiert, ...

... so mancher sagte "Emma" einen "baldigen Tod" voraus.

Aber zahlreiche Frauen griffen zu den Heften.

Rund 57 Prozent aller Deutschen kennen die Zeitschrift (und lesen sie nicht wegen ihrer tollen Kochrezepte), ...

... auch wenn die verkaufte Auflage 2006 auf knapp 40.000 Stück (2001: 53.000) gesunken ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert im "Emma"-Jubiläumsband zu "dreißig Jahren für die Gleichstellung von Mann und Frau", ...

... "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust sieht eine "glänzende publizistische Erfolgsgeschichte".

Doch Herausgeberin Schwarzer erinnert sich auch lebendig an die Zeiten, ...

... in denen sie als "Tucke", ...

... "Ziege" ...

... oder "Männerschreck" tituliert wurde.

"Es hätte für mich auch in der Resignation enden können", sagt sie rückblickend.

Zugleich habe sie aber "überwältigend viel" erreicht, wozu auch die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gehöre.

(Sorry, dieses Foto aus der letzten "Wetten, dass ...?"-Sendung konnten wir uns nicht verkneifen. Immerhin beweist es, dass Alice Schwarzer zwar nicht Rock'n'Roll tanzen kann, aber viel Humor hat!)

Schwarzer, die in Wuppertal als Tochter einer ledigen Mutter bei den Großeltern aufwuchs, ging nach Handelsschule und abgebrochener kaufmännischer Lehre nach Paris, ...

... lernte Fremdsprachen, ...

... arbeitete für die "Düsseldorfer Nachrichten" ...

... und absolvierte - zurück in Frankreich - ein Psychologie- und Soziologiestudium.

Schon in Paris engagierte sie sich in der Frauenbewegung.

Mitte der 70er Jahre machte Schwarzer ein TV-Duell mit der Anti-Feministin Esther Vilar in Deutschland schlagartig bekannt.

1975 schrieb die Feministin den Bestseller "Der kleine Unterschied und seine Folgen" über die Rolle der Sexualität im Machtkampf der Geschlechter und löste damit heftige Diskussionen aus.

Die Publizistin legte sich 1978 juristisch mit dem "Stern" an, dem sie vorwarf, Frauen auf den Titelseiten zu bloßen Sexualobjekten zu degradieren. Sie verlor den Prozess.

Ebenso viel beachtet war Schwarzers Kampagne gegen Pornografie und Erniedrigung von Frauen ab 1987.

Zu den bekanntesten Büchern Schwarzers gehören Biografien über Romy Schneider, Marion Gräfin Dönhoff und Simone de Beauvoir.

Die Schriftstellerin, die Chefin des feministischen Archivs und Dokumentationszentrums "Frauen-MediaTurm" in Köln ist, ...

... kann sich mit zahlreichen Auszeichnungen schmücken. In diesem Fall nicht mit einem Günter, sonder ebenfalls mit einem Bambi.

... Sie ist "Journalistin des Jahres" (2005), ...

... hat den Staatspreis NRW erhalten, ...

... und sie ist auch Bundesverdienstkreuz-Trägerin.

Und das wird nicht die letzte Auszeichnung gewesen sein.

Wir sind gespannt, was wir in Zukunft von Alice Schwarzer hören werden.

Herzliche GlückwünschInnen! (Fotos: dpa / AP)

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