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11. September 2001: Das 9/11-Drama im Kino

 
Dieses Bild ging um die Welt: Ein Passagierflugzeug schlägt in den Nordturm des World Trade Centers ein. Lange gilt es als das einzige Bild, das den ersten Einschlag am 11. September 2001 zeigt.

Dieses Bild ging um die Welt: Ein Passagierflugzeug schlägt in den Nordturm des World Trade Centers ein. Lange gilt es als das einzige Bild, das den ersten Einschlag am 11. September 2001 zeigt.

Die Szene stammt aus dem Film "11. September" (Paramount Home Entertainment), gedreht von den französischen Dokumentar-Filmern Gedeon und Jules Naudet.

Die beiden wollen eigentlich New Yorker Feuerwehrleute bei der Routine-Arbeit begleiten, als das Unfassbare geschieht. Nach dem Einschlag filmen die Brüder die hektische Arbeit von Polizei und Feuerwehr.

Es entsteht ein einmaliges Dokument. Über die Ankunft an der Nordturm-Lobby, den Versuch, eine Kommandozentrale aufzubauen, über technische Probleme mit dem Funk. Und auch über die Menschen, die aus dem Turm in den Tod stürzen.

Die Dokumentation erhält zwei "Emmys". Beim deutschen Fernsehpreis gewinnt der Film den Preis als "Bestes internationales Programm".

"11'09''01 - September 11" (Movienet) ist ein Episodenfilm über das verheerende Attentat. Er entsteht 2002.

Die Produzenten Nicolas Mauvernay und Jacques Perrin bitten elf Filmemacher aus aller Welt, einen Kurzfilm für den 11. September zu drehen.

Es gibt keine Beschränkung bezüglich Inhalt und Form. Jedoch gibt es eine Bedingung: Die Filme sollen 11 Minuten, 9 Sekunden und ein Bild lang sein.

Durch die inhaltliche Freiheit für die Regisseure ergibt sich ein internationales Gesamtbild über den Schreckenstag. Einige Beispiele:

Der Beitrag von Mira Nair aus Indien. Ein indienstämmiger Amerikaner ist nach den Anschlägen verschwunden und wird verdächtigt, Attentäter gewesen zu sein. Er ist es nicht - vorher jedoch entlädt sich an seiner Mutter der Zorn.

Für Frankreich hat Claude Lelouch gedreht. Eine gehörlose Französin will sich von ihrem New Yorker Freund trennen und schreibt ihm einen Abschiedsbrief. Von den Anschlägen erfährt sie erst, als ihr Freund aus dem Inferno nach Hause kommt.

Mexiko. Regisseur Alejandro Inarritu zeigt überwiegend einen schwarzen Bildschirm. Nur die Stimmen der Reporter sind zu hören. Der Zuschauer beginnt, die bekannten Bilder aus seinem Kopf den Kommentaren zuzuordnen.

In Jerusalem gibt es einen Anschlag mit einer Autobombe. Eine junge Fernsehjournalistin gibt alles, um darüber zu berichten. Doch als die Anschläge in Amerika bekannt werden, interessiert sich niemand mehr für ihre Arbeit. Ein nachdenklich stimmender Kurzfilm, gedreht von Amos Gitai aus Israel.

Im amerikanischen Beitrag lässt Regisseur Sean Penn den Oscar-Preisträger Ernest Borgnine einen alten Witwer spielen. Dieser lebt nur in den Erinnerungen an seine Frau. Als die Türme in Manhattan zusammenstürzen, fällt wieder Licht auf die Blumen seiner Frau. Und beginnen zu blühen.

Michael Moore, Schwergewicht in der Filmbranche, Schrecken der Bush-Administration.

2004 erscheint sein Film "Fahrenheit 9/11". Pünktlich zur Präsidenten-Wahl in den USA.

Seine polemische Dokumentation stößt nicht nur in Amerika, sondern...

...auch in Deutschland...

...und im Iran auf großes Interesse.

Moore schildert die Politik der Bush-Regierung nach dem 11. September.

Unter anderem beleuchtet er auch die Geschäftsverbindungen zwischen der Bush-Familie und Mitgliedern der Bin-Laden-Familie.

"Fahrenheit 9/11" spielt über 220 Mio US-Dollar ein und...

...bringt Moore diverse Auszeichnungen. Hier die Goldene Palme 2004.

George W. Bush wird, neben Halle Berry, wegen seiner Auftritte in dem Film für die "Goldene Himbeere" nominiert. Als "schlechtester Schauspieler des Jahres".

Auf nach Hollywood. Fünf Jahre nach der Katastrophe scheint es einigen Regisseuren Zeit zu sein, das Thema in Spielfilmen umzusetzen. "Flug 93" (Universal) ist ein Film von...

...Paul Greengrass, hier bei den Dreharbeiten. Er erzählt die Geschichte der United Airlines-Maschine 93, in der die Passagiere versuchen,...

...die Entführer zu überwältigen. Letztlich jedoch stürzt das Flugzeug ab. Allerdings ohne zu einer Waffe gegen ein weiteres Gebäude geworden zu sein.

Die Dialoge und das Schauspiel sind oft improvisiert. So will Greengrass dem Zuschauer das Gefühl der Beklommenheit vermitteln.

Er dreht mit relativ kleinem Budget: 15 Mio US-Dollar.

Viele US-Kinos nehmen vor der Premiere den Trailer aus dem Programm, denn Kinobesucher laufen dabei weinend aus dem Saal.

Außerdem hagelt es Kritik. Viele Amerikaner meinen, für einen solchen Film sei es zu früh.

Andere halten den Zeitpunkt für gut, es werde Zeit für Hollywood, sich dem schwierigen Thema zu widmen.

Das passiert auch mit "World Trade Center" (Universal). Der Film mit...

...Nicolas Cage und Michael Pena in den Hauptrollen kommt im Herbst 2006 in die Kinos.

Oliver Stone erzählt die Geschichte der Anschläge aus der Sicht der beiden New Yorker Polizisten John McLoughlin und William Jimeno.

Nach offiziellen Angaben sind die beiden die zuletzt gefundenen Überlebenden des 11. Septembers.

Bei der Rettungsaktion, an der die beiden teilnehmen, werden sie verschüttet.

Für die Angehörigen beginnen angstvolle Stunden des Wartens.

Gedreht wird "World Trade Center" in New Jersey und New York selber.

Die Bilder aus dem Film ähneln erschreckend denen...

... der tatsächlichen Katastrophe.

Jedoch erhält Stone nicht von allen Überlebenden der Katastrophe Unterstützung.

Das Thema solle kommerziell nicht ausgenutzt werden.

Und auch hier das bekannte Argument, für einen solchen Film sei es zu früh oder...

... die Geschehnisse seien schlicht nicht darstellbar.

Ob diese Kritik berechtigt ist, entscheidet sich auch an den Kinokassen.

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