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Sonntag, 14. August 2016

Schönheitskönigin, Sensations-Oscar, Bond-Girl, Flop-Filme: Das Auf und Ab der Halle Berry

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"Ich hatte noch nie eine Geburtstagsparty. Ich hatte wahrscheinlich eine als Kind, aber kann mich nicht daran erinnern", erzählte Halle Berry im Sommer 2015. (Foto: Rich Fury/Invision/AP)

"Ich hatte noch nie eine Geburtstagsparty. Ich hatte wahrscheinlich eine als Kind, aber kann mich nicht daran erinnern", erzählte Halle Berry im Sommer 2015.

"Ich hatte noch nie eine Geburtstagsparty. Ich hatte wahrscheinlich eine als Kind, aber kann mich nicht daran erinnern", erzählte Halle Berry im Sommer 2015.

Da könnte man annnehmen, dass auch der 50. Geburtstag der Schauspielerin am 14. August 2016 eher ruhig und bescheiden ausfällt. Auch sonst ...

... ist es spätestens seit ihrer Rolle in Tom Tykwers Romanverfilmung "Cloud Atlas" von 2012 ruhig geworden um die Frau, ...

... die zehn Jahre zuvor in der Filmwelt ein kleines Beben ausgelöst hatte: Als erste Afroamerikanerin gewann Berry 2002 den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "Monster's Ball" (2001, hier mit Billy Bob Thornton).

Ihre Dankesrede hielt sie unter Freudentränen. Der Preis für sie weckte Hoffnungen, dass es mit der Benachteiligung von Schwarzen in Hollywood endlich vorbei wäre.

Weit gefehlt: Erst im Februar 2016 waren bei der weltweit wichtigsten Filmpreisverleihung zum zweiten Mal in Folge keine Schwarzen in den vier begehrten Schauspielerkategorien nominiert worden. Das rief viele Proteste und Boykottaufrufe hervor.

Berrys Worte, die den Oscar "für namenlose, noch unbekannte Farbige, die jetzt eine Chance bekommen", in Empfang genommen hatte, und die "eine Tür aufgestoßen" sah, scheinen fast wirkungslos verklungen zu sein.

Vorbestimmt war die Schauspielkarriere der aus Cleveland (Ohio) stammenden Berry, die ihren Vornamen dem "Halle Brothers"-Kaufhaus verdankt, nicht gerade. (Berry 1986 bei der Wahl zur "Miss USA Pageant")

Erst versuchte sie sich im Journalismus, startete dann aber eine Laufbahn als Model und machte etwa Werbung für einen Kosmetikhersteller.

Sie nahm an mehreren Schönheitswettbewerben teil und wurde unter anderem "Miss Ohio" im Jahr 1986. Bei der Wahl zur "Miss America" schaffte sie es 1986 auf Platz zwei. Bei der "Miss World"-Wahl, an der sie als erste Afroamerikanerin teilnahm, kam sie immerhin auf Platz vier.

In Spike Lees Drama "Jungle Fever" von 1991, mit dem sie in dem Jahr auch liiert war (hier beide 2002) spielte sie schließlich ein drogenabhängiges Mädchen, doch ihre Karriere als Schauspielerin kam nur schleppend in Gang.

Mit Mitte 30 hatte sie den Sprung zu großen Hollywood-Produktionen dann geschafft.

Bis heute markierte die Zeit um die Jahrtausendwende den Höhepunkt im filmischen Schaffen Berrys: mit "X-Men" (2000) an der Seite von Patrick Stewart ...

... und "Passwort: Swordfish" (2001) zusammen mit John Travolta und Hugh Jackman war Berry in Blockbustern zu sehen.

In "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag" brachte sie es 2002 zum Bond-Girl an der Seite von Pierce Brosnan.

Der Bikini, den sie in "Die Another Day" trug, ...

... schaffte es sogar in eine Ausstellung - die zu "007 - Fifty Years of Bond Style" in London im Jahr 2012.

Als sie 2002 den Oscar in den Händen hielt, war Berry an der Spitze Hollywoods angekommen. Dass es fortan bergab ging und sie nur noch schwache Rollen in kaum beachteten Filmen besetzte, ist eine tragische Wendung in der einst so verheißungsvollen Laufbahn.

Film für Film spielte sich Berry weiter vom Publikum weg - nur wenige werden sich an Streifen wie "Gothika" (2004), ...

... "Frankie & Alice" (2010) ...

... oder "The Call - Leg nicht auf!" (2013) erinnern.

Mit "Dark Tide" war Berry 2012 in einem der anspruchslosesten Filmgenres angekommen: Thriller über Hai-Angriffe. (hier am "Dark Tide"-Set mit Ko-Star Oliver Martinez, der später ihr Ehemann wurde)

"Movie 43" von 2013 versammelte zwar einige Stars, war aber eine fäkalhumorige Klamotte.

Auch der Versuch, mit Rollen als Superheldin gegen den eigenen Abstieg anzuspielen, brachte keinen Erfolg: "Catwoman" (2004) wurde ein grandioser Flop ...

... und auch ihre Auftritte als Storm in weiteren Teilen der "X-Men"-Reihe ...

... vermochten das Ruder nicht herumzureißen.

In den USA kennt man Berry heute durch die eher mäßig erfolgreiche Science-Fiction-Serie "Extant", in der sie eine Astronautin spielt, die während ihrer Mission auf unerklärliche Weise schwanger wird.

Bleibt zu hoffen, dass die 2017 erscheinende Agenten-Fortsetzung "Kingsman 2: The Golden Circle" ihrer Karriere etwas Auftrieb gibt.

Auch privat lief bei Berry nicht immer alles rund: Die drei Ehen mit Baseballspieler David Justice (1992-96), ...

... R&B-Musiker Eric Benét (2001-05)...

... und Schauspieler Olivier Martinez scheiterten nach kurzer Zeit. Martinez heiratete sie 2013, ihr Sohn Maceo wurde im Oktober 2013 geboren; im Oktober 2015 verkündeten sie ihre Trennung.

Auch die Beziehung mit dem kanadischen Model Gabriel Aubry ging in die Brüche. Mit ihm hat sie ihre Tochter Nahla, mittlerweile 8 Jahre alt.

Eric Benet brachte zudem ...

... seine 1990 geborene Tochter India mit in die Ehe, die Berry 2002 adopierte. (hier alle drei im Jahr 2003)

Wie auf ihrem erst vor Kurzem eröffneten Instagram-Konto zu sehen, genießt sie ihren derzeitigen Tropenurlaub mit Tochter Nahla und Sohn Maceo aber trotz der Probleme in Privatleben und Beruf. Mit den Kindern dürfte sie auch ihren 50. Geburtstag verbringen.

Dass sie kein Freund von Überraschungspartys ist, mussten ihre Freunde einmal auf die harte Tour lernen: Berry hatte von deren Plänen erfahren und blieb einfach zu Hause. In einer Talkshow erzählte sie dazu: "Niemand hat je wieder versucht, mir eine Geburtstagsparty zu schmeißen." Kein Wunder. (abe/dpa)

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