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Der perfekte Popstar: David Bowie

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Er ist der Großmeister der Vielfalt. So viele unterschiedliche Rollen wie David Bowie hat in der Welt der Musik bislang kein anderer gespielt.

Er ist der Großmeister der Vielfalt. So viele unterschiedliche Rollen wie David Bowie hat in der Welt der Musik bislang kein anderer gespielt.

Er ist der Großmeister der Vielfalt. So viele unterschiedliche Rollen wie David Bowie hat in der Welt der Musik bislang kein anderer gespielt.

Keine Pose war ihm zu exzentrisch, kein Kostüm verrückt genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erringen. Seine Wandlungsfähigkeit hat ihm den Spitznamen "Chamäleon" eingebracht.

Am 8. Januar 2007 wird das Londoner Multitalent 60! Und so viel ist sicher: Auch die Rolle des gealterten Pop- und Rockstars gibt Bowie mit höchster Perfektion.

David Robert Jones wurde am 8. Januar 1947 im englischen Brixton geboren. Im Alter von dreizehn Jahren schnappte er sich, inspiriert vom Jazz des Londoner West End, ein Saxophon und nahm Unterricht.

Durch die ersten Bands, mit denen er spielte - den Kon-Rads, den King Bees, den Mannish Boys und den Lower Third - bekam er einen ersten Einblick in die selbstherrliche Welt des Pop und der Modbewegung. 1966 nannte er sich David Bowie und ließ sich die Haare lang wachsen.

Die Lange-Haare-Phase kehrte 30 Jahre später noch einmal zurück!

Es sollte bis 1969 dauern, bis ihm mit dem legendären "Space Oddity" erstmals der Sprung in die Charts gelang.

Seitdem schafft es das "Chamäleon" immer wieder, mit spektakulären Auftritten Aufmerksamkeit zu erregen. Er ist das außerirdische Zwitterwesen Ziggy Stardust, ...

... der bleiche Thin White Duke oder ein Young American im Frank Sinatra-Look.

Drogen, insbesondere Heroin, waren Zutaten einer langen Phase der Exzentrik in Bowies Leben und Schaffen. In den späten Siebzigern verbringt Bowie einige Jahre in Berlin. Die Einsamkeit der Großstadt hilft ihm, die Geißel Heroin los zu werden.

In dieser Zeit ensteht "Heroes", Bowies vielleicht bestes Album, in dem er seine Drogenerfahrungen besingt. Der Titelsong wird auch auf deutsch und französisch aufgenommen und ist Teil des Soundtracks zu "Christiane F. - Wir Kinder Vom Bahnhof Zoo".

In den Achtzigern verblasst sein Stern etwas. Kritiker wollen erkannt haben, dass Bowie ausgebrannt sei. Dennoch hat er zu dieser Zeit mit Titeln wie "Let's Dance" und "China Girl" seine größten kommerziellen Erfolge.

Es gibt viele populäre Mythen, Legenden, die Bowies Karriere umkreisen. Der populärste Mythos ist unter den Bowie-Fans als "RSR" bekannt geworden. Dieser teilt Bowies Karriere in drei Phasen:

Die 70er (Rise = Aufstieg), die 80er (Sellout = Ausverkauf) und die 90er (Renaissance).

Kein anderer Künstler vernichtete sein eigenes Image so gerne und so gnadenlos konsequent, um immer länger ein gefragter Marken-Artikel zu bleiben.

Zu Bowies Karriere gehört eine Faszination für Folk, Pantomime, Blues, Kabarett, Ausflüge in Disco und Eurorock, für abgehobenen schwulen Kitsch, Soul, Grunge, Vierziger-Sound und perversen Avantgardismus.

Abgesehen von seiner Bühnenkarriere trat er in Film und Fernsehen auf (in "Basquiat" spielte er an der Seite von Dennis Hopper den Pop-Künstler Andy Warhol), er förderte Künstler, ...

... stellte eigene Malereien aus, spielte mit Bildern aus Faschismus oder auch totaler Anarchie, war zweimal verheiratet und wurde zu einer Ikone der Schwulenbewegung.

Bowie war schon als Kind so aktiv und interessiert, dass er wöchentlich fünf Briefe an General Eisenhower geschickt haben soll. Wie viele schüchterne Kinder verlegte er sich aufs Schauspielern und war dankbar für jede Identität, die anders war als jene, der er zu entfliehen suchte.

Die Fans lieben Bowies Musik aus den verschiedensten Gründen. Einiges an seiner Arbeit ist progressiv und alternativ ("Low", "Lodger"), einiges ist Dance ("Let's Dance"), ...

... einiges Disco und Soul bis jazzy ("Young Americans", "Black Tie"), einiges ist romantisch ("Heroes", "China Girl", "Sorrow") ...

... und einiges straighter Rock'n'Roll ("Dead Man Walking", "Scary Monsters"), einiges ambientesk wie "Neuköln" und "Moss Garden" aus der Berlin-Trilogie.

Wichtiger aber sind seine Texte: Meist geht es um die simple Botschaft, dass jeder ein eigenständiger Mensch ist - ein Individuum auf der konstanten Suche nach seiner Identität.

Den inneren Kraftquell hat sich der Superstar aus Asien mitgebracht. Seit Jahren ist Bowie, der zu den reichsten Künstlern Großbritanniens gehört, aktiver Buddhist. Aus dieser humanen Grundüberzeugung heraus engagiert sich Bowie oft für wohltätige Zwecke.

Wohl auch, weil er durch seine aus Somalia stammende Frau, das Model Iman, gelernt hat, wie viele Menschen dort und in vielen anderen Ländern dieser Welt im Elend leben.

Zu Bowies Vielseitigkeit gehört auch seine Leidenschaft für das Internet. Beeinflusst durch seinen Sohn, der ihn durch seine Spielleidenschaft mit Computern in Berührung brachte, gab sich Bowie seit 1993 dieser Innovation bedingungslos hin.

Seitdem ist er nicht nur Stil-Ikone, sondern auch Internetunternehmer und Innovator, er ist Online-DJ für RollingStone.com, betreibt mit "David Bowies Radio Network" einen Internet-Radiosender und ist Chef seines eigenen Providers - BowieNet.

"Alles hat sich verändert" - so lautete im Jahr 2000 Bowies gesungene Erkenntnis. Wenige Monate zuvor hatte Iman seine Tochter Alexandra zur Welt gebracht. Für Bowie Anlass genug, sich zurückzulehnen, über sich, seine Lieben und das Leben nachzudenken.

Wir gratulieren! (alle Fotos dpa, AP)

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