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Mittwoch, 20. Januar 2016

Mord, Sex und ein abgeschnittenes Ohr: David Lynch verwirrt mit skurrilem Grusel

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Seine Serie "Twin Peaks" hat bis heute so viele Fans, dass Macher David Lynch sich nun mehr als 25 Jahre später an eine Neuauflage wagt. Vor allem aber für die Kinoleinwand hat das Multitalent echte Klassiker geschaffen. (Foto: imago stock&people)

Seine Serie "Twin Peaks" hat bis heute so viele Fans, dass Macher David Lynch sich nun mehr als 25 Jahre später an eine Neuauflage wagt. Vor allem aber für die Kinoleinwand hat das Multitalent echte Klassiker geschaffen.

Seine Serie "Twin Peaks" hat bis heute so viele Fans, dass Macher David Lynch sich nun mehr als 25 Jahre später an eine Neuauflage wagt. Vor allem aber für die Kinoleinwand hat das Multitalent echte Klassiker geschaffen.

Seinen ersten Spielfilm drehte der damals 31-jährige Lynch 1977 ab. "Eraserhead" ist eins dieser absurden Kunstwerke, dem erst spät Ehre zuteil wurde.

Zunächst einmal fand die Geschichte über den von Vaterschaft geplagten Vater nämlich nicht besonders viel Anklang. Erst in den späten 80er Jahren avancierte der Streifen zu Kultfilm.

Besser gefiel der breiten Masse da schon "Der Elefantenmensch" von 1980. John Hurt spielt darin John Merrick, der aufgrund seiner körperlichen Missbildung im viktorianischen England auf Jahrmärkten ausgestellt wird.

Anthony Hopkins ist als Arzt zu sehen, der den "Elefantenmenschen" aus seiner Situation befreit. Das Ganze basiert auf einer wahren Geschichte. Ganze acht Oscar-Nominierungen landete der Film. Einen Goldjungen gab es trotzdem nicht ...

... - tatsächlich ging Lynch bis heute immer leer aus. Seine Filme sind trotzdem Klassiker geworden. "Dune - Der Wüstenplanet" von 1984 zählt auch dazu - und dass, obwohl der Streifen an den Kinokassen floppte.

21.000 Jahre in der Zukunft findet sich Lynch-Liebling Kyle MacLachlan als Weltraum-Beau Paul Atreides in den Streit zwischen Adelshäusern verwickelt. An seiner Seite ist unter anderem ein namhafter Deutscher zu sehen: Jürgen Prochnow.

1986 sollte sich eine ganz bestimmte Szene für immer in die Filmgeschichte schreiben. Für Furore sorgte damals eine langsame Kamerafahrt in ein abgeschnittenes Ohr - nur ein kleiner Teil einer wilden Geschichte, die von Gewalt, Korruption und Sadomaso-Sex erzählt.

Erneut spielte McLachlan die Titelrolle, obwohl die eigentlich für Val Kilmer vorgesehen war. Lynch war sehr zufrieden mit ihm: "Er hat etwas Unschuldiges an sich." Isabella Rossellini (Mitte) gab die missbrauchte Nachtclubsängerin.

"Wild at Heart" ist ein klassisches Roadmovie - verhältnismäßig brutal vielleicht. Nicolas Cage und Laura Dern fliehen darin als Sailor und Lula gemeinsam nach Kalifornien. Was sie nicht wissen: ...

... Lulas Mutter hat verschiedene Typen auf sie angesetzt. Der Streifen ist ein bisschen Gangstergeschichte, ein bisschen Amour fou. Für den Mix gab es 1990 die Goldene Palme von Cannes.

1992 fand mit dem Spielfilm "Twin Peaks" die gleichnamige Kultserie ihr vorläufiges Ende. Der Streifen zeigt die letzte Lebenswoche von Laura Palmer, dem Schulmädchen mit Doppelleben.

Auch dieser Lynch-Film wurde erst Jahre nach seiner Veröffentlichung als Meisterwerk gefeiert. Die Fans jedenfalls sind der Geschichte treu geblieben. Mit Spannung wird die "Twin Peaks"-Fortsetzung erwartet, die Lynch für 2017 angekündigt hat.

Als einen schizophrenen Killer präsentierte Lynch Bill Pullmann 1997 in "The Lost Highway". Der erzählte Thriller ist eine von Lynchs besonders verwirrenden Arbeiten.

Die Geschichte um Pullmann, seine Frau Renée, gespielt von Patricia Arquette, und den "Mystery Man" (Foto) bot übrigens auch einem deutschen Act eine Bühne. Die Band Rammstein ist prominent auf dem Soundtrack vertreten.

Mit "The Straight Story" schuf Lynch 1999 seinen vielleicht "normalsten" Film. Er erzählt eine einfache Geschichte: Ein alter Mann fährt wochenlang durch den Mittleren Westen, um seinen Bruder zu besuchen, mit dem er seit Jahren im Streit liegt.

Einen Führerschein hat er nicht und er will sich auch nicht fahren lassen - so muss eben ein Aufsitzrasenmäher herhalten. Lynch selbst kam in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Montana zur Welt und wuchs auf dem Land auf.

Im Großstadtrevier seiner Wahlheimat Los Angeles realisierte Lynch 2001 dann "Mulholland Drive - Straße der Finsternis". Ein bisschen darf man den Film als eine Anspielung auf einen von Lynchs privaten Lieblingsfilmen, "Sunset Boulevard", verstehen, doch typisch für den Filmemacher geht es bei ihm natürlich noch düsterer zu.

Durch eine Verkettung seltsamer Umstände treffen zwei Frauen, gespielt von Naomi Watts und Laura Harring, aufeinander, forschen nach ihrer Identität. Die kryptische Handlung wollte Lynch nie erklären. Er nennt sein Werk einfach "Liebesgeschichte in der Stadt der Träume".

Unter Lynchs kultigsten Filmen ist "Inland Empire" der jüngste. Der Streifen von 2006 war gleichzeitig Lynchs erster Spielfilm nach "Mulholland Drive". Erneut besetzte er Justin Theroux, der weibliche Lead ging an Laura Dern, ebenfalls eine der Lieblings-Ladys des Filmemachers.

Ganze drei Stunden dauert das bildgewaltige Epos voller verstörender Bilder, irritierender Schnitte und hasenköpfiger Gestalten. Aber was sind schon drei Stunden? Wir haben Ihnen gerade mehr als 21 Stunden Glotze empfohlen. Sie kennen die Filme noch nicht? Dann los! (ame)

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