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Spaniens König Juan Carlos erlebt bewegte Zeiten. Der Monarch, der am 5. Januar 2008 70 Jahre alt wurde, war in den vergangenen Monaten häufiger in den Schlagzeilen als ihm recht gewesen sein dürfte.
Mit den Worten "Kannst Du nicht mal den Mund halten?" ...
... wies er auf dem Iberoamerika-Gipfel den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez (ganz rechts) zurecht, ...
... als dieser den spanischen Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar als "Faschisten" beschimpfte.
Zuvor hatte Juan Carlos mit einem Besuch der von Marokko beanspruchten Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla ...
... einen diplomatischen Zwist zwischen Madrid und Rabat ausgelöst. (Foto: Demonstration in Marokko gegen Juan Carlos)
Für Ärger sorgten auch die Trennung der ältesten Königstochter Elena von deren Mann Jaime de Marichalar (hier im Oktober 2007) ...
... und eine Sex-Karikatur von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia.
All das tat der Beliebtheit des Königs jedoch keinen Abbruch.
Die Mehrheit der Spanier begrüßte ausdrücklich den königlichen Rüffel für Chavez und auch die Reise nach Ceuta und Melilla.
Juan Carlos ist Umfragen zufolge beliebter als alle Politiker Spaniens.
Er wird nicht nur in Spanien geschätzt, sondern ist auch weltweit einer der angesehensten Monarchen.
Dabei hatte er sich den Thron hart erarbeiten müssen.
Er stand an der Spitze eines Landes, das seit dem Bürgerkrieg (1936-1939) in zwei Lager - Sieger und Besiegte - gespalten war und dessen Bevölkerung für die Monarchie wenig übrig hatte. Als er im November 1975 gekrönt wurde, schien alles gegen ihn zu sprechen.
Dem jungen Bourbonen haftete damals der Ruf an, ein Zögling des Diktators Francisco Franco (1939-1975, im Bild vorn) zu sein, der ihn zu seinem Nachfolger erkoren hatte.
Juan Carlos überraschte alle Skeptiker damit, dass er die Diktatur Francos nicht fortführte, sondern den Anstoß zu demokratischen Reformen gab.
Er dürfte so ziemlich der einzige König in der Weltgeschichte sein, der von einem Diktator eingesetzt wurde und sein Land zur Demokratie führte.
Die letzten Zweifler brachte er auf seine Seite, als er am 23. Februar 1981 die junge Demokratie standhaft gegen einen Putschversuch von Militärs verteidigte. (Im Bild: Der Putschist Antonio Tejero Molina am Rednerpult im spanischen Parlament.)
Die Sympathien seiner Landsleute gewann er aber auch durch seine herzliche und offene Art.
Als "Bürgerkönig" hält er keinen Hofstaat und lebt auch nicht in einem prunkvollen Schloss.
Das Budget des spanischen Königshauses beträgt nur einen Bruchteil der Gelder, über welche bspw. die britische Königin Elizabeth II. oder König Mohammed VI. von Marokko verfügen.
Nicht einmal Parteien mit einer anti-monarchistischen Tradition wie die Sozialisten oder Kommunisten stellen heute Spaniens Monarchie in Frage.
Dies gilt allerdings nur, solange der König seine Arbeit gut macht.
"Hier musst Du Dir den Thron Tag für Tag aufs Neue verdienen", sagte Juan Carlos einmal.
"Wenn das Volk gegen Dich ist, kannst Du einpacken."
Das steht wohl vorerst nicht zu befürchten. Feliz Cumpleaños y Salud, Juan Carlos! (Alle Fotos: dpa und AP)
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