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Donnerstag, 10. August 2017

1947: Unabhängigkeit und Teilung: "Der Stern von Indien"

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Vor 70 Jahren, am 15. August 1947, entließen die britischen Kolonialherren Indien in die Unabhängigkeit - in Person von Lord Louis Mountbatten (Hugh Bonneville). Er trat im März 1947 sein Amt als letzter Vizekönig Indiens an, ... (Foto: Tobis Film)

Vor 70 Jahren, am 15. August 1947, entließen die britischen Kolonialherren Indien in die Unabhängigkeit - in Person von Lord Louis Mountbatten (Hugh Bonneville). Er trat im März 1947 sein Amt als letzter Vizekönig Indiens an, ...

Vor 70 Jahren, am 15. August 1947, entließen die britischen Kolonialherren Indien in die Unabhängigkeit - in Person von Lord Louis Mountbatten (Hugh Bonneville). Er trat im März 1947 sein Amt als letzter Vizekönig Indiens an, ...

... begleitet von seiner Frau Edwina (Gillian Anderson) und seiner Tochter Pamela (Lily Travers).

Vor ihrer Ankunft wird der Palast des Vizekönigs in Neu-Delhi - "Viceroy's House", wie der Film "Der Stern von Indien" im Original heißt - ...

... nochmal richtig geputzt und auf Vordermann gebracht.

Lord und Lady Mountbatten, ...

... hier im August 1947 "im Original", ...

... sind sich der Bedeutung dieser Aufgabe und des historischen Moments wohl bewusst.

Lord Mountbatten will "diese Aufgabe mit großem Stolz erfüllen", seine Frau steht ihm dabei tatkräftig zur Seite.

Neben den großen Veränderungen im ganzen Land, die anstehen, gibt es auch im Haus des Vizekönigs ...

... einige neue Regeln, die Edwina einführt und die beim angestammten Personal zu Irritationen und auch Missfallen führen.

Auch für Teenagertochter Pamela, geboren 1929, bringt das Leben in Indien viele neue Eindrücke, ...

... bei manchen Treffen mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi (Neeraj Kabi) ist sie mit dabei.

Der Pazifist und Freiheitskämpfer Gandhi kämpft seit den 1930er-Jahren unermüdlich für die Unabhängigkeit seiner Heimat von den Kolonialherren.

An Gandhis Seite: Jawaharlal Nehru (Tanveer Ghani), der Indiens erster Ministerpräsident wurde.

Aber Gandhi kämpft auch gegen Teilungsbestrebungen und beschwört Mountbatten: "Wir sind Brüder mit einer gemeinsamen Seele. Uns nach Religionen zu trennen, ...

... ist gegen den Willen Gottes! Sie können unmöglich ein Herz in zwei Teile zerteilen und erwarten, dass es weiterschlägt!"

Er steht dabei im Gegensatz zu Muhammad Ali Jinnah (Denzil Smith, Mitte). Der ehemalige Kongresspolitiker ...

... und spätere Präsident der Muslimliga hatte im Juni 1946 die Moslems in Britisch-Indien aufgerufen, sich für einen eigenen Staat - Pakistan - einzusetzen.

Dafür setzte Jinnah sich auch bei den britischen Kolonialherren ein und gegen deren ersten Widerstand letztlich durch. Er gilt daher als Gründer des Staates Pakistan, wurde dessen erster Generalgouverneur und sein Geburts- und Todestag sind dort nationale Feiertage.

Lord Mountbatten ist lange gegen die Teilung und auch seine Frau Edwina (hier mit Nehru) meint: "Wir kamen, um Indien die Freiheit zurückzugeben, nicht um es zu zerstören!"

Doch die interreligiösen Konflikte nehmen kein Ende, Tausende verlieren bei Ausschreitungen ihr Leben, "Indien ist wie ein Schiff in Flammen" schildert Mountbattens Stabschef Hastings Ismay (Michael Gambon, l.) die Situation im Land.

Der sieht schließlich keine andere, bessere Lösung als die Teilung des Riesenreichs.

Diese Teilung betrifft selbstverständlich auch den Palast des Vizekönigs mit seinen 500 Bediensteten - jeder muss sich für ein Land entscheiden: Indien oder Pakistan?

Ein gewaltiges Unterfangen, das natürlich auch die Schicksale vieler Menschen beeinflusst - wie die von Aalia (Huma Qureshi) und Jeet (Manish Dayal).

Der Hindu Jeet und die muslimische Angestellte Aalia, einander in einer aufgrund ihrer Religionen sowieso schon komplizierten Liebe verbunden, ...

... müssen sich trennen, schweren Herzens, denn Aalia muss mit ihrer Familie nach Pakistan.

Vor allem ihren alten Vater (Om Puri) - der zu Jeet ein väterlich-freundschaftliches Verhältnis hat - kann sie nicht allein lassen auf dem beschwerlichen Weg.

Auf dem Weg, den jetzt Millionen von Menschen gehen müssen - Hindus und Sikhs über die neue Grenze in östliche Richtung, Moslems Richtung Westen. Lady Mountbatten versucht tatkräftig, das größte Leid zu lindern und Essen und Trinken vom Palast aus zur Verfügung zu stellen.

Als die Unabhängigkeit von Großbritannien und die Teilung in Indien und Pakistan offiziell verkündet und vollzogen sind, in der Nacht vom 14. zum 15. August 1947, gibt es großen Jubel - bei allem Leid.

"Der Stern von Indien" läuft ab dem 10. August 2017 in den deutschen Kinos. (abe)

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