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Vampirgeschichten? Alt.
Liebesgeschichten? Uralt.
Die Idee sie zu mixen? Auch nicht neu.
Was macht "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer dann so viel besser als ihre Konkurrenz?
Denn auch der dritte Kinofilm der "Twilight"-Saga wird in den kommenden Wochen sicher unzählige Vampirfans ins Kino locken. Schon die ersten vier Romane verkauften sich nach Angaben des Carlsen-Verlags bislang mehr als 7,5 Millionen Mal, der fünfte Teil ist vor kurzem in deutscher Sprache erschienen.
Dabei gab es vor Stephenie Meyers Vampirromanzen bereits mehrere ähnliche Geschichten. Aber: ...
... "Meyer entwirft eine reine Liebe", erklärt Literaturwissenschaftlerin Jana Mikota von der Universität Siegen. Sexualität fehle bis zum vierten Band gänzlich.
"Und das, wo heute selbst Fußballwerbung mit nackter Haut und Weiblichkeit gemacht wird."
Sie führt Meyers Darstellung allerdings nicht auf deren Mormonen-Glauben zurück, sondern deutet die romantisierende, aber auch leicht prüde wirkende Geschichte als Gesellschaftskritik.
Zumal ja nicht nur junge Mädchen, sondern auch erwachsene Frauen von ewiger Liebe träumen.
Hinzu kommt die Rolle des "netten Vampirs": Bei Meyer ernähren sich die Cullens, zu denen auch Edward - gespielt von Robert Pattinson - gehört, beispielsweise nur von Tierblut. ...
... "Der Vampir wird menschenfreundlich, kapselt sich nicht von der Gesellschaft ab und will nicht mehr unentdeckt bleiben", sagt Sabine Planka, Literaturwissenschaftlerin an derselben Hochschule.
Diese harmlose Variante des Blutsaugers lasse sich seit den 1980er Jahren in der Literatur nachweisen - eingesetzt, um Kindern die Angst vor Unbekanntem zu nehmen (man denke nur an die Geschichte "Der kleine Vampir" von Angela Sommer-Bodenburg).
Je älter die Leser würden, desto komplexer seien die Vampire jedoch.
"Auch bei Edward gibt es das Spiel mit der Gefahr. Er muss seine Triebe kontrollieren," so die Forscherin.
In genau diesem freundlich-friedlichen Bild, das Meyer von den Untoten entwirft, sieht die Philosophie-Dozentin Jennifer L. McMahon jedoch eine Gefahr. In einem Beitrag für das gerade erschienene Buch "Die Philosophie in Twilight" schreibt sie: ...
... "Twilight favorisiert die Vampire und fördert eine ungesunde Abneigung gegen das menschliche Leben, statt eine Balance zwischen beiden zu zeigen."
So werde die mit dem Tod einhergehende menschliche Existenz abgewertet.
Dem widerspricht Planka: Die Achtung des menschlichen Lebens sei gerade bei den Cullens sehr hoch, weshalb sie nicht von Menschenblut zehren.
"Dafür werden sie sogar von anderen Vampiren bewundert."
Und auch Bella, die weibliche Hauptfigur der Saga, bereue nach der Verwandlung in einen Vampir, das Menschliche nicht mehr erleben zu können.
Und dann hat Stephenie Meyer auch noch mit einem ganz banalen Faktor dem Phänomen um die "Twilight"-Hysterie nachgeholfen: ...
... Sie brachte ihre Bücher genau im richtigen Moment auf den Markt, wie Mikota meint.
"Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sehnen sich Jugendliche nach Sicherheit wie Bella sie verkörpert. Und Edward ist der perfekte Mann an ihrer Seite."
Die 20-jährige Bella-Darstellerin Kristen Stewart gilt inzwischen bereits als neue Stil-Ikone - findet sich selbst jedoch eher burschikos. "Ein Girlie war ich nie!"
"Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen und habe lieber mit den Jungs Baseball oder Schlagzeug gespielt, als das Schminken zu üben", erzählt Stewart.
Und das nehmen wir ihr auch sofort ab! Ihre Art, sich zu kleiden und sich zu frisieren, hat noch immer etwas Aggressives, Widersprechendes, ...
.... auch wenn sie sich den Hollywood-Gepflogenheiten schon mehr und mehr angepasst hat.
In der Schule sei sie immer eine Außenseiterin gewesen. "Ich gehörte nie zu denen, die mit jedem befreundet sein wollen."
Alles, wirklich alles, was mit den jungen Hauptdarstellern zu tun hat, interessiert die immer weiter wachsende Fan-Gemeinde.
Eine schier unglaubliche Geschichte rankt sich um Mädchenschwarm Pattinson: Es heißt, die Rolle könnte ihm im Blut liegen!
Der Vampir-Darsteller soll ein Nachkomme von Dracula sein. Das behaupten zumindest die Ahnenforscher des Internet-Portals ancestry.de.
Der 24 Jahre alte britische Schauspieler sei mit dem grausamen historischen Herrscher Vlad III Dracula verwandt, der Bram Stoker als Vorbild für die berühmte literarische Figur des blassen Blutsaugers gedient haben soll.
"Die Familienstammbäume von Pattinson und Dracula sind nachweisbar durch das britische Königshaus miteinander verbunden", sagen die Ahnenforscher. Pattinson sei ein entfernter Cousin von Prinz William und Prinz Harry, der sagenumwobene historische Dracula aus Transsylvanien, ein entfernter Onkel der beiden.
"Es ist also vermutlich kein Zufall, dass Pattinson sich in der Rolle des Blutsaugers so wohl fühlt", so der ancestry-Geschäftsführer Brett Bouchard.
Auch bei der Autorin machten die Ahnenforscher eine Verwandtschaft zu Dracula aus. Meyer sei ebenfalls eine entfernte Cousine der britischen Prinzen - und damit auch mit Pattinson verwandt, berichtet das Portal.
Die Ahnenforscher hatten nach eigenen Angaben zuvor übrigens auch schon "Harry Potter"-Star Emma Watson die Verwandtschaft mit einer Hexe aus dem 16. Jahrhundert nachgewiesen.
Die Autorin dieser Bilderserie erwägt nun, ihre direkte Linie zum britischen Königshaus verifizieren zu lassen. Die Chancen stehen ja nicht schlecht. Aber das nur am Rande.
Vorher noch eine kurze Anmerkung zur Premiere der "Twilight"-Vampirromanze "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" in Los Angeles: ...
"Eine total verrückte Energie", schwärmte Stewart vor dem Nokia Theatre.
Auf hohen Absätzen im hautengen weiß-glitzernden Minikleid lief die Schauspielerin da mit ihren Co-Stars über den endlosen schwarzen Teppich.
"Dies ist die größte Premiere Hollywoods", stöhnte ein TV-Interviewer nach dem fast dreistündigen Aufmarsch der Stars, von tobendem Applaus und den lauten Rufen der Vampirsaga-Fans begleitet.
Stephenie Meyer staunte über den noch größeren Andrang, verglichen mit der Premiere von "New Moon - Biss zur Mittagsstunde" im vorigen Jahr: ...
"Dass ist noch viel größer und vor allem unglaublich laut", sagte sie Reportern. So sei es sonst nur in der Oscar-Nacht!
"Ich bin ganz schön nervös", gab Werwolf Jacob Black alias Taylor Lautner mit Blick auf den Ansturm der Fans zu. Und dann packte der 18-jährige Nachwuchsstar sogar über eine "recht intensive" Szene bei den Dreharbeiten bereitwillig aus.
Es habe sich schon "ein wenig seltsam" angefühlt, mit nacktem Oberkörper in einem Zelt neben seinem Rivalen Robert Pattinson zu liegen, grinste Lautner.
In der neuestens Folge buhlen nämlich beide Männer um die Liebe der schönen Schülerin Bella.
Pattinson, in seiner Rolle als Vampir Edward eher grüblerisch, strahlte im Blitzlichtgewitter, verteilte Autogramme ...
... und ließ sich bereitwillig umarmen und herzen.
Im braunroten Gucci-Anzug zog der Engländer alle Blicke auf sich (obwohl sein Kollege Lautner ähnlichen Kreischalarm auslöst wie der Hauptdarsteller).
"Hoffentlich schlafe ich bei der Vorführung nicht ein", grinste der Star nach dem langen Lauf durch die Menge. "Ist nur zu hoffen, dass der Film gut ist!" Davon kann sich jeder ab dem 15. Juli ja nun selbst ein Bild machen.
Stewart, bisher recht presse- und öffentlichkeitsscheu, lachte über "einen großen blauen Strich auf der Stirn", den ein Autogrammjäger der Schauspielerin im Eifer des Gefechts verpasst hatte.
Arm in Arm posierte sie mit ihren beiden Leinwand-Liebhabern Edward Cullen und Jacob Black.
Stewarts angebliche Romanze mit Pattinson blieb den Zuschauern - von den üblichen Umarmungen mal abgesehen - jedoch verborgen.
Über Bellas Gefühle gab die Schauspielerin aber bereitwillig Auskunft. "Sie wird in der dritten Folge endlich erwachsen", sagte Stewart
"Denn es gelingt ihr, die wahre Liebe für Edward zu erkennen."
Für die Fans gibt es doppelten Grund zur Freude. Der vierte Teil der romantischen Vampirsaga, "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht", wird ab dem Herbst in zwei Teilen verfilmt.
Der erste Filmteil wird Mitte November 2011 in den Kinos erwartet, der zweite Teil irgendwann im Jahr darauf.
Der Hype geht also weiter.
Lautner, ....
... Stewart ...
... und all ...
... die anderen ...
... schönen ...
... Vampire werden uns noch eine Weile begleiten.
Teenie-Star Dakota Fanning, schon immer gern für Überirdisches und Abgründiges gebucht, sagt, was alle denken: ...
... "Es ist eine echte Freude, einen bösen Vampir zu spielen. Sobald man rote Kontaktlinsen trägt, verändert man sich."
Alle Darsteller sind sich auch einig, dass sie ihre Rolle nach Abschluss der Dreharbeiten vermissen werden.
Die schwere Schminke, die ihm eine vampirähnliche Blässe verleihen sollte, sei zwar unangenehm gewesen, so Pattinson, und auch die immer gleiche Frage, ob er an Vampire glaube, nerve ihn inzwischen.
An die ewige Liebe glaube er allerdings: "Ewige Liebe? Ja, die ist definitiv möglich."
Pattinson hat allerdings Pläne für die Zeit nach Twilight: "Auf jeden Fall ein Album aufnehmen. Bei einem Film Regie führen. Und eine Religion gründen!"
Seine Fans werden ihm überall hin folgen.
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