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Montag, 27. Juni 2016

Bye-bye, Schimanski: Der talentierte Herr George

Von Katja Belousova

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So bleibt Götz George dem deutschen Fernsehpublikum vor allem in Erinnerung: ... (Foto: imago stock&people)

So bleibt Götz George dem deutschen Fernsehpublikum vor allem in Erinnerung: ...

So bleibt Götz George dem deutschen Fernsehpublikum vor allem in Erinnerung: ...

... als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski.

Seit 1981 ermittelte er in 29 Folgen in Duisburg und brach mit dem bis dato gängigen Kommissar-Klischee.

"Zottel, du Idiot, hör auf mit der Scheiße". Das war Georges erster Satz als kauziger Ruhrpott-Bulle in der Folge "Duisburg-Ruhrort." Die Zuschauer wussten sofort: Bei dem muss man sich warm anziehen.

Schimanski fluchte, trank einen über den Durst, prügelte und ernährte sich - ganz der Ruhrpottler - hauptsächlich von Currywurst. "Wo ist meine Currywurst? Den Kinderpimmel kannst allein essen", lautet ein Klassiker aus dem Schimanski-Wortschatz.

Diese Rolle machte George unsterblich und in ganz Deutschland zu einem der bekanntesten Darsteller.

Einem breiten Publikum wurde George (hier in der Mitte) durch Karl-May-Verfilmungen wie "Der Schatz im Silbersee" (1962) ...

... oder in "Winnetou" bekannt. (1966, mit Uschi Glas)

Vor Film und Fernsehen war das Theater Götz Georges erste Liebe. Schon sein Vater Heinrich George und seine Mutter Berta Drews waren bekannte Schauspieler. (Bild: Ende der 1960er-Jahre)

Ganz das Schauspielerkind, wurde der 1938 in Berlin geborene George auch nach Goethes "Götz von Berlichingen" benannt - ...

... ein Omen für Georges künftige Rolle des Horst Schimanski?

Denn auch der jähzornige Götz von Berlichingen ("Er aber, sags ihm, er kann mich im Arsch lecken) mochte es bekanntlich, zu fluchen.

Doch auf Schimanski allein lässt sich Georges Karriere nicht reduzieren. Immer wieder bewies er seine Wandelbarkeit (hier 1987 mit Claudia Messner in "Zabou").

Ein Beispiel dafür ist seine Leistung in "Der Totmacher". Darin mimte er den homosexuellen Serienmörder Fritz Haarmann.

Die Rolle brachte ihm den Darstellerpreis bei den Filmfestspielen in Venedig und 1996 seinen letzten von vier Deutschen Filmpreisen ein.

Den deutschen Filmpreis als bester Darsteller erhielt Götz George auch 1992.

Als Hamburger Reporter Hermann Willié ...

... bewies er in Helmut Dietls "Schtonk!" sein komödiantisches Talent.

In Erinnerung bleibt auch seine Rolle als "Sandmann".

Und was wäre eine große Karriere ohne "Sexschock"? Das zumindest titelte die "Bild"-Zeitung 1998 nach dem Film "Solo für Klarinette". Dort ging es für George alias Kriminalkommissar Kominka und Corinna Harfouch heiß her.

Über fünf Jahrzehnte prägte George die deutsche Film- und Fernsehlandschaft.

Doch um sein Privatleben machte der Schauspieler seit jeher wenig Aufhebens, ...

... ebenso wie um seinen Tod.

Erst nach sieben Tagen gelangt die Nachricht um seinen Todes am 19. Juni 2016 an die Öffentlichkeit.

"Adieu Schimmi" oder "Tschüss Schimanski" twittern und posten daraufhin seine Fans.

Götz George (hier mit Ehefrau Marika Ullrich) wurde im engsten Familienkreis in Hamburg beigesetzt.

Er wird fehlen.

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