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Chuck Norris, Steven Seagal, Danny Trejo und Co.: Die Actionstars des Nachtprogramms

Von Markus Lippold

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Wieder mal "Schlaflos in Seattle"? (Foto: imago stock&people)

Wieder mal "Schlaflos in Seattle"?

Wieder mal "Schlaflos in Seattle"?

Weil Vollmond ist, der Magen rebelliert oder der Partner oder die Partnerin schnarcht?

Und weil der "Zauberberg" gerade ausgelesen ist und die Wagner-Gesamteinspielung derzeit leider verliehen …

… wird widerstrebend doch die Flimmerkiste angeschaltet.

Und da macht sich ein heimeliges Gefühl breit, denn die Gesichter, die einem in der Glotze begegnen, kennt man bereits zur Genüge: Bruce Willis zelebriert mal wieder "Stirb Langsam", …

… Steven Seagal, "The Patriot", lässt seine Mimik spielen, …

… Mel Gibson lädt seine "Lethal Weapon" und …

… "Das Dreckige Dutzend" macht aus den Nazis Kleinholz.

Gut, dass es von den meisten dieser Filme Fortsetzungen gibt, denn so konnte man ganz nebenbei auch noch die römischen Zahlen lernen (nein, das ist nicht "Rocky Vau").

Doch wer sind diese Helden des Nachtprogramms, jene Actionstars der späten Stunde, die blutigen und verschwitzten Retter der Welt, die wie der "Terminator" dialog- und schusssicher durch die Kulissen stapfen?

n-tv.de gibt einen kleinen (unvollständigen) Überblick.

Beginnen muss man natürlich mit dem Mann, der ein eigenes Witz-Genre hat, der Mann, der mit einem Kopfkissen unter der Pistole schläft: …

… Chuck Norris. Bekannt wurde der US-Amerikaner mit "Die Todeskralle schlägt wieder zu" von 1972, in dem er gegen Bruce Lee kämpft. Da hatte Norris bereits eine beachtliche Martial-Arts-Karriere hinter sich: …

… Als US-Militärpolizist war er Ende der 50er Jahre in Südkorea stationiert und lernte dort Judo und Karate. In den USA eröffnete er dann mehrere Kampfsportschulen, 1968 wurde er Weltmeister. Über einen seiner Schüler - Steve McQueen - kam er schließlich ins Filmgeschäft. (Bild: Norris im Zweikampf mit David Carradine in "McQuade, der Wolf".)

Und dort machte er natürlich das, was er besonders gut kann: kämpfen. Und zwar in einer Vielzahl von Actionfilmen, die "Bulldozer", "Kalte Wut" oder "Das stumme Ungeheuer" heißen. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "McQuade, der Wolf" (Bild), …

… "Cusack - Der Schweigsame" (Bild) und "Sidekicks". Vor allem aber sorgte er in der dreiteiligen Reihe …

… "Missing in Action" für Aufsehen. Da spielt Norris den Vietnamveteranen Colonel James Braddock, der bei seiner Rückkehr in das Land feststellt, dass noch immer US-amerikanische Soldaten gefangen gehalten werden. Und das geht ja nun gar nicht.

Braddock beschließt, sie auf eigene Faust zu befreien. Die Story, die an den ein Jahr später startenden "Rambo II" erinnert, ist laut Lexikon des Internationalen Films "gespickt mit rassistischen Durchhalteparolen" und wird "von eindeutiger politischer Parteinahme bestimmt". Das Fazit: "Ein menschenverachtendes Machwerk."

Norris hielt das natürlich nicht davon ab, zwei Fortsetzungen und weitere, ähnliche Filme zu drehen. "Delta Force" etwa, der eine Fortsetzung mit und eine ohne Norris erlebte, …

… wird als "klischeehafter, dilettantischer Action-Reißer" bezeichnet.

Norris hat es mittlerweile trotzdem zu Kultstatus geschafft, was nicht zuletzt an seiner Rolle als "Walker, Texas Ranger" liegt.

In den Hintergrund rückt da, dass Norris strammer Republikaner, ein Vertreter der radikalen, christlichen US-Rechten und ein Gegner der Evolutionstheorie ist.

Aber natürlich gibt es auch liberale Actionhelden wie Lee Marvin, der sich gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte von Homosexuellen einsetzte. Marvins letzter Film war übrigens - Überraschung! - "Delta Force" (Bild), an der Seite von Norris.

Davor erlebte er jedoch eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen. Der entfernte Nachfahre von George Washington erhielt einen Oscar und viele andere Preise für seine Hauptrolle in "Cat Ballou", wo er gleichzeitig den versoffenen Kid Shelleen und den Bösewicht Tim Strawn spielt.

Daneben spielte er in vielen Klassikern mit, darunter "Heißes Eisen" (Marvins Szene mit dem heißen Kaffee ist legendär), "Der Wilde" (mit Marlon Brando), der stilprägende Thriller "Point Blank" (Bild) und der großartige Western "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (mit John Wayne, Regie: John Ford).

Im Nachtprogramm ist Marvin aber vor allem mit Kriegsfilmen vertreten. "Ardennen 1944" zum Beispiel oder "Die Hölle sind wir", "The Big Red One" (Bild) und "Die Caine war ihr Schicksal" mit Humphrey Bogart - nach diesem Film gab sich Schauspieler Michael Caine übrigens seinen Künstlernamen.

Am bekanntesten ist jedoch natürlich der Klassiker "Das dreckige Dutzend" von Robert Aldrich, mit dem Marvin mehrere Filme machte.

"Das dreckige Dutzend" erzählt von einem Himmelfahrtskommando im Zweiten Weltkrieg. Marvin spielt den Befehlshaber des Teams, Major Reisman. Ihm unterstehen etwa Charles Bronson, Telly Savalas und Donald Sutherland.

Der Streifen, der drei zweifelhafte Fortsetzungen nach sich zog, wurde ein riesiger Erfolg an den Kinokassen und oft kopiert, auch wenn die Gewaltdarstellungen Kritik hervorriefen. Heute gilt er trotzdem längst als Klassiker und ist immer wieder im Spätprogramm zu finden.

Bleiben wir noch etwas bei Bronson, der in "Ein Mann wird zur Bestie" noch einmal neben Marvin vor der Kamera stand.

Als 1967 "Das dreckige Dutzend" ins Kino kam, hatte Bronson bereits viele Filme gedreht, vor allem in kleinen Rollen.

Aber auch etliche unsterbliche Klassiker stehen auf seiner Liste: "Die glorreichen Sieben", "Gesprengte Ketten" und natürlich "Spiel mir das Lied vom Tod" (im Bild links, mit Henry Fonda).

Zwischendurch war Vieldreher Bronson aber auch in etlichen B- und Genrefilmen zu sehen - vor allem in den 70er Jahren, als viele harte Thriller und Actionfilme entstanden. Mit Filmen wie "Ein Mann geht über Leichen", "Das Gesetz bin ich" (Bild), "Ein stahlharter Mann", …

… vor allem aber mit "Ein Mann sieht rot" ("Death Wish") entwickelte Bronson den Typus des einsamen Rächers.

Im letztgenannten Streifen von 1974 spielt Bronson den Familienvater Paul Kersey, dessen Frau und Tochter vergewaltigt und misshandelt werden (einer der Täter: Jeff Goldblum in seinem Filmdebüt).

Nachdem seine Frau gestorben ist, greift Kersey zur Waffe und lehrt die New Yorker Unterwelt das Fürchten. Kritiker sahen in dem Film eine zynische Rechtfertigung von Selbstjustiz.

Aber natürlich wurde er ein Erfolg und zog etliche ähnliche Streifen nach sich. Bronson selbst spielte Kersey noch viermal, unter den Titeln "Der Mann ohne Gnade", "Der Rächer von New York" (Bild), "Das Weiße im Auge" und "Antlitz des Todes".

Ein anderer gefürchteter Rächer ist "Dirty Harry". Die Rolle von 1971 prägte das Image von Clint Eastwood, der bis dahin vor allem in Western (Dollar-Trilogie, "Hängt ihn höher") oder Actionfilmen ("Agenten sterben einsam", "Coogans großer Bluff") brilliert hatte.

"Dirty Harry" von Regisseur John Siegel (r.), mit dem Eastwood immer wieder zusammenarbeitete, gab der Karriere des US-Amerikaners jedoch eine neue Wendung.

Eastwood spielt den harten, zynischen Polizisten Harry Callahan, der mit seiner 44er Magnum einen Serienkiller jagt. Regeln sind dem Cop schnuppe, wenn es darum geht, Verbrecher zu jagen. Kritiker sahen auch hier eine Propagierung von Selbstjustiz, …

… dem weltweiten Publikum gefiel es jedoch. Es störte sich weder an der Gewalt noch an den homophoben Sprüchen und erst recht nicht an der Kritik an staatlichen Institutionen. Dirty Harry wurde zur US-amerikanischen Ikone, vor allem im republikanischen Lager.

Der Republikaner Eastwood, der eine Zeit lang Bürgermeister in Carmel war, wurde durch "Dirty Harry" und die vier Fortsetzungen (Teil IV inszenierte er selbst) zum Superstar.

In den folgenden Jahren drehte er etliche Actionfilme und Thriller, darunter "Sadistico", "Der Mann, der niemals aufgibt", "Der Wolf hetzt die Meute" (Bild) und den Kriegsfilm "Heartbreak Ridge", der die US-Armee glorifiziert.

Spätestens in den 90er Jahren entwickelte er sich aber zum äußerst humanistischen und ernst zu nehmenden Filmemacher, der Hits wie "Erbarmungslos", …

… "Die Brücken am Fluss" und "Gran Torino" (Bild) drehte. Dabei dekonstruiert er dann auch gerne mal das Image des harten Mannes mit der Waffe in der Hand.

Ein Spätprogramm ohne "Dirty Harry" kann man sich trotzdem nicht vorstellen: "Go ahead, make my day".

Einer von Eastwoods Filmpartnern war Burt Reynolds. Auch er trat in den 70er Jahren in einer Reihe von Thrillern und Actionfilmen auf. Am bekanntesten sind jedoch seine Highway-Filme: "Ein ausgekochtes Schlitzohr" brachte es mit Reynolds auf drei Teile (im letzten hat er nur einen Miniauftritt).

Mit Blick auf den ersten Teil bilanziert das Lexikon des Internationalen Films, dass der Film "einer abgedroschenen Männlichkeitsideologie huldigt" - also gerade richtig für die Ausstrahlung zu später Stunde.

Bekannt ist Reynolds aber auch für "Auf dem Highway ist die Hölle los". Für dessen kreativ benannte Fortsetzung "Auf dem Highway ist wieder die Hölle los" (Bild) bekam er sogar eine Nominierung für die Goldene Himbeere. Das Publikum liebte die Actionreihe trotzdem.

Ab Mitte der 80er Jahre kam Reynolds Karriere jedoch ins Stocken, zweimal musste er Konkurs anmelden. Erfolgreiche Filme mit ihm sind seitdem Mangelware.

In den 80ern hatte ohnehin eine neue Riege das Action-Zepter übernommen: Arnold Schwarzenegger etwa machte als "Conan" auf sich aufmerksam, auch wenn das Lexikon des Internationalen Films den Streifen "voller Gewalt, Blut und Menschenverachtung" kritisierte.

Kein Wunder, dass Schwarzenegger eine Nominierung für die Goldene Himbeere einstrich. Und es gab eine Fortsetzung sowie den ähnlich gelagerten "Red Sonja" mit Brigitte Nielsen. Schwarzeneggers Action-Karriere nahm seitdem seinen Lauf.

Es folgten der Klassiker "Terminator" und viele andere Actionfilme …

… von "Das Phantom Kommando" und "Der City Hai" (Bild) über "Red Heat" und …

… "Total Recall" bis "Last Action Hero" (Bild) und "True Lies". Und natürlich die Fortsetzungen von "Terminator", mit denen der Österreicher zum beliebtesten Actionstar aufstieg.

Nach seiner Zeit als kalifornischer Gouverneur reicht's noch für die Altherren-Riege von "The Expendables".

Dort spielt auch sein ewiger Konkurrent Sylvester Stallone mit. (v.l.n.r.: Dolph Lundgren, Stallone, Schwarzenegger, Jean-Claude Van Damme)

Nach einigen kleinen Auftritten erlebte Stallone seinen Durchbruch 1976 mit dem von ihm geschriebenen "Rocky".

Vier Fortsetzungen erlebte der erfolgreiche Streifen um den Boxer sowie den Nachklapp "Rocky Balboa". An die Qualität des ersten Films kamen sie allerdings nicht heran.

Das gilt auch für "Rambo". Ging es im ersten Teil noch um die Traumata, die der Vietnamkrieg hinterlassen hat, floss im zweiten (Bild) und dritten Teil sinnlos Blut - die Kritiker waren entsetzt. Vom abschließenden "John Rambo" waren sie aber auch nicht begeistert.

Neben diesen beiden Serien spielte Stallone aber natürlich in weiteren Muskel-Filmen mit, darunter "Die City-Cobra", "Over the Top" (Bild), "Cliffhanger" und "Demolition Man".

Einen besonderen Hinweis verdient an dieser Stelle aber "Tango & Cash". In dem Film von 1989 spielen Stallone und Kurt Russell zwei Cops, die unrechtmäßig ins Gefängnis kommen. Erst müssen sie sich also ihren Weg nach draußen bahnen, …

… bevor sie die Verursacher der Intrige dingfest machen können. Das ist so herrlich trashig, so unfreiwillig komisch, dass es schon wieder Spaß macht. Und Teri Hatcher und Jack Palance sind ja auch dabei.

Aber nochmal zu Kurt Russell: Der steht seit seiner Kindheit vor der Kamera und hat über die Jahrzehnte natürlich Filme unterschiedlichster Qualität abgeliefert. Zur Action-Ikone wurde er aber durch …

… seine Synchronstimme in Disneys "Cap und Capper".

Nein, natürlich nicht. Es war "Die Klapperschlange" von 1981. Der Film war äußerst erfolgreich und wurde auch von der Kritik gelobt. Eine Fortsetzung gab es 1996 mit "Flucht aus L.A.", ebenfalls inszeniert von John Carpenter.

Zuletzt wurde es etwas ruhiger um Russell, aber in Quentin Tarantinos "Death Proof" konnte er nochmal voll aufdrehen.

Ja, die 80er Jahre waren ein Tummelbecken für Actionstars. Einer von ihnen war Mel Gibson. Ende der 70er Jahre hatte ihn der erste Teil der apokalyptischen "Mad Max"-Reihe bekannt gemacht. Zwei weitere Teile folgten, ...

… die Gibson direkt eine weitere Serie bescherten, die freilich mehr auf komödiantische Töne setzt: Viermal stand Gibson seit 1987 zusammen mit Danny Glover für "Lethal Weapon" vor der Kamera.

Ein Jahr nach dem ersten Teil von "Lethal Weapon" erlebte Bruce Willis seinen Durchbruch mit "Stirb Langsam". Die Reihe bringt es mittlerweile auf fünf Teile, die regelmäßige Plätze im Spätprogramm finden.

Dazwischen drehte Willis fleißig Filme, darunter Actionkracher wie "Armageddon" (Bild) und düstere Filme wie "Sin City".

Mittlerweile ist der Action-Opa bei den "Expendables" gelandet.

Das bringt uns zu einem Belgier, der allerdings nicht in der ersten Riege der Actionstars mitspielt: Jean-Claude Van Damme kennt man aus unzähligen Actionfilmen, in denen er meist seine Kampfsporterfahrung einsetzt.

Van Damme hat einen schwarzen Gürtel im Shotokan-Karate und war Mr. Belgium im Bodybuilding. Außerdem hat er eine Ballett-Ausbildung hinter sich.

Anfang der 80er Jahre zog er in die USA; er wollte zum Film. Nach Jobs als Fahrer, Türsteher und Trainer hatte er eine erste Aufgabe als Stuntman in "Missing in Action" mit Chuck Norris. (Bild: Van Damme in "Hard Target")

Seinen Durchbruch feierte er 1987 mit "Bloodsport" (Bild). Das öffnete ihm die Türen zu weiteren mehr oder weniger erfolgreichen Filmen, von "Cyborg" und "Timecop" über "Leon" und …

… "Der Legionär" bis zu "Geballte Ladung" und "Universal Soldier" (Bild).

Viele seiner Filme verdienen allerdings die Bezeichnung Vehikel, denn die Handlung setzt vor allem auf die Kampfsporteinsätze Van Dammes. Darunter sind Streifen wie "Street Fighter" (Bild) und "Double Team" mit Mickey Rourke und Dennis Rodman.

Auch wenn die meisten seiner jüngeren Filme nie die große Leinwand erblickten, gelangen Van Damme immer wieder kleine Erfolge wie "The Quest" oder "JCVD". Das liegt vor allem daran, dass er den Mut hat, immer wieder selbstironische Elemente in seine Filme einfließen zu lassen.

Nicht ansprechen sollte man Van Damme allerdings auf Steven Seagal, denn dieser bezeichnete den Belgier einst als "verkokste Fälschung". Deshalb tritt nun Van Damme in "Expandables 2" auf (eine Rolle für den ersten Teil hatte er noch abgelehnt), nicht aber Seagal.

Auch der US-Amerikaner glänzt in Filmen vor allem wegen seiner Kampfsporterfahrung (Bild: "Zum Töten freigegeben"). Seagal lebte lange in Japan und übte sich in Zen, Aikido, Kendo, Judo und Karate. Er besitzt den 7. Dan und den Ehrentitel eines Großmeisters.

Daneben ist Seagal aber auch noch Reserve Deputy Chief Sheriff in Jefferson Parish in Louisiana und Musiker. Zudem wurde er vom tibetischen Lama Penor Rinpoche als Wiedergeburt des Tertön Chungdrag Dorje erkannt und trägt somit den Titel eines Tulku. Seagal ist Vegetarier und praktizierender Buddhist.

In seinen Filmen geht es dagegen selten friedlich zu. Gleich sein erster Part war die Titelrolle in "Nico", in dem er einen rabiaten Polizisten spielt. Filmkritikerlegende Roger Ebert merkte danach an, dass Seagal das Zeug zum neuen Actionstar habe.

Ein paar Erfolge hatte er immerhin mit "Alarmstufe Rot" (Bild), von dem es eine weitaus schlechtere Fortsetzung gibt, und "Exit Wounds" aufzuweisen, ansonsten ist seine Filmografie eine Sammlung von direkten DVD-Veröffentlichungen.

Für seinen einzigen Regiefilm "Auf brennendem Eis" (mit Michael Caine) wurde er ausgezeichnet - mit einer Goldenen Himbeere.

Eine bemerkenswerte Rolle hatte er zuletzt in "Machete" von Robert Rodriguez.

Wenn man schon von Kampfsport spricht, darf man natürlich Jackie Chan nicht vergessen.

Der steht seit den 60ern vor der Kamera und hatte bereits ein paar Dutzend Filme in Hongkong gedreht, bevor er in Hollywood Fuß fassen konnte. Darunter war eine winzige Rolle in Bruce Lees "Enter the Dragon" und der Film "Meister aller Klassen" (Bild).

Aber erst 1994 gelang ihm mit "Rumble in the Bronx" ein wirklich großer Erfolg. Seine vielen älteren Filme laufen seitdem auch im Fernsehen rauf und runter.

Eine eigene Filmreihe etablierte Chan mit "Rush Hour" an der Seite von Chris Tucker.

Ebenfalls in den 80ern startete Dolph Lundgren seine Schauspielkarriere, und zwar mit "James Bond - Im Angesicht des Todes" - ein toller Einstieg für einen Neuling. Allerdings bekam er Nachhilfe von Grace Jones. Die hatte Lundgren als Bodyguard engagiert und eine Beziehung mit ihm begonnen - so bekommt man Rollen in Bond-Filmen.

Dabei ist der Schwede ein kluges Köpfchen: Sein Gymnasium verließ er mit der bis heute höchsten Punktzahl, er hat zwei Abschlüsse als Chemieingenieur und studierte mit Fulbright-Stipendium am MIT.

Außerdem spielte er Eishockey, machte Judo und schließlich Karate, wo er sich auf den harten Kyokushin Kaikan spezialisierte - damit gewann er etliche Preise und nahm an mehreren Weltmeisterschaften teil.

Aber das alles war egal, Lundgren hatte Filmluft geschnuppert. So spielte er in "Rocky IV" den russischen Boxer Ivan Drago. Stallone wird sich gut an die Dreharbeiten erinnern - nach ein paar Treffern von Lundgren musste er in die Notaufnahme.

Es folgten eine Rolle als He-Man in "Masters of the Universe" und …

… Filme wie "Red Scorpion" (Bild), "The Punisher" und "Dark Angel" - einige von ihnen wurden wegen ihrer expliziten Gewaltdarstellung indiziert.

Seitdem wächst Lundgrens Filmografie beständig, allerdings meist durch eher zweifelhafte Werke, die gleich auf DVD erscheinen. Erfolge feierte er dagegen mit "Universal Soldier" (Bild) von Regisseur Roland Emmerich an der Seite von Jean-Claude Van Damme und zuletzt mit den "Expendables"-Streifen.

"Universal Soldier" steht auch im Lebenslauf von Ralf Möller. Der Hüne aus Recklinghausen war wie Lundgren und Schwarzenegger ein erfolgreicher Bodybuilder (inklusive WM-Titel der Amateure), bevor er ins Filmgeschäft einstieg.

Dort debütierte er mit einer "Tatort"-Rolle. Bald schon schaffte er aber den Sprung nach Hollywood und spielte neben "Universal Soldier" auch in "Cyborg" an der Seite von Van Damme.

Größere Bekanntheit erlangte er als "Conan" in der gleichnamigen US-Fernsehserie, aber auch in größeren Produktionen wie "Gladiator" (Bild), "The Scorpion King" und "Pathfinder".

Seine Bekanntheit nutzte er hierzulande für die Initiative "Starke Typen" in sozialen Brennpunkten und als erster prominenter Besucher der Bundeswehr in Afghanistan. Immerhin ist er Obergefreiter der Reserve.

Nur zum Filmsoldaten schaffte es der studierte Kinderpsychologe Michael Dudikoff. Nach einer Nebenrolle in "Dallas" erlebte er mit "American Fighter" seinen Durchbruch zum Actionstar.

Dann kam "Air America" und dann viele, viele Filme, die keiner kennen muss. Titel wie "Radioactive Dreams", "Night Hunter" (Bild), …

… "Platoon Leader", "River of Death", "Marine Fighter" (Bild) und "The Shooter" sprechen ja für sich.

Zuletzt hatte er Mini-Rollen in Filmen wie "Olympus Has Fallen" und "G.I. Joe: Retaliation" (Bild) mit Dwayne Johnson.

Apropos Johnson: Der war als "The Rock" ein sehr berühmter und erfolgreicher Wrestler, bevor er vor die Kamera wechselte.

Dort wurde er durch Filme wie "Die Mumie kehrt zurück", "The Scorpion King" (Bild) und "Welcome to the Jungle" bekannt. Manch einer hielt ihn da schon für den neuen Schwarzenegger.

Aber nicht alle seine Filme überzeugen. "Doom" und "Southland Tales" (Bild) sorgten etwa für einen Knick in seiner Karriere.

In letzter Zeit war der Muskelberg aber wieder öfter auf der Leinwand zu sehen, in zwei "Fast & Furious"-Filmen, in "Snitch" und in "Pain & Gain".

Mit Aufs und Abs kennt sich auch Mickey Rourke aus: Nach frühen Erfolgen mit "Rumble Fish" (Bild), "Im Jahr des Drachen", …

… "9 ½ Wochen" und "Angel Heart" (Bild, mit Robert De Niro) …

… beschloss er, Profiboxer zu werden. Doch dies klappte nicht so recht. Und so fand sich Rourke, der inzwischen ziemlich viele Blessuren aufwies, in B-Filmen und Nebenrollen wieder. Darunter war etwa eine Rolle in "Double Team" mit Van Damme.

Aufwärts ging es wieder im neuen Jahrtausend, mit den Robert-Rodriguez-Filmen "Irgendwann in Mexiko" (Bild) und "Sin City" sowie mit "The Wrestler" von Darren Aronofsky.

Schließlich gab es noch "Iron Man 2" und - oh Wunder - "The Expendables" (Bild).

Ein Cousin von Robert Rodriguez ist übrigens Danny Trejo. Beide nahmen das Action-B-Film-Genre zuletzt mit "Machete" glänzend auf die Schippe. Es war Trejos erste Hauptrolle nach fast 30 Jahren im Geschäft.

Nach einer kriminellen Jugend, mehreren Gefängnisaufenthalten und einer gescheiterten Karriere als Profiboxer kam Trejo Mitte der 80er zum Film. "Runaway Train" war sein erster Streifen.

Danach spielte der US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln Jahr für Jahr in mehreren Actionfilmen mit - 2010 waren es 26 Auftritte in Kinofilmen und Fernsehserien!

Einem breiteren Publikum wurde er Mitte der 90er mit "Desperado" (Bild) und "From Dusk till Dawn" bekannt, beide von seinem Cousin Rodriguez.

Der besetzte ihn dann auch noch in "Es war einmal in Mexiko" (Bild) und den vier Teilen von "Spy Kids".

Dabei ist Trejos Filmliste endlos, auch wenn es sich meist um Nebenrollen handelt. Er spielte etwa in "xXx" mit Vin Diesel, "Anaconda" mit Jennifer Lopez, "Animal Factory" mit Willem Dafoe, "Marked for Death" und "Urban Justice" (Bild) mit Steven Seagal, …

… "Heat" mit Al Pacino und Robert De Niro, "Con Air" mit Nicolas Cage und John Malkovich, "Sechs Tage, sieben Nächte" mit Harrison Ford, "Predators" mit Adrien Brody und in "Death Wish 4" mit Charles Bronson.

Ja, angesichts dieser Liste ist klar: "Machete"-Darsteller Trejo ist der ungekrönte König des nächtlichen Action-B-Films.

Er ist der Mann, den Chuck Norris anruft, wenn er nicht mehr weiterweiß.

Aber bevor es jetzt Beschwerden gibt: Ja, es gibt auch Königinnen des Actionfilms. Wobei diese sich im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen nicht darauf beschränken lassen. Den ersten weiblichen Actionstar kennt man daher heute auch als Charakterschauspielerin: Sigourney Weaver übernahm 1979 die Hauptrolle in "Alien", einem bis heute stilbildendenden Action- und Science-Fiction-Film.

In dem Streifen von Ridley Scott kämpft sie gegen ein außerirdisches Wesen an Bord eines Raumschiffes. Drei Fortsetzungen mit Weaver und ein paar Ableger ohne sie brachte der Streifen hervor.

Aber im Gegensatz zu einigen der männlichen Actionstars etablierte sich Weaver daneben als hervorragende Schauspielerin in den unterschiedlichsten Genres. So spielte sie in dem politischen Drama "Ein Jahr in der Hölle" mit, im Historiendrama "1492 - Die Eroberung des Paradieses", im Thriller "Copykill" (Bild) und …

… in Komödien wie "Ghostbusters" (Bild) und "Dave".

Sie brillierte in "Die Waffen der Frau", "Der Eissturm" und als Forscherin in "Gorillas im Nebel" (Bild). Insgesamt erhielt sie bisher drei Oscar-Nominierungen.

Zu ihren letzten Filmen zählt "Avatar" von James Cameron, was ein geschickter Übergang zu Linda Hamilton (l.) ist. Die war nicht nur zwei Jahre mit Cameron (2.v.l.) verheiratet, sie wurde zudem durch seine "Terminator"-Filme berühmt.

Spielte sie im ersten Teil noch die Frau, die von Titelfigur Arnold Schwarzenegger gejagt wird, …

… kam er ihr im bahnbrechenden zweiten Teil dann zur Hilfe.

Dazwischen und danach spielte Hamilton einige Hauptrollen, unter anderem in "Black Moon", "Mr. Destiny" und "Dante's Peak" (Bild), drehte aber zuletzt vor allem erfolgreiche Fernsehserien.

Steil bergab ging es dagegen mit einer weiteren Actionheldin der 80er. Brigitte Nielsen war zuletzt Dschungelkönigin und ließ sich bei schönheitschirurgischen Eingriffen filmen.

Dabei hatte ihre Filmkarriere vielversprechend begonnen, mit der Hauptrolle in "Red Sonja" an der Seite von Schwarzenegger.

Danach ging es weiter mit Stallone, mit dem sie fast zwei Jahre verheiratet war: "Rocky IV" (das war der mit Dolph Lundgren) brachte ihr ihre ersten Filmpreise ein: zwei Goldene Himbeeren.

Es folgten "Die City-Cobra", wiederum mit Stallone, und eine Nebenrolle in "Beverly Hills Cop II" an der Seite von Eddie Murphy (Bild). Vielleicht lag's an den Ohrringen oder an den Aufnahmen für den "Playboy", aber seitdem ging's bergab.

Nielsens erste Hauptrolle "Domino sucht die Liebe" floppte gewaltig und war der Auftakt für etliche Fernseh- und Videoproduktionen sowie B-Actionfilme im Kino. Und dann kam die Karriere in diversen Reality-TV-Formaten.

Zu den aktuelleren Actionheldinnen zählt Angelina Jolie. Eine ihrer ersten Filmrollen ist interessanterweise "Cyborg 2", die Fortsetzung des Van-Damme-Streifens.

Aber es waren natürlich die Lara-Croft-Filme, in denen sie ungeniert zur Waffe greifen konnte, mit denen sie das Action-Publikum begeisterte ...

… und zum Sexsymbol avancierte. Einen Nebenrollen-Oscar für "Durchgeknallt" hatte sie da aber schon in der Tasche.

Jolie ist aber nur eine der vielen Schauspielerinnen, die zuletzt in Actionfilmen auftraten. Kate Beckinsale etwa hat nun schon in vier "Underworld"-Filmen mitgespielt, dreimal davon in der Hauptrolle.

Hinzu kommen "Van Helsing" und das Remake von "Total Recall" (Bild), in denen sie aber eher das Anhängsel des Hauptdarstellers ist.

Zur neuen Garde zählen sicher auch Scarlett Johansson, die neben etlichen Dramen und Komödien die Superheldin "Black Widow" in "The Avengers" spielte, …

… und Anne Hathaway, die in "The Dark Knight Rises" ihre Krallen ausfuhr. Im Nachtprogramm findet man diese Blockbuster natürlich nicht.

Dafür braucht es schon andere Kaliber - wie Gina Carano. Über Thaiboxen wurde sie eine erfolgreiche Mixed-Martial-Arts-Kämpferin. Und dann kam sie zum Film, wo sie unter anderem die Hauptrolle in Steven Soderberghs "Haywire" spielte.

Zuletzt war sie dann auch noch mit Dwayne Johnson in "Fast & Furious 6" unterwegs.

Zoë Bell (l.) dagegen ist schon länger beim Film. Bekannt wurde sie aber erst durch ihre Rolle in "Death Proof" (Bild), in dem sie und ihre Kumpaninnen auch Kurt Russell verprügeln dürfen.

Zuvor hatte Bell als Stuntfrau gearbeitet und unter anderem Lucy Lawless in "Xenia" und Sharon Stone in "Catwoman" gedoubelt. Ähnlich wie Jackie Chan brach sie sich dabei etliche Knochen. Einen Karrieresprung erlebte sie dann, als sie als Stuntdouble von Uma Thurman in "Kill Bill" arbeitete. Regisseur Quentin Tarantino war begeistert und engagierte sie gleich für "Death Proof".

Seitdem bekommt Bell auch "richtige" Rollen, zum Beispiel in "Roller Girl", "Django Unchained" und "Oblivion" (Bild).

Für diese Entdeckung kann man Tarantino nur danken.

Das ist dann auch ein würdiger Abschluss des Streifzugs durch die Action-Nacht. Wenn man all die hier genannten Filmperlen durch hat, braucht man ohnehin erstmal etwas Sonne.

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