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Yeah yeah yeah: Die Musik des Jahres 2012

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Music was my first love - and it will be my last!!! So geht es doch den meisten von uns, egal, ob wir mit den Rolling Stones oder Lady Gaga aufgewachsen sind. (Foto: Bernd Ernst Rudolf)

Music was my first love - and it will be my last!!! So geht es doch den meisten von uns, egal, ob wir mit den Rolling Stones oder Lady Gaga aufgewachsen sind. (Foto: Bernd Ernst Rudolf)

Music was my first love - and it will be my last!!! So geht es doch den meisten von uns, egal, ob wir mit den Rolling Stones oder Lady Gaga aufgewachsen sind. (Foto: Bernd Ernst Rudolf)

Und deswegen haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Musik uns durch das ereignisreiche letzte Jahr begleitet - und erfreut - hat.

Bei Thomas Badtke war das eindeutig Amy Macdonald - der es nach ihrem Schlaganfall ...

... schon wieder so gut geht, dass sie an dem "Ein Herz für Kinder"-Abend teilnehmen konnte.

"Wenn Whisky ein flüssiges Stück Schottland ist, dann sind die Lieder von Amy Macdonald die Hymnen dieser stolzen Nation: Man hört die Songs und will sofort den nächsten Urlaub buchen." Wer die Visionen des Herrn Badtke nachvollziehen will, sollte daher in "Life In A Beautiful Light" hineinhören.

Dass er aber nicht nur ein purer Romantiker ist, beweist der Wirtschaftsredakteur mit folgender Empfehlung: "Wer in diesem Jahr nichts zu Lachen hatte, sollte sich auf alle Fälle das Hörbuch, neudeutsch Audiobook genannt, von Timur Vermes Hitler-Bestsellersatire "Er ist wieder da", gelesen von Christoph Maria Herbst, anhören. Wer dabei und danach noch immer nicht lacht, sollte zum Arzt."

Apropos Arzt ... Ballaststoffe ... da fällt einem wie Badtke noch etwas ein: "Die Toten Hosen haben sich mit 'Ballast der Republik' zurückgemeldet: eindrucksvoll und voller Power". ...

... Mit "Tage wie diese" feiern sie den Fortuna-Aufstieg; mit "Altes Fieber" ein Stückchen sich selbst und alle dürfen auf der 30-Jahre-Hosen-Party mitrocken. "Das ist der Moment" …

Der Moment für Sabine Oelmann war, als sie diesen Herrn zum ersten Mal hörte. Denn Jonathan Jeremiah singt so, dass sich bereits bei den ersten Akkorden auf seinem Album "Gold Dust" eine gewisse Gänsehaut einstellt. Seiner Vorliebe für Berlin lässt er freien Lauf, und im Interview mit n-tv.de verriet er auch, warum das so ist: "Ich habe noch nie eine solche Skyline gesehen wie die von Berlin. Vor allem aus meinem Hotel-Zimmer auf die glitzernde Spree zu gucken war fantastisch", so der Londoner.

Auch Lukas Graham stehen auf Berlin, haben teilweise schon hier gewohnt. Dabei sind auch ihre Wurzeln nicht zu verachten: Sänger und Namensgeber der Band Lukas (2.v.l.) kommt aus dem herrlich-anarchischen Stadtteil Christiania aus Kopenhagen. Ob ihm dort auch die Inspiration für seinen Ohrwurm "Drunk In The Morning" kam? Im Interview war seine erste Frage schließlich auch: "Willst du'n Bier?"

Benjamin Biolay ist das enfant terrible der französischen Musik. Das wird deutlich, wenn man sich seine originellen Texte mal genauer übersetzt (was durchaus etwas dauern kann, wenn "Französisch" schon ein bisschen länger her ist), aber ansonsten funktioniert das wie bei den anderen Franzosen auch: Es klingt gut, es klingt nach mehr, es klingt nach Liebe, Sex und viel Rauch. Es klingt nach "je ne regrette rien", aber besser und neuer! Es fängt an mit "Aime mon Amour" und endet mit Confetti. "Vengeance" (Rache) ist ein großartiges Album.

Diesen Herrn hier bitte niemals unterschätzen: "Hallöchen" Udo steckt noch immer voller Überraschungen. Das kann man prima beobachten auf der DVD "Mit Udo Lindenberg auf Tour". Hinter dem Mann mit Hut läuft Hannes Rossacher mit der Kamera hinterher - und filmt den Künstler bei der Arbeit. Und danach. Großartig! Für Fans.

Für die Leute mit Fernweh: Zucchero entführt uns nach Kuba. Dort hat er, der ja gerne experimentiert, mit den besten Musikern des Landes zusammengearbeitet, und herausgekommen ist: "La Sesion Cubana". Deswegen hören wir von ihm u.a. "Guantanamera" und sieben eigene Hits im Havanna-Style.

Bei seinem Konzert Anfang Dezember sind die Fans auf der Insel jedenfalls hingerissen.

Frau Oelmann hat viel Musik gehört dieses Jahr. Für Till Brönner hat sie, seit sie für ihn gekocht hat, natürlich ein ganz besonderes Ohr. Und deshalb verwundert es auch nicht, dass die Liste ihrer Musik-Favourites nicht abreißen möchte. Brönners neues Album klingt wieder ganz nach ihm: "Es kann doch nicht nur darum gehen, von Album zu Album immer virtuoser zu werden. Ich will einfach nicht mehr so viele Worte auf meiner Trompete machen, weil doch schon so vieles gesagt ist."

Bleibt nur hinzuzufügen: So bleibt der Mann mit der Trompete sich treu. Nach Ausflügen ins Fernsehen oder in den Gesang steht es ihm einfach gut, dieses Instrument. Da er seine musikalische Heimat nie verlassen hat, wie er sagt, kann er nicht dorthin zurückkehren - es klingt dennoch so. Aber jetzt mal zu den anderen Kollegen: ...

... Für einen unserer strukturkonservativsten Redakteure, der namentlich nicht genannt werden möchte, ist eines klar: Amigos, das heißt Freunde, und Freunden bleibt man treu.

Selbst wenn die Freunde sich auch so gar keine Mühe mehr mit dem Cover geben: "Bis ans Ende der Zeit" ...

... und "Weihnachten mit den Amigos" gehören unter, nun ja, vielleicht nicht jeden Weihnachtsbaum, aber doch unter, naja, zwei bis drei? Vielleicht? Einfach mal reinhören? Nee? Na gut, wir haben ja auch noch andere Tipps ...

Zum Beispiel den von Martin Morcinek, er versprach: "Okay, ich schreibe etwas über Sigur Ros. Arbeitstitel: 'Ein isländisches Massagebad in körperwarmem Kakao'. Bis wann brauchst du das?" "Sofort." "Na gut."

"Warum also Island", fragt sich Morcinek, "warum bringt diese sturmumtoste Insel im Nordatlantik zwischen ihren kalten Gletschern, heißen Quellen und den aschespeienden Vulkane nur so merkwürdige Musiker hervor wie Björk? ...

... Oder Emiliana Torrini ('Djungle Drum')? ...

... Oder Sigur Ros? Die haben 2012 mit 'Valtari' ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht, und nicht wenige Kritiker sprechen seitdem von der besten Platte des Jahres. Sänger Jónsi verwebt darin seine Stimme zu einer hypnotisch-hymnischen Wohfühlwalze – einen besseren Soundtrack zur vorweihnachtlichen Vollbad-Einladung lässt sich zwischen hier und Reykjavik nicht auftreiben."

Samira Lazarovic stellt uns die Frau vor, an der dieses Jahr niemand vorbeigekommen ist: "Sie hat mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft ...

... und mehr Grammys gewonnen, als sie in den Armen halten konnte. ...

... Und dann war sie noch das wahre Bond-Girl und lieferte den Soundtrack zum Film 'Skyfall'. Muss man Adele wirklich noch empfehlen? ...

... Unbedingt! Denn Adele hat im September 2011 ein Live-Konzert in der Royal Albert Hall geben, das man sehen und hören sollte, wenn man es noch nicht getan hat. Die junge Sängerin erzählt ihrem Publikum von der Bühne weg charmant und witzig die Geschichten, die hinter ihren Songs stehen, ...

... weint und lacht mit ihnen. Und beweist, dass sie ohne Zweifel eine der größten Sängerinnen unserer Zeit ist." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ach doch! Frau Lazarovic war noch nicht fertig: "Obwohl sie schon zahlreiche Alben und andere Veröffentlichungen herausgebracht hat, gilt Tina Dico ja immer noch ein wenig als Geheimtipp. Wenn man das als Qualitätssiegel verstehen will und entspannte, aber nie langweilige Musik, ob man sie nun Alternative, Pop Rock oder Indie nennen will, mag, liegt man mit der dänischen Sängerin und Songwriterin genau richtig. ...

... Und welches Album oder welche EP nun? 'A Beginning, A Detour, An Open Ending' ...

... oder 'In the Red' vielleicht? Egal, oder am besten gleich alle beide ...

... und das neue Album 'Where Do You Go To Disappear' noch dazu. Und dann hintereinander weg hören. Immer wieder." Jawohl, das machen wir! Gerne.

Thomas Leidel hatte auch gleich mehrere Eisen im Feuer: "Ein Track hat mich - nun ja - vielleicht nicht glücklich, aber doch fröhlich gemacht: Asaf Avidans 'One Day' - allerdings nicht im Wankelmut-Remix, sondern im Original. ...

... Der Junge mit der schnarrigen Stimme hat einiges auf dem Kasten, wie man auf seinem aktuellen Album 'Different Pulses' hören kann."

Ansonsten lief bei Familie Leidel - außer Klassik und französischen Kinderliedern, denn da gibt es echt tolle Sachen - merkwürdigerweise am meisten Lana del Rey - jedenfalls bis zur H&M-Kampagne.

"Jetzt hören wir aber lieber Esprit und Mango... ;)) ..." Okay, unser New-Media-Fachmann eben ...

Der Kollege Johannes Graf begibt sich gerne mal in andere Welten - zumindest musikalisch: Für ihn gehört "Home Again" von Michael Kiwanuka dieses Jahr definitiv dazu: "Manche Dinge lassen sich nicht ändern. ...

... Etwa die Tatsache, dass es nicht möglich war, zu den großen Zeiten des Soul gelebt zu haben. Aber das lässt sich Dank Michael Kiwanuka gottlob nachholen. Er hat mit 'Home Again' ein Album vorgelegt, das klanglich in die 70er zurückversetzt und trotzdem erkennbar aus dem Heute kommt."

Außerdem empfiehlt Graf, altersmäßig quasi noch ein Stubenküken der Redaktion: "Wer sich dazu bekennt, auch im etwas fortgeschrittenem Alter Hip-Hop-Fan (geblieben) zu sein, erntet ja oft Unverständnis. Zu flach und prollig ist vieles aus dem Genre von heute. Seit Kendrick Lamar aber gibt es wieder einen Vertreter, den man vorzeigen kann. ...

... Er knüpft mit 'Good Kid, M.A.A.D City' musikalisch an den West-Coast-Sound der frühen 90er an, ist authentisch, ergeht sich dabei aber nicht in den oft üblichen Ghetto-Stanzen." Yo man, ist doch ma' ne Ansage.

Und jetzt sind wir tatsächlich irgendwie in den Achtzigern gelandet – aber der geschätzte Erdmöbel-Fan Hubertus Volmer hat dieses Jahr etwas ganz anderes über diese Zeit zu berichten: "Singer-Songwriter sind ja sowas von Achtziger! Das war die Zeit, als Glen Hansard auf Dublins Grafton Street stand und auf seiner Gitarre herumschrammelte. Später spielte er in dem Streifen 'The Commitments' den rothaarigen Gitarristen Outspan Foster. ...

... Über seine Einflüsse sagt Hansard, in seinem Elternhaus habe die 'Heilige Dreifaltigkeit' geherrscht: Leonard Cohen, Van Morrison und Bob Dylan, mit letzterem im Zentrum. Wem dieser Satz gefällt, der sollte mal in Hansards aktuelles Album 'Rhythm And Repose' reinhören. Es könnte sich lohnen."

Außerdem empfiehlt Herr Volmer: "Psychedelic Pill", das diesjährige Album von Neil Young, und so klingt es: "Irgendwo zwischen Grateful Dead und Pearl Jam. In dem Song 'She's Always Dancing' singt Young ebendiese Zeile so oft, dass es bei jedem anderen Sänger langweilig wäre. ...

... Bei Neil Young ist es großartig. Das Album zeigt sehr deutlich, warum er 'Godfather of Grunge' genannt wurde. Auch das ist schon eine Weile her. Schön, dass man es immer noch hören kann."

Gleich aber werden Sie, lieber Leser, ob der Vielseitigkeit - die Einstellungsvoraussetzung bei n-tv.de ist - nicht mehr glauben, dass derselbe Redakteur auch für folgenden Herrn hier brennt: "Es hat sich noch nicht überall herumgesprochen, doch Bernd Begemann ist ganz ohne Zweifel Deutschlands größter Entertainer. ...

... Zum 50. Geburtstag des Sängers erschien die Compilation 'Der brennende Junge'. Leider fehlt auf ihr der Titel 'Aber du meine Liebste', den Begemann 1987 mit seiner Band 'Die Antwort' aufnahm (und mit dem sie es in Dieter Thomas Hecks Hitparade schafften). ...

... Ansonsten aber ein wunderbarer Querschnitt durch das Werk des Gründungsdirektors der Hamburger Schule."

Beim Stichwort "Hamburger Schule" fällt Sabine Oelmann auch noch jemand ein: Dirk Darmstaedter nämlich. Der hat sie dieses Jahr beeindruckt durch seine realistische, spontane und authentische Art. Auf dem Geburtstag einer Freundin spielte er, und sie wollte mal wieder mehr von ihm hören.

Die "Jeremy Days" waren schon eine Weile her, doch was wurde aus dem Mann, der "Brand New Toy" sang?

"Als er von der Party ging, drückte er mir eine CD in die Hand - der Mann singt jetzt ein Lied über Fred Astaire und es ist wunderschön. So wie die anderen Lieder auf 'Appearances' seines Projekts 'Me and Cassity'." Hach, und schon war sie wieder ein bisschen verknallt ...

Zu den traurigsten Momenten des Jahres gehört garantiert die Tatsache, dass Nils Koppbruch völlig überraschend gestorben ist. Mit nur 47 Jahren hinterließ er seinen Gesangspartner Gysbert zu Knyphausen und das Album "I".

Die beiden brachten uns "Blumen vom Arsch der Hölle" mit. Kid Kopphausen - "zwei Liedpoeten von zauseliger Eleganz", wie die "Zeit" sie nannte - steht für melancholische, absurde, intelligente, witzige Melodien ... und was jetzt?

Der Mann in unserer Redaktion, der sich überwiegend von Obst ernährt und Vertreter der klaren Worte ist (und sich nur den Kennern als durchaus widersprüchlicher Charakter eröffnet), empfiehlt Musik, die wir so nicht vermutet hätten: ...

... Jochen Müter steht auch auf kleine Miezekätzchen. "Schrill, laut, fordernd: MIA haben im Frühjahr 2012 mit 'Tacheles' ihr fünftes Album geboren. Es ist musikalisch aufregend und textlich zauberhaft", findet er. "Sängerin Mieze lässt tief blicken. Sex mit Frauen, durchwachte Fernseh-Nächte, brutale Zweierbeziehungen, Angst und Euphorie: Sie lebt intensiv und zeigt es auch. ...

... MIA sind echt dabei, keine Scripted-Reality. Eine wunderbare deutsche Band – zurzeit unverzichtbar." Und seit er mal neben Mieze auf dem Markt Oliven gekauft hat und ihr bei dieser Handlung zuschauen durfte und sie sooo reizend zu der Marktverkäuferin war, ist der gestandene Mann eben ein Miezekatzenfan. Diese Erklärung waren wir noch schuldig, so viel Zeit muss sein.

Jetzt aber mal was ganz anderes. Peter Poprawa hat ein Ohr für Klassisches, darum hat er den folgenden Klängen nochmal gelauscht, wobei seine erste Wahl nicht unbedingt erste Wahl für ihn ist: "Schon die ersten Anschläge lassen hören, hier geht es nicht um Klassik, sondern um Easy Listening. Wer auf gutgemachte Kaufhausmusik steht und auch noch nach Weihnachten das warme, befriedigende Gefühl des Shoppings erleben will, ...

... sollte sich die Musik des in London lebenden Südkoreaners Yiruma nicht entgehen lassen. Wer jedoch echte Klassik erleben will, …

… sollte es mal mit dem jungen Kanadier Jan Lisiecki versuchen. Der noch nicht einmal 18-jährige Sohn polnischer Eltern lässt das Piano singen, wenn er die beiden verwandten Mozart-Werke 466 und 467 spielt. ...

... So wird das Andante des C-Dur-Konzerts zu einer großen, innigen Arie. Aus Lisiecki schmeckt man den jungen Wein, der einmal kostbar werden wird."

Poprawa hat noch mehr gehört: "Anderes empfindet man bei der jungen Japanerin Yuja Wang. Wenn sie Rachmaninow spielt, hebt es den Zuhörer aus den Sitzen. Kraftvoll und dennoch virtuos ist ihr Anschlag. Die Großen der Szene reißen sich um sie."

Dennoch empfiehlt er: "Man fühlt sich ein wenig gehetzt bei ihren Interpretationen und mag beim Zuhören nur auf der vorderen Kante des Sessels sitzen. Yuja Wang ist für diejenigen, die Klassik gern an frischer Luft hören."

Vollkommen andere Baustelle: "Anlässlich des Untergangs der Titanic komponierte der ehemalige Sänger der Bee Gees, Robin Gibb, gemeinsam mit seinem Sohn Robin-John das 'Titanic Requiem'", erinnert sich Poprawa. "Uraufgeführt wurde es am 10. April 2012, sechs Wochen später starb der Künstler. ...

... Die Heilige Messe geht unter die Haut und berührt das Herz. Wer ein wenig weinen möchte über den Tod Robin Gibbs und den Untergang der Titanic, für den ist die Aufführung des Royal Philharmonic Orchestra nur zu empfehlen."

Auch beim nächsten Künstler haben viele Fans geweint. Markus Lippold erinnert uns an die Beastie Boys: "Am 4. Mai 2012 verstarb Adam Yauch, einer der drei Beastie Boys, im Alter von 47 Jahren. Wie fantastisch diese Band in ihren besten Jahren war, zeigt eindrucksvoll 'Ill Communication'. Das Album von 1994 setzte das fort, was die Band zwei Jahre zuvor mit dem nicht minder großartigen 'Check Your Head' begonnen hatte: ...

... Eine furiose Mischung aus Hip-Hop, Punk und Soul, diesmal noch angereichert durch elektronische Musik. Ob mit 'Sure Shot', 'Root Down' oder 'Heart Attack Man' - das Album setzte Maßstäbe.

Dazu gehört auch das fulminante Video zum Oberhit 'Sabotage'. Beide Alben - 'Ill Communication', aber auch 'Check Your Head' - gehören in jeden Plattenschrank, Fans seien die remasterten Doppel-CDs (bei Capitol/EMI) mit Bonustracks ans Herz gelegt." Und nach den Boys kommen die Brothers, ...

... und zwar die Avett Brothers. "Nach ihrem Durchbruch mit 'Emotionalism' und dem fantastischen Major-Debut 'I And Love And You' legt die US-amerikanische Folkrockpunkband mit dem großartigen ...

... 'The Carpenter' (Universal) nach, wiederum produziert von Rick Rubin. Die Mischung aus aufbrausendem Rock, melodischen Hymnen und ruhigen Songs weiß wieder voll zu überzeugen, auch wenn die Band im Vergleich zum Vorgänger etwas ruhiger wirkt. Eine ...

... wundervolle, sehr zu empfehlende Platte", schwärmt Lippold, "die vom ersten Song an die Stimmung hebt. Im kommenden Jahr sollte man sie keinesfalls live verpassen - da sind die Gebrüder Avett die pure Naturgewalt."

"Wo man singt, da lass' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder ..." Okay, es gibt bestimmt eine bessere Überleitung, irgendwo, da draußen, aber jetzt eben nicht, und deswegen zur Wirtschaft: Redakteur Nikolas Neuhaus kann sogar dem Weltuntergang etwas abgewinnen: "Ob 'The Dark Knight Rises' nun einer der besseren Filme des Jahres war, darüber lässt sich streiten. ...

... Der Soundtrack von Hans Zimmer ist jedoch ohne Frage so herrlich düster-martialisch, ...

... dass er auch ohne Fledermäuse funktioniert. Wozu auch, schließlich gibt es ja den Maya-Kalender: Wenn schon Weltuntergang, dann zur Musik von 'The Dark Knight Rises'."

Zwischendurch mal etwas für unsere Kleinen aus der Musikredaktion: Der Name klingt vielleicht ein wenig albern - also nicht Lena, zu der die Füße auf dem Foto gehören - aber ...

... "Giraffenaffen". Dahinter verbirgt sich jedoch Musik, die wir alle kennen, und die von Künstlern aus dem Jetzt interpretiert werden: Mit Culcha Candela fahren wir im Hühnerstall Motorrad, ...

... Sascha und Alec singen in Original-BossHoss-Sound "Old MacDonald", die bereits erwähnte ...

... Lena ist dabei und die Fantastischen Vier mit dem Klassiker "Hätt' ich dich heut' erwartet (hätt' ich Kuchen da"). Das ist alles ganz schön süß. Aber auch cool.

Cool sind auch die Tipps von Andrea Beu, die schon fast befürchtet hatte, gar kein Album durchgängig gut zu finden in diesem Jahr. Der erste Tipp: "Luca Sapio. Ein unglaublich lässig singender Soultyp - aus Italien! Italien und Soul, das ist ja nicht unbedingt eine häufige Verbindung ... aber er hat neben der Lässigkeit die für mich im Soul unbedingt notwendige Verzweiflung, den Schmerz in der etwas rauen Stimme - und gleich der erste Song der Scheibe, 'How Did We Lose It' ist ein echter Knaller", schwärmt Beu, "ein Hit. ...

... Der zweite Song schwächelt etwas, aber gleich der dritte fährt wieder großes Soulkino auf. Viel Orgel dabei. Klingt wie früher. Also nicht modern, aber gut und schön. ...

... Das andere Album ist von Cody ChestnuTT. Zuletzt war sein Song 'The Seed' als Coverversion von The Roots vor paar Jahren ein großer Hit. Dann war 'ne Weile Ruhe, jetzt die Platte 'Landing On A Hundred'. Klingt über weite Strecken wie Marvin Gaye, dann wieder wie Lenny Kravitz in seinen souligen Stücken. ...

... Großes Kino mit vielen Streichern, vielen Bläsern, zwischendurch sehr funky, tanzbar. Tolle, warme, tiefe Stimme. Siehe oben: Klingt wie früher. Also nicht modern, aber gut und schön."

Bad Religion und Motörhead sind langweilig, findet Christian Rothenberg; beide machen seit Jahrzehnten die gleiche Musik - ohne Überraschungen. "Bei Thrice ist das anders. Als die Kalifornier 1998 die Bühnen erobern, sind sie eindeutig festgelegt: Metal, Hardcore. Roh und laut, viel Gebrüll vermengt mit Gitarrenkrach. Doch mit den Jahren werden die härtesten Rocker sanfter. Ruhige, experimentelle und immer melodiöse Postrock-Songs: Knapp 15 Jahre nach ihrer Gründung später haben Thrice das komplette Spektrum des Musikgenres einmal umsegelt. ...

... Weiter kann die Reise nicht mehr gehen, also lösen sie sich auf. Ihr Vermächtnis heißt 'Anthology'. Über die 24 Stücke durften die Fans der Band abstimmen. Thrice in all ihrer bunten Schönheit, von der Auferstehung bis zum Schluss. Dann verklingt der letzte Ton – für immer." Wir sind natürlich noch lange nicht fertig: ...

... Volker Probst haben es 2012 die zarten Frauen-Stimmen angetan. Nun ja, eigentlich nicht nur 2012, aber in diesem Jahr besonders. Mit Musik aus Frankreich indes kann er normalerweise nicht viel anfangen, doch in diesem Fall schon. "I Thought I Was An Alien" heißt sein Album des Jahres. Und das stammt von einer jungen, etwas durchgeknallten Französin mit Hang zur Melancholie namens Soko.

"Ein Album voll bittersüßer Indie-Pop-Folk-Songs - spärlich instrumentiert, aber dadurch umso eindringlicher. Mal rotzig frech, mal einfach nur schön und mal so herzzerreißend, dass man Soko am liebsten nur noch väterlich tröstend in den Arm nehmen möchte", urteilt Herr Probst.

Andere Frau, anderes Album, anderes Land: Ellie Goulding ist Engländerin und hat mit "Halcyon" ihr zweites Album vorgelegt. Darauf erweist sich Goulding wieder einmal als musikalische Grenzgängerin - irgendwo zwischen Songwriterin, Indie, Electro und schnödem Pop. Dass …

… die junge Britin einiges auf dem Kasten hat, haben schon viele registriert - von Film- und Fernsehmachern, die ihre Musik nur allzu gern zur atmosphärischen Untermalung nutzen, bis hin zu Lena, die mit "Not Following" einen von Goulding geschriebenen Song auf ihrem Debütalbum unterbrachte.

Und Frau Nummer 3 - schließlich verbirgt sich hinter dem Pseudonym Bat For Lashes ausschließlich die Britin Natasha Khan. Nach "Fur And Gold" und "Two Suns" präsentierte sie 2012 mit "The Haunted Man" ihr drittes Werk. Und immer mehr drängt sich einem der Eindruck auf, …

… dass hier eine moderne Version von Kate Bush heranreift. Ja, in der Musik von Bat For Lashes steckt viel Pathos. Zugleich jedoch betört Natasha Khan einen mit Klangwelten, die so recht in keine Schublade passen wollen. Vielleicht nicht die Musik für eine sommerliche Cabrio-Fahrt, aber definitiv der passende Soundtrack für Herbst und Winter.

Pathos, das geht selbstredend nicht nur mit Frauengesang. Und zudem will Herr Probst natürlich beweisen, dass er auch mit Männerstimmen klarkommt. Das Duo Dead Can Dance ist eine Institution für die Mixtur aus beidem. Lisa Gerrard und Brendan Perry …

… begeistern seit knapp 30 Jahren ein Publikum, das gemischter kaum sein könnte - vom Gothic-Fan bis zum Klassik-Freund. Mit "Anastasis", dem ersten Studioalbum von Dead Can Dance seit 16 Jahren, ist ihnen wieder einmal ein Meisterwerk gelungen. Musik wie ein Film, in dem man verzaubert hoch zu Ross durch das Auenland reitet.

Und noch ein Gesangsduo, das aber mit kräftigem Rockeinschlag. Seit sie vor zehn Jahren ihre erste EP "Whip It On" herausgebracht haben, bilden The Raveonettes eine Referenzklasse für sich. Schwammen die frühen Werke noch in den Sound-Gewässern der heiligen The Jesus & Mary Chain, …

… tauchen Sune Rose Wagner und Sharin Foo mittlerweile immer tiefer in die düsteren Gefilde von Psychedelic Rock ab. Dabei bleiben sie wie auf ihrem aktuellen Album "Observator" jedoch stets poppig und eingängig genug, um den Hörer spontan zu packen. Ach ja, und noch etwas: Live sollte man sich The Raveonettes nicht entgehen lassen.

Für alle, denen die vorherigen Tipps viel zu schnullibulli waren, gehen wir an dieser Stelle noch einmal richtig ans Eingemachte: Die schon 1982 von Michael Gira gegründeten Swans sind Kult. Und sie sind Lärm. Kranker, abgefahrener, perverser Lärm - in jeder Hinsicht. "Ich schätze mal, …

... … 99,999 Prozent der Menschen laufen schreiend weg, wenn sie den Psychopathen Gira und seine Swans loslegen hören. Der Rest bleibt mit vor Staunen offenem Mund fasziniert und gebannt stehen. Ich gehöre zur letzten Kategorie", sagt Volker Probst und legt daher allen Schmerzbefreiten, die bereit sind, sich auf ein Abenteuer einzulassen, schließlich noch das Sound-Ungeheuer "The Seer" von den Swans ans Herz.

Die Mitglieder von Green Day sind allesamt in diesem Jahr 40 geworden - und sind trotzdem noch kein bisschen leiser. Im Gegenteil: Mit "¡Uno!", "¡Dos!" und "¡Tré!" legten die Punkrocker innerhalb von gerade einmal drei Monaten drei volle Alben vor. Auf jedem von ihnen …

… geht es in bester Green-Day-Manier geradeaus nach vorne. Für kleine Irokesen-Träger wie für jung gebliebene Altpunks gleichermaßen ein Muss, findet unsere Musikredaktion. Und weil ja nicht zuletzt Green Day nicht unerheblich zur Massentauglichkeit solcher Klänge beigetragen haben, eigentlich auch für alle anderen.

Oder lieber doch das Original? Sage und schreibe 35 Jahre sind vergangen, seit die Sex Pistols mit "Never Mind The Bollocks" die Musikwelt revolutionierten. Zum nicht ganz runden Jubiläum …

… erschien 2012 eine Deluxe-Ausgabe des Klassikers mit bislang unveröffentlichten Live-Tracks als Zugabe. Zweifelsohne das perfekte Geschenk zum Fest - da tanzt man doch Pogo um den Weihnachtsbaum.

Große Pop-Alben erschienen 2012 viele - "The Truth About Love" von Pink, "Unapologetic" von Rihanna oder "Take The Crown" von Robbie Williams, um nur einige zu nennen. Noch recht frisch auf dem Markt ist indes das neueste Werk von Alicia Keys. Wer …

… anspruchsvollen Soul von einer wahren Power-Frau mag, der kommt an Keys schon lange nicht mehr vorbei. Und das gilt auch für ihr mittlerweile fünftes Album "Girl On Fire" - das erste nach drei Jahren Babypause. Erdig und emotional, erwachsen und erotisch - besser kann eine Soul-Diva nicht klingen.

Dem Anlass entsprechend sei noch auf ein paar sehr verlässliche Größen hingewiesen, die unsere Weihnachts-CD-Sammlung erst komplett machen. Der eine ist Michael Bublé, und ja, wir haben alles schon gehört, aber seine Versionen der Christmas Songs sind voller Swing, ...

... voller Freude, fast so, als könnte man sie auch über den 26.12. hinaus noch hören. Der andere ist …

... Rod Stewart. Mit "Merry Christmas, Baby", hat der 67-Jährige tatsächlich das allererste Weihnachtsalbum in seiner über 40-jährigen Karriere veröffentlicht. Und raten Sie mal, wer ihm als Duettpartner bei "Winter Wonderland" unter die Arme greift? Michael Bublé! Aber ...

... Stewart hat bei seiner Interpretation der schönsten Weihnachtsklassiker noch weitere Unterstützung - etwa von Cee Lo Green, Ella Fitzgerald und Mary J. Blige. Und mit "Red-Suited Super Man" gibt es obendrauf noch eine Eigenkomposition des Mannes mit der Reibeisenstimme. Falls ...

... Ihnen die beiden genannten Herren wider Erwarten nicht zusagen sollten, dann haben wir wirklich nur noch einen letzten Tipp für Sie: einen ganzen Mädchenchor. Unter der Leitung der Kolacny Brothers interpretieren Scala aus Belgien alternative (Weihnachts-Songs) - von Bands und Künstlern wie ...

... den Smashing Pumpkins, Linkin Park, Prince, Joni Mitchell oder Wham!. Alles zu finden auf dem Album "December". Wer also "O du fröhliche" und "Stille Nacht heilige Nacht" unter dem Baum nicht mehr hören kann, sollte flugs zu dieser Alternative greifen.

Und nun der wirklich allerletzte Tipp: Paul McCartney auf einem Album mit Calexico, Rufus Wainwright, Diana Krall, Fun. und den Punch Brothers. Genau die richtige Untermalung am 24.12. für die GANZE Familie.

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