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Porträt: Die Queen

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Die Queen feiert am 21. April 2006 ihren 80. Geburtstag. Dann ist sie 54 Jahre auf dem Thron, zwei Drittel ihres Lebens.

Die Queen feiert am 21. April 2006 ihren 80. Geburtstag. Dann ist sie 54 Jahre auf dem Thron, zwei Drittel ihres Lebens.

Die Queen feiert am 21. April 2006 ihren 80. Geburtstag. Dann ist sie 54 Jahre auf dem Thron, zwei Drittel ihres Lebens.

Und der Ruhestand ist noch lange nicht in Sicht.

Schon als sie durch den frühen Tod ihres Vaters George VI. im Alter von 25 Jahren über Nacht von einer Prinzessin zur Königin wurde, war für Elizabeth II. klar, dass sie eine Aufgabe fürs Leben angetreten hatte.

"Sie saß aufrecht an ihrem Schreibtisch und akzeptierte ihr Schicksal sofort. Ihre Gefühle blieben tief verborgen", berichtete ein Höfling, der die Prinzessin auf einer Safari in der damaligen Kolonie Kenia begleitet hatte, wo sie vom Tod des Vaters erfuhr.

Noch am Tag seines Todes am 6. Februar 1952 wurde sie vom Thronfolgerat als Königin proklamiert, ihre Krönung fand jedoch erst ein Jahr später, am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey, statt.

Elizabeth bestand darauf, dass die Krönungszeremonie im Fernsehen übertragen wurde.

Die Wende im Leben von Elizabeth Alexandra Mary Windsor hatte sich schon Jahre zuvor angekündigt.

Die Abdankung ihres Onkels Edward VIII. wegen seiner Liebe zur geschiedenen US-Bürgerin Wallis Simpson 1936 hatte zur Folge, ...

... dass ihre Eltern, König George VI. und Elizabeth, schon 1937 und damit viel früher als geplant gekrönt wurden.

"Wenn unser Vater König wird, wirst Du dann einmal Queen?", fragte damals Prinzessin Margaret ihre um vier Jahre ältere Schwester. "Ja, ich glaube schon", gab Elizabeth zurück.

"Du armes Ding", soll Margaret kommentiert haben. "Elizabeth war ernst und verantwortungsvoll, Margaret extrovertiert und frech", heißt es in einer Biografie über die Königstöchter.

Maßgeblich geformt wurde Elizabeth aber nicht nur durch den frühen Tod ihres geliebten Vaters, sondern auch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Erinnerungen an deutsche Bombenangriffe, vor denen die Königsfamilie häufig in die Kellergewölbe von Schloss Windsor floh, blieben haften.

Weil sie "ihren Beitrag zur Landesverteidigung" leisten wollte, trat Elizabeth noch im April 1945 als Lastwagenfahrerin in die freiwilligen militärischen Hilfsdienste ein. Hier machte sie auch ihren Führerschein.

Danach brachen glücklichere Zeiten an. Elizabeth und der schneidige Marineleutnant Prinz Philip heirateten im November 1947 im Westminster Abbey.

Bereits als 13-Jährige hatte sich Elizabeth unsterblich in Philip Mountbatten, einen dänisch-griechischen Prinzen deutscher Abstammung, verliebt.

Wie praktisch, dass er auch eine königliche Ausbildung mitbrachte, die er nun als Prinzgemahl gut gebrauchen konnte.

Obwohl er gelegentlich mit seiner Rolle haderte und die Ehe nicht immer krisenfrei blieb ...

... gilt er noch heute als loyaler Partner seiner königlichen Gattin.

„Niemand behandelt die Queen wie einen normalen Menschen. Und einer der Gründe, warum die Ehe zwischen der Queen und Prinz Philip nun seit fast 60 Jahren hält, ist, dass es nur einen Mann auf der Welt gibt, der die Queen wie eine normale Frau behandelt, und das ist ihr Ehemann", schrieb Gyles Brandreth in seiner Doppelbiografie des Paares.

Das Paar hat vier Kinder. 1948 wird Charles geboren, 1950 folgt Anne, 1960 schließlich Andrew ...

... und 1964 Nesthäkchen Edward.

Als Referenz an Prinz Philip tragen sie den persönlichen Familiennamen Mountbatten-Windsor.

Der Queen wurde immer nachgesagt, sie sei eine eher kühle und distanzierte Mutter gewesen.

Vor allem ihr Erstgeborener Charles beklagte sich bitterlich.

Tochter Anne hält sich hingegen royal zurück: "Mit der Zeit lernt man, dass es nicht gut ist, überaufgeregt zu sein, wenn die Dinge falsch laufen, die Dinge werden dadurch noch schlimmer."

Ihre Biografen verteidigen sie hingegen. Sie habe viel Arbeit als Königin und sich bei der Erziehung ihrer Kinder an das gehalten, was in ihrer Gesellschaftsschicht normal gewesen sei.

Schwiegertochter Diana bemühte sich dennoch um einen deutlichen Gegenentwurf zur Kindheit ihres Mannes Charles.

Während ihrer Zeit als britisches Staatsoberhaupt hat die Queen zehn Premierminister - von Churchill bis Blair - in ihr Amt eingeführt.

Obwohl sie sich während der wöchentlichen Audienzen mit den Regierungschefs gemäß ihrer als "politisch neutral" definierten Rolle meist aufs Zuhören beschränkt, hatte die Queen sehr wohl ihre persönlichen Vorlieben und Abneigungen.

Churchill war und blieb für sie eine Vaterfigur, mit Margaret Thatcher gab es "Persönlichkeitskonflikte", und mit Blair, ihrem "jüngsten Premier", soll das Verhältnis außerordentlich harmonisch sein.

In der 1.000-jährigen Geschichte der britischen Monarchie hält Königin Elizabeth bei der Anzahl der "Dienstjahre" den vierten Rang.

Nur Königin Victoria (die 64 Jahre herrschte), George III. und Henry III. saßen länger auf dem Thron.

Die Queen als Herrscherin ist daher zugleich auch Zeitzeugin so umwälzender historischer Ereignisse wie dem Untergang des britischen Empire, der Gründung der Europäischen Union, dem Fall der Berliner Mauer und des Kommunismus in ganz Osteuropa.

Diese Rolle, gepaart mit einem unerschütterlichen Verständnis von Tradition, Disziplin und Pflichtgefühl, ...

... sowie ein fester Glaube, Moral, eine unerschütterliche Haltung und Humor haben der Queen bei ihrem "Job" geholfen.

Eine der schönsten Geschichten, die ihre Schlagfertigkeit belegt, ist diese: Auf dem Weg zum Schloss Balmoral in Schottland entdeckte die Queen am Straßenrand einen kleinen Laden und betrat ihn neugierig.

Die Verkäuferin sah sie ungläubig an: "Sie sehen der Königin außerordentlich ähnlich." Elizabeth II. erwiderte: "Oh, wie beruhigend!"

Mit Humor und Disziplin meisterte sie auch die tiefen Krisen in ihrem persönlichen Leben.

Das Jahr 1992, Höhepunkt einer Krisenserie, erklärte die Queen zu ihrem Schreckensjahr.

Im März trennt sich Prinz Andrew von seiner Frau "Fergie"

Im April lässt sich Prinzessin Anne scheiden.

Im November zerstört ein Brand Teile von Schloss Windsor.

Und im Dezember geben schließlich Charles und Diana ihre Trennung bekannt.

Fünf Jahre später, beim Tod von Diana im August 1997, scheint der Instinkt der Queen zu versagen und sie gerät selbst in die Kritik.

Damals waren 72 Prozent der Bevölkerung der Meinung, sie habe angesichts der großen Volkstrauer nicht genügend Gefühl gezeigt.

Schnell - und mit Hilfe von Blair - betrieb sie Schadensbegrenzung, hisste die Trauerflagge auf dem Buckingham-Palast und ordnete ein Staatsbegräbnis für die schwierige Schwiegertochter an.

1999 gibt es dann auch mal wieder einen Lichtblick: Prinz Edward heiratet. Dass auch er ihr noch Sorgen macht, ist dann wieder eine andere Geschichte.

2002 will sie ihr "Goldenes Thronjubiläum" feiern und hofft auf ein gutes Jahr für die Monarchie.

Doch wieder kommt es anders. Im Februar stirbt ihre Schwester Margaret.

Nach einem ausschweifenden Leben und mehreren Schlaganfällen war von der einst als eine der schönsten Frauen des internationalen Jet Sets angesehen jüngeren Schwester nur noch ein Schatten übrig.

Nach dem Tod ihrer Jüngsten ist auch der Lebenswille von Queen Mum gebrochen. Im März stirbt sie 101-jährig.

Elizabeth und ihre Mutter hatten ein sehr gutes Verhältnis. Sie telefonierten täglich.

Bei der Vermittlung dieses Telefonates durfte die Telefondame in der Palastvermittlung immer den legendären Satz sagen: "Your majesty, her majesty, your majesty" Also:"Eure Majestät, ihre Majestät für Eure Majestät".

Erstmals sieht man die Queen bei der Beerdigung ihrer Mutter in der Öffentlichkeit weinen. Sie verabschiedet sich mit ihrem Namen aus Kindertagen: Lilibet.

Beim "Goldenen Thronjubiläum" feierten Millionen von Briten auf den Straßen dennoch ihre Queen.

Doch auch ihr dürfte die eigene Endlichkeit deutlicher denn je vor Augen geführt worden sein.

Sie gibt zunehmend Verantwortung und Termine an ihren Ältesten ab.

Das Verhältnis der beiden ist inzwischen besser denn je.

Dazu hat sicher auch beigetragen, dass sie Charles' Partnerin Camilla nach vielen Jahren akzeptiert und in die Familie aufgenommen hat.

Mit inzwischen auch stolzen 57 Jahren ist er als Thronfolger im Wartestand möglicherweise aber auch milder geworden.

Und Prinz William erweist sich als kluger Kopf. Die nächste Generation der Royals ist also auch gesichert.

Mit 80 Jahren blickt die Queen auf ein überreiches Leben zurück.

Sie hat für 139 Porträts stillgesessen.

Sie hat unzählige Weihnachtsansprachen gehalten, ...

... zahllose Staatsbesuche hinter sich, ...

... Galerien ...

... und Brücken eröffnet, ...

... Tiere prämiert, ...

... Bäume gepflanzt ...

... Parlamentssitzungen eröffnet ...

... Volkstänze angesehen ...

... und Kopfbedeckungen getragen.

Darüber ist sie nicht nur eine ältere Dame, ...

... sondern eine alte Frau geworden.

An einen Rückzug ins Privatleben scheint sie dennoch nicht zu denken.

Sie möchte nur ein wenig kürzer treten und deshalb künftig mehr Zeit auf Schloss Windsor verbringen - getreu dem Motto "my home is my castle".

So werden die stillen Momente auch künftig eher selten sein ...

... ebenso wie die Ausritte ...

... mit ihren geliebten Pferden.

Und wenn die Liebe zu ihren Corgis auch legendär ist, müssen die Hunde doch hinter einem Königreich zurückstehen.

Sie wird sich also weiter in Schale werfen, ob in blau ...

.. braun ...

... grün ...

... weiß ...

.. oder rot. Wenn es darum geht, was sie anzieht, ist die Queen wie alle Frauen, verrät ihr deutscher Schneider Karl-Ludwig Rehse. "Sie schaut am Morgen den Himmel an und in ihren Kleiderschrank. Sie prüft ihre Stimmungslage und entscheidet dann. Niemand kann vorher sagen, was sie tragen wird."

Die Queen ist sich immer treu geblieben.

Die unnahbare Würde, mit der die Königin ihrer Rolle nachgeht, vermittelt ihren Untertanen den Eindruck der Beständigkeit.

Und die wissen das in einer Zeit, in der sich alles ändert, zu schätzen.

"Das Beruhigende an der Queen ist, dass sie sich scheinbar überhaupt nicht verändert", sagte Hofkenner Alexander Chancellor in diesen Tagen. Und das sei wahrscheinlich auch das Geheimnis ihres Erfolgs.

Zum runden Geburtstag gibt es eine Sonderbriefmarke ...

... und jede Menge Streicheleinheiten.

Sie wird das wie immer konzentriert zu schätzen gewusst haben ...

... und vielleicht sogar "amused" gewesen sein.

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