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"Magic City" in Dresden: Die ganze Welt der Urbanen Kunst

Von Markus Lippold

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Urbane Kunst ist überall. Seien es Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum oder illegale Wandmalereien, Graffitis und Sticker, die an Verteilerkästen und Verkehrsschildern kleben. (Foto: Markus Lippold)

Urbane Kunst ist überall. Seien es Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum oder illegale Wandmalereien, Graffitis und Sticker, die an Verteilerkästen und Verkehrsschildern kleben.

Urbane Kunst ist überall. Seien es Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum oder illegale Wandmalereien, Graffitis und Sticker, die an Verteilerkästen und Verkehrsschildern kleben.

Eine Ausstellung im Dresdner Kulturquartier Zeitenströmung versucht, die Vielfalt der Urbanen Kunst zu erfassen - …

… auch wenn man sich eher auf moderne Ausprägungen beschränkt (Malerei von OAKOAK).

"Street Art in ihrer ganzen Vielfalt" lautet denn auch das Motto von "Magic City".

Street Art - das sind Graffiti und Sticker, großflächige Malereien und Strick-Kunst, 3D-Effekte und Installationen (hier ein Werk des deutschen Duos Herakut).

Gleich zu Beginn gibt es einen Rückblick auf den Beginn der Graffiti-Bewegung in New York City und anderen Städten, wo Künstler Wände, Hauseingänge und Zugwaggons besprühten und bemalten.

Auch "Magic City" präsentiert diese klassischen Graffiti - wie dieses Werk des Ägypters Ganzeer, das einer echten Hauswand nachempfunden ist.

Doch die Ausstellung geht weit darüber hinaus: Mehr als 40 Künstler aus 21 Ländern präsentieren ihre Werke, die in ganz unterschiedlichen Techniken geschaffen wurden (hier der chinesische Künstler Qi Xinghua).

Der Portugiese Bordalo II betätigt sich etwa als Upcycling-Künstler, der aus Müll und Schrott faszinierende Installationen schafft - ein Statement gegen den Konsumwahn.

Die iranischen Brüder Icy & Sot, die in den USA leben, verarbeiten politische Themen - wie dieses Boot, das zerbombte Häuser trägt.

Auch Shepard Fairey, der durch sein "Hope"-Porträt von Barack Obama weltbekannt wurde, arbeitet politisch - seine Installation (oben) verweist auf die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raums, während direkt darunter die beiden Dresdner Andy K und Jens Besser ihre Werke präsentieren.

Auch Isaac Cordal thematisiert - wie viele andere Künstler - den urbanen Raum, indem er seine Mini-Menschen in eine zerstörte Stadt versetzt, …

… während die in Bautzen geborene Claudia Walde, bekannt als MadC, mit leuchtenden Farben arbeitet - in diesem Fall baut sie ihr Werk aus unzähligen Kappen von Sprühdosen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht wiederum das Karussell der Polin OLEK, …

… mit Figuren, die komplett in knalliges Strickgarn gehüllt sind.

Roa aus Belgien zeigt Tiere, deren Aussehen man verändern kann, indem man die Türen umschlägt.

Überhaupt sind die Besucher immer wieder Teil der Kunst, ihre Entdecker. Einige Werke kann man betreten wie dieses von Yok & Sheryo.

Bei den faszinierenden 3D-Arbeiten (hier eine des Niederländers Leon Keer) muss man im richtigen Winkel stehen, …

… damit sie sich richtig entfalten können - und man zum Teil des Werkes werden kann.

Andere Werke muss man suchen, wie die Miniaturen, die sich in Kästen verbergen, die Strom- und Postkästen auf realen Straßen nachempfunden sind.

Neben den großen Werken gibt es überall versteckte Details, die zusammengenommen die ganze Vielfalt der modernen Urbanen Kunst abbilden und den Zuschauer auffordern, sich mit dem öffentlichen Raum auseinanderzusetzen: Wer beherrscht ihn? Ist er veränderbar? Und wie wollen wir ihn gestalten?

Puristen mögen einwenden, dass die Stadtlandschaft, die die Ausstellung präsentiert, nicht real ist - sie entzieht sich der Spontanität und Vergänglichkeit von Street Art.

Den Besuchern bietet sich jedoch die Möglichkeit des Kennenlernens, des Abbaus von Vorurteilen. Und der Spaß, Kunst spielerisch zu erobern - …

… etwa, indem man im Eingangsbereich selbst aktiv wird.

"Magic City" läuft bis zum 8. Januar 2017 im Kulturquartier Zeitenströmung in Dresden. Vom 13. April bis zum 10. September 2017 ist die Ausstellung dann im Münchner Olympiapark zu sehen.

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