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Unterhaltung

Gar nicht blöd: Die meist blonde Reese Witherspoon

 
Wem zu Reese Witherspoon immer noch vor allem "Natürlich blond" einfällt, der hat die Entwicklung der fast 30-Jährigen verschlafen.

Wem zu Reese Witherspoon immer noch vor allem "Natürlich blond" einfällt, der hat die Entwicklung der fast 30-Jährigen verschlafen.

Die US-Schauspielergilde hat sie vor kurzem als beste Schauspielerin ausgezeichnet ...

... und den Golden Globe für die beste Darstellerin Musical/Komödie hat sie in diesem Jahr, 2006, auch schon eingeheimst ...

... und nun ist sie auch noch für den Oscar nominiert.

Überzeugt hat sie Kritiker und Kollegen mit der Rolle der June Carter. Die Ehefrau von Country-Legende Johnny Cash spielt sie in "Walk the line" an der Seite von Joaquin Phoenix.

In ihrer SAG-Dankesrede sagte sie: "Mein Gott, manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass ich nur ein kleines Mädchen aus Tennessee bin". (Im Bild Johnny Cash mit seiner Frau June 1997 in Frankfurt am Main)

"Ich möchte sagen, dass meine größte Inspiration für diesen Film natürlich June Carter war. Sie war eine unglaubliche Frau."

Das Gleiche ließe sich auch von Witherspoon sagen. Sie widersetzt sich engagiert dem Blond-gleich-blöd-Image: "Ich verstehe nicht, warum die Leute sich so stark auf Schönheitsideale konzentrieren, nur daran denken, wie sie auf andere wirken."

Manche Frauen seien selbst Schuld an diesem verschrobenen Frauenbild. "Frauen, die so sehr auf ihr Äußeres achten, sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie damit ein sehr konservatives Frauenbild unterstützen."

Laura Jean Reese Witherspoon wurde als Tochter des Chirurgen John und der Krankenschwester Betty Witherspoon in Baton Rouge, New Orleans (USA) geboren.

"Wenn man aus dem Süden der USA kommt, wird man sehr schnell für ungebildet gehalten. Und ich wollte nie, dass die Leute mich für blöd halten, nur weil ich meine Heimat nicht verheimliche."

So bekommen auch ihre eher eindimensionalen Filme "Natürlich blond 1 und 2" eine ganz andere Botschaft. Eine Blondine will einen Mann und muss dafür jede Menge lernen, um den Kerl am Ende in den Wind zu schießen.

Sie selbst hat auch wenig Verständnis für Menschen mit einem Faible für Klatschberichte - "wollen die Leute denn nicht mal etwas Richtiges lesen?".

Auf dem Blondchen-Image hat sie sich jedenfalls ganz geschickt nach oben gearbeitet.

Mit vierzehn Jahren bekam sie 1991 ihren ersten großen Auftritt in Robert Mullingans "The Man in the Moon". Damals machte sie noch Hausaufgaben am Set.

Seitdem hat die Frau mit dem energischen Kinn jede Menge Filme gemacht.

1996 dreht sie "Freeway", eine Mischung aus Psychothriller und rabenschwarzer Komödie ...

... und im gleichen Jahr den eher mittelmäßigen Psychofilm "Fear".

Zwischendurch leiht sie auch immer wieder Zeichentrickfiguren ihre Stimme. 1998 schließlich gerät sie als 90-er Jahre Kind in die Schwarz-Weiß-Soap "Pleasantville".

Nach dem ersten "Natürlich blond"-Erfolg folgt 2002 "Sweet Home Alabama", eine romantische Komödie über die Rückkehr ins Heimatdorf zum eigentlich schon abgelegten Ehemann.

Und auch im Kostümfilm glänzt Reese, als Becky Sharp in "Vanity Fair" erfreut sie die Kritiker.

Im Weihnachtsgeschäft 2005 sorgt sie wieder einmal mit viel Romantik für volle Kinokassen in "Solange du da bist".

Wenn sie nicht gerade dreht, führt sie gern ihr privates Leben und scheut auch keinen Konflikt mit den Paparazzi.

Auf der Feier zu ihrem 21. Geburtstag kommt sie ihrem Schauspielerkollegen Ryan Philippe näher.

Das Paar heiratet im Juni 1999.

Im September des gleichen Jahres kommt Töchterchen Ava zur Welt.

Im Oktober 2003 macht Söhnchen Deacon ihre Familie komplett.

Sie zählt zu den wandlungsfähigsten Typen der neuen Hollywood-Generation.

Von ihrer Oscar-Nominierung erfuhr sie in Berlin, wo sie gerade "Walk the line" vorstellt.

Sie habe noch unter dem Jetlag gelitten, geschlafen und wohl auch geträumt, als plötzlich jemand geschrien und sie damit aufgeweckt habe. "Ich war total überrascht", sagte Witherspoon über ihre Nominierung.

Ihr Mann und auch wir waren davon wohl weniger überrascht.

Von der Südstaaten-Beauty wird es also auch in Zukunft noch jede Menge mehr zu sehen geben als blonde Haare und ein Gucci-Täschchen mit Chihuahua.

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