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Venedig!
Jede Menge schöner Frauen!
Bei den 67. Filmfestspielen sind sie wieder am Lido.
Jessica Alba zum Beispiel.
Natürlich sind auch die coolsten Typen mit dabei: Zum Beispiel Regisseur Roberto Rodriguez, der sein neuestes, blutrünstiges Werk "Machete" vorgestellt hat.
Sein Hauptdarsteller Danny Trejo zeigte, worum es ging: Muskeln, Liebe, Glaube und Hoffnung.
Der Jury-Vorsitzende und Krawall-Regisseur ist dieses Mal nicht in "Kill Bill"- Mission unterwegs, sondern eindeutig friedfertiger, muss er doch seine Kraft auch zum Filme ansehen bewahren.
Afef Jnifen, ein tunesisches Model, kam zur Premiere von Darren Aronofskys Werk "Black Swan", ....
... in dem die grazile Natalie Portman eine Balletttänzerin darstellt.
Sorgte Aranofsky (rechts, mit Vincent Cassel) zuletzt noch mit seinem Drama "The Wrestler" und Mickey Rourke eher handfest für Furore, ...
... geht es in "Black Swan" um den Kampf einer Ballerina, die die Rolle ihres Lebens tanzen will. Der Psychothriller hat das Festival eröffnet.
Da sind ja aber noch so viele Stars mehr: Catherine Deneuve zum Beispiel.
Die 66-jährige Deneuve, "première dame" des französischen Kinos, hat die Lacher und die Fans beim Filmfestival von Venedig ganz auf ihrer Seite: ...
Es gab großen Beifall nach der Pressevorführung von François Ozons (r) Komödie "Potiche" mit einer fulminanten Deneuve, die auch ihren Filmpartner Gérard Depardieu glatt an die Wand spielt.
Danach der gefeierte Auftritt vor den TV-Kameras, die eine energische 66-Jährige einfangen, wie sie für mehr Frauenemanzipation eintritt.
Abends dann der rote Teppich - "Potiche" ist im 67. Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Und für eine Komödie ist allein das schon ein Erfolg.
Catherine Deneuve tanzt Wange an Wange mit Gérard Depardieu, singt davon, wie wunderbar das Leben ist und will ganz Frankreich verändern: ...
Der 42-jährige Pariser Filmemacher und Drehbuchautor Ozon bietet also Frankreichs Top-Stars für eine Komödie mit etwas Tiefgang auf - und er kommt damit auch dem Motto des Festivalleiters Marco Müller nahe, der doch spritzige Filme von jüngeren Regisseuren für den Festivaljahrgang 2010 in der Lagunenstadt versprochen hatte.
Doch auf das Alter kommt es gar nicht an, macht eine dynamische und selbstbewusste Catherine Deneuve vor der Presse in Venedig klar.
In "Potiche" setzt sie sich gegen einen Macho-Mann durch, ...
... im richtigen Leben will sie die Revolution der Frauen fortgesetzt wissen: "Es hat sich vieles verbessert, aber es geht doch sehr langsam voran", sagt sie energisch, dabei wie immer charmant lächelnd.
In Ozons neuestem Werk geht es um den verblüffenden Aufstieg der Unternehmergattin Suzanne (Deneuve), die zuvor doch nur das attraktive Anhängsel ihres autoritären Mannes Robert Pujol (l, Fabrice Luchini) war. Als der Patron der Firma und Haustyrann ausfällt, bringt sie die stark kriselnde Regenschirmfabrik im Nu auf Vordermann. Und schwimmt sich damit frei.
Das Wort "Potiche" ist für einen Franzosen nicht nur die eher billige, in jedem Fall aber überflüssige Vase auf dem Kaminsims, sondern bezeichnet auch jene Frau ohne eigene Identität, die als Trophäe an der Seite eines erfolgreichen Mannes steht.
Eine Frau, der man nichts zutraut außer Repräsentieren und vielleicht noch Kochen.
Regisseur Ozon, der schon so oft Frauen in den Fokus rückte, lässt Suzanne einfach alles umkrempeln. Sie kehrt dabei kurz zurück zu dem gealterten Kommunisten Babin (Depardieu), mit dem sie einmal eine Affäre hatte. Doch auch der steht ihr bei ihrem Befreiungsschlag im Weg.
Für die ebenso resolute wie routinierte Deneuve ist es ein Leichtes, sich mit dieser Rolle für einen Preis zu positionieren.
"Ach, ist das Leben schön", so singen am Ende alle zusammen mit Suzanne, die das Unternehmen wieder an ihren Tyrannen zurückgeben muss, sich dafür aber zur Abgeordneten wählen lässt. Und das alles im Nordfrankreich Ende der 1970er Jahre.
Die Frauen sind im Kommen - dazu gehört eindeutig auch Sofia Coppola: Sie sorgte für riesigen Andrang und begeisterte Kritiker. Sofia Coppola hat mit ihrem sechsten Film "Somewhere" sofort den Lido erobert.
Witzig und auch mitfühlsam erzählt die 39-jährige Tochter des Regie-Stars Francis Ford Coppola von der inneren Leere ...
... des Hollywoodstars Johnny Marco (Stephen Dorff), den erst seine Tochter (Elle Fanning) aus seiner Sinnlosigkeit reißen kann.
Wie schon in ihrem Erfolgsstreifen "Lost in Translation" ist ein Hotel Schauplatz des Films, diesmal vor allem das legendäre Chateau Marmont in Los Angeles.
Sex, Pillen und ein Ferrari als Statussymbol haben den Star Johnny im Griffn - Sofia Coppolas Protagonist (Stephen Dorff) ist irgendwie verloren. Mit seinem Superschlitten dreht er Runden, sein Leben dreht sich im Kreis.
Als er aber seine elfjährige Tochter Cleo (Elle Fanning) mit zu einer Preisverleihung nach Italien schleppen muss, nähern sich die beiden einander an.
Das kleine Mädchen bringt den von ihr getrennten Vater dazu, sich zu öffnen und sich die Frage zu stellen: "Wer ist Johnny?"
Da geht es dann plötzlich um Liebe in der ansonsten so oberflächliche Show-Welt Hollywoods, die Coppola da auf die Schippe nimmt und ihr bisher intimstes Werk ist.
"Das bin zwar nicht nur ich in dem Film, jedoch finden sich Dinge aus meiner Kindheit darin wieder", erklärte die Tochter eines übermächtigen, beliebten Künstlers.
Die Regisseurin und Drehbuchautorin konnte strahlend und gelassen auftreten, denn den Segen des Übervaters hatte sie schon einkassiert.
"Den Film hast nur du machen können, hat er mir gesagt", freute sich die Tochter, die sich zwischen ihren Filmen viel Zeit lässt, nach dem Motto, weniger sei mehr.
"Marie Antoinette" liegt vier Jahre zurück, das preisgekrönte "Lost in Translation" stammt von 2003.
Und jetzt kann sie sich mit ihrem "Somewhere" einreihen bei den Favoriten für den begehrten Goldenen Löwen 2010.
Dass sie einmal eine Affäre mit dem diesjährigen Jury-Präsidenten Quentin Tarantino gehabt haben soll, spielt da sicher keine Rolle.
Ihr Film spinnt damit einen roten Faden fort, der sich durch das erste halbe Dutzend der insgesamt 24 Wettbewerbsstreifen zieht: Viel dreht sich um Frauen, die lieben, sich verlieren, um Zuneigung kämpfen und auch leiden.
Und das nicht nur im Sündenpfuhl Hollywood und auch nicht nur heute. Das Los der Frauen gibt den Takt vor in Julian Schnabels Film "Miral", der vor mehr als sechs Jahrzehnten in Palästina beginnt, ...
... und auch in Anh Hung Trans (l) "Norwegian Woods", das ein Japan der unruhigen 1960er Jahre zeigt.
Sofia Coppolas Tag auf dem Festivalgelände war aufregend - nicht nur ihretwegen.
Als ein starkes Gewitter Wogen an den Strand peitschte und eimerweise Wasser durchs Dach des alten Pressepalastes trieb, mussten die versammelten Kritiker und Fotografen abrupt ihre Arbeit abbrechen und flüchten.
Der Vorfall warf ein Schlaglicht darauf, dass das Lido-Gelände weiterhin nur eine Baustelle ist, ein moderner Festivalpalast lässt auf sich warten.
Aber mal abgesehen davon: ...
... solange der rote Teppich festgetackert ist, ...
... ist doch alles in Ordnung.
Und wenn es nicht weiter regnet, ...
... muss man sich um die Auftritte ...
... der Stars ...
... keine Gedanken machen.
Die Frauen überzeugen mit hübschen Kleidern ...
... und fotogenen Gesten, ...
... Männer müssen sich da schon mehr einfallen lassen (hier allerdings in der Parallelveranstaltung in Deauville).
Rennen auf Rot und in Stöckeln kommt dabei immer ein bisschen blöd rüber, ..
... große Gesten ...
... lange Beine ...
... und viel Haut bleiben weiterhin unverzichtbar.
Ja, viel Haut, wie gesagt.
Nicht schauspielerische Prominenz ist da, wo Glamour, Geld und Grandezza sind, auch immer anzutreffen, ...
... in diesem Fall Naomi Campbell, bei der man sich wegen der Handhaltung fragte, ob sie schwanger ist.
Außerdem war sie außergewöhnlich gut drauf: Sie gab sogar Autogramme. Es geht weiter!
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