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Unterhaltung

Umstritten und unsterblich: Evita Perón

 
Für die einen ist sie eine Heldin der Armen, ...

Für die einen ist sie eine Heldin der Armen, ...

... für die anderen eine Politikerin, die Argentinien auf einen Irrweg schickte.

Evita Perón, die am 7. Mai 2009 90 Jahre alt geworden wäre, bleibt auch 57 Jahre nach ihrem frühen Tod umstritten.

Vor allem in der Mittel- und Unterschicht wird sie bis heute als Vorkämpferin für die sozialen Rechte der Besitzlosen und für die Mitbestimmung der Frauen gefeiert.

Ihr wohl wichtigster und von allen anerkannter Erfolg war die Durchsetzung des Frauenwahlrechts.

Ihr schillerndes Leben lieferte den Stoff für das Musical "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna in der Titelrolle verfilmt wurde.

Als Eva María Ibarguren kommt "Evita" 1919 als eines von fünf Kindern des Großgrundbesitzers Juan Duarte und seiner Geliebten Juana Ibarguren in der Nähe des Städtchens Los Toldos in der Provinz Buenos Aires zu Welt.

Ihr wohlhabender und konservativer Vater hat auch eine offizielle Familie mit seiner Ehefrau, eine damals auf dem Lande nicht seltene Praxis.

Eva nimmt erst später den Familiennamen Duarte ihres Vaters an, der auch die inoffizielle Familie bis zu seinem Tod im Jahre 1924 unterstützt. (mit Juan Perón)

Danach fällt Evas Familie in Armut. Schon damals wird ihr Ehrgeiz sichtbar - sie soll einer ihrer Schwestern geschworen haben, sie werde entweder Schauspielerin oder Präsidentin.

Nach einer Karriere als eher mittelmäßige Sängerin und Schauspielerin in Buenos Aires ...

... lernt sie 1944 Juan Domingo Perón kennen.

Im Oktober des folgenden Jahres heiraten die beiden und nach Peróns Wahlsieg 1946 wird Eva First Lady.

Während Präsidentengattinnen sich bis dahin zurückzuhalten hatten, entwickelt "Evita" eigene politische Ambitionen. Sie legt sich vor allem mit der oft arroganten Oberschicht an, die sie so oft wie möglich vor den Kopf stößt.

Sich selbst erklärt sie zur Anwältin der Armen, die sie als "meine Hemdlosen" bezeichnet. Eine nach ihr benannte Stiftung verteilt in großem Stil Wohlstand von den Reichen zu den Armen.

Bei der Eintreibung von "Spenden" geht es mitunter rabiat zu, und Gegner des "Peronismus" werfen Perón und Evita vor, sie hätten Wohlstand als etwas missverstanden, das verteilt werden müsse, statt es zu erwirtschaften.

Der frühe Tod Evitas am 26. Juli 1952 infolge eines Krebsleidens hat sie jedoch in den Herzen der meisten Argentinier unsterblich werden lassen. (Im Krankenhaus, 1951)

Millionen Menschen reagieren fassungslos ... (Die Trauerprozession, 1952)

... und mit tiefer und zum Teil bis heute andauernder Trauer auf die Hiobsbotschaft vom Tod der "heiligen Evita". (Gauchos bekunden Evita die letzte Ehre)

So umstritten war sie zu Lebzeiten, ...

... dass auch ihr Leichnam nicht in Ruhe gelassen wird. (Argentinier werfen einen Blick auf die aufgebahrte Eva Perón, direkt vor dem Sarg: Juan Perón, 2. August 1952)

Nachdem putschende Militärs den Leichnam 1955 gestohlen und heimlich nach Europa verfrachtet hatten, ...

... können ihn die Argentinier im Dezember 1974 erstmals wieder sehen. (Evitas offener Sarg steht neben dem geschlossenen Juan Peróns, der am 1. Juli 1974 gestorben war)

Auf vielen Umwegen kommt die einbalsamierte Leiche also erst 1976 ...

... auf dem Prominenten-Friedhof Recoleta in Buenos Aires ...

... zur letzten Ruhe.

So sehr sie vor allem nach ihrem Tod geliebt wurde, so umstritten und widersprüchlich war Eva Perón zu ihrer Lebzeit. So trat sie effektiv für die Rechte der Frauen ein, ...

... deren "natürlichen" Platz sie gleichwohl als "Frau und Mutter" im Einklang mit dem katholisch-konservativen Bürgertum am heimischen Herd sah.

Die selbst ernannte Anwältin der "hemdlosen" Tagelöhner hüllte sich selbst in sündhaft teure Kleider aus Paris ...

... und behängte sich auf Staatskosten mit edlem Schmuck.

Neben dem sozial-revolutionären Pathos stand eine konservativ-autoritäre Lebenshaltung. Noch heute haben zwei Argentinier mindestens vier verschiedene Meinungen zum "Peronismus".

Ihr und Perón wird eine große Nähe zum Faschismus zugesprochen. Nach Ende des 2. Weltkriegs soll sie zahlreiche Nazi-Verbrecher bei ihrer Flucht nach Südamerika unterstützt haben.

Dennoch gilt der Rückgriff auf "Evita" noch immer als sichere Nummer. So holte sich die aktuelle Regierung unter der ersten ins höchste Staatsamt gewählten Frau, Cristina Kirchner, ...

... die Schauspielerin Nacha Guevara als Kandidatin für die Parlamentswahl im Juni ins Boot. "Weil die aussieht wie Evita", lästern die Medien. (Text: dpa, Bilder: AP, Andrea Beu, dpa)

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