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Unterschiedlicher ...
... könnten diese beiden ...
... Oscar-Küken ...
... kaum sein.
Auf der einen Seite die zarte Carey Mulligan, ...
... auf der anderen Seite die Hollywood-untypische Gabourey Sidibe.
Der Kinohit "Precious", in dem sie ihr Debüt gibt, ist ein Oscar-Anwärter.
Und das, obwohl die Damen (hier mit Mo'Nique, ihrer Mutter im Film) dem gängigen Schönheitsideal der Filmindustrie nun wirklich nicht entsprechen.
Sollte aber vielleicht das nun genau der Schlüssel zum Erfolg sein?
"Precious" feierte seine Premiere Mitte Januar 2009 auf dem Sundance Film Festival, wo der Film gleich mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde und Lob von allen Kritikern erhielt.
Als am wenigsten bekanntes Mitglied eines ungewöhnliches Schauspielensembles ...
... um Paula Patton, Mo’Nique, ..
... Mariah Carey ...
... und Lenny Kravitz ...
... sei Sidibe der Leim, der alles zusammenhalte, so die New York Times.
Andere Kritiker loben ihr nuanciertes und tiefsympathisches Porträt einer nahezu vollständig inaktiven Figur.
Am faszinierendsten finden die Zuschauer, wie facettenreich die 26-Jährige ist: Medien und Zuschauer sind geradezu verliebt in den Kontrast zwischen ihrer Filmrolle und Sidibe selbst - lebenslustig, charmant, schlagfertig.
Gabourey, die gern damit kokettiert, dass sie die Rolle bekam, weil "die ein sehr dickes Mädchen" suchten, gilt als Ausnahmetalent.
Die Karriere der Newcomerin begann unverhofft - wie so oft, wenn etwas ganz Großartiges passiert.
In der ersten Woche am College besuchte Sidibe das Casting zu Lee Daniels’ Spielfilm, auf das sie eher belläufig aufmerksam gemacht wurde.
Das Gesellschaftsdrama ist eine Verfilmung des Romans "Push" der afroamerikanischen Schriftstellerin Sapphire. Es erzählt die Geschichte eines 16-jährigen, fettleibigen Mädchens aus dem Schwarzenviertel Harlem, ...
... das vom eigenen Vater vergewaltigt und von der Mutter misshandelt wird.
Um das Elend hinter sich zu lassen, bemüht sie sich, ihren Analphabetismus zu überwinden.
Obwohl Sidibe über keine professionelle Schauspielausbildung verfügte, erhielt sie die Titelrolle in Daniels’ Film, der von der Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey mitproduziert wurde.
Erstaunter über ihren Erfolg als sie selbst war wohl kaum jemand.
Nur ihrem Regisseur war von Anfang an klar, dass seine Hauptdarstellerin ein kluges Mädchen ist.
Wie sie die junge Frau, die von ihrer Familie missbraucht wird und trotz zahlloser Handicaps ihr Leben nicht aufgibt, darstellt, ist Oscar-würdig..
Was "Precious" für die weitere Karriere der jungen Frau bedeutet, wird die Zukunft zeigen, ...
... mit oder ohne Oscar. Andere sind da nämlich durchaus härter, oder vielleicht nur realistischer?
"Im System Hollywood gibt es nicht viele Rollen für schwarze Frauen oder solche, die nicht auf konventionelle Art schön sind", bemerkt zum Beispiel Casting-Director Mark Bennett, ...
... "das wird sich nicht über Nacht ändern. ...
... Hollywood besetzt Schauspielerinnen wie Gabby gern als beste Freundin des weißen Stars."
Und der schwarze Autor Stanley Crouch sagt es sogar noch deutlicher: ...
... "Gabby Sidibe sollte ihren Ruhm genießen, solange er anhält, denn niemand hat es im Filmgeschäft so schwer wie schwarze Schauspielerinnen. ...
... Auch wenn ihr Talent ihrer Schönheit entspricht, haben sie kaum eine Chance."
Das klingt nicht besonders ermutigend.
Gabby sieht das Ganze gelassener und hat nur einen Wunsch: Dass Leo DiCaprio ihr Begleiter auf dem roten Teppich vor dem Kodak Theatre ist. Ihre Gelassenheit hat aber vielleicht einen ganz einfachen Grund: ...
... Gabourey Sidibe hatte es noch nie besonders einfach. Von Kindheit an wurde das Mädchen aufgrund ihres Übergewichts und des senegalesischen Vornamens gehänselt. Schon im Alter von elf Jahren begann Sidibe auf Druck von Familie und Freunden eine Diät, die sie jedoch nicht durchhielt.
Erst auf der Junior High School begann sie sich laut eigenen Angaben zu akzeptieren, was mit der Verkürzung ihres Vornamens einher ging. "Ich war mürrisch, wie ein kleines Koboldkind, aber als ich meinen Namen in Gabby änderte, bekam ich eine neue Persönlichkeit, was bizarr ist, aber so war es."
Ursprünglich wollte "Gabby" ja Psychologie studieren ... vielleicht hilft ihr dieser Ansatz im Umgang mit nicht so ganz wohlmeinenden Menschen.
Preise hat sie inzwischen so einige: Ende 2009 wurde Sidibe für ihr Spielfilmdebüt unter anderem der Nachwuchsdarsteller-Preis des National Board of Review sowie eine Oscar- und Golden-Globe-Nominierung zugesprochen.
Popularität brachten der 168 Kilo schweren Laiendarstellerin auch ihre zahlreichen Auftritte in US-amerikanischen Talkshows ein, wo sie sich entgegen ihrer Paraderolle als selbstbewusst, klug und schlagfertig präsentierte.
"Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben, weil ich mit mir selbst jede Nacht schlafen gehe und mit mir selbst jeden Morgen aufwache, und wenn ich mich selbst nicht mögen würde, gäbe es eben keinen Grund dieses Leben zu leben. Ich bin damit zufrieden."
Selbst bekräftigte sie aber auch Parallelen zu ihrer Filmfigur. "Ich kenne dieses Mädchen, ich habe sie in so vielen verschiedenen Menschen wiedererkannt. Daher kam sie mir wirklich, wirklich bekannt vor. ...
... Sie war keine eingetrichterte Hollywood-Figur, sie ist eine wahre Person."
Eine neue Rolle ist ihr bereits sicher: Sidibe wird 2010 in Victoria Mahoneys Independentfilm "Yelling to the Sky" eine weitere Hauptrolle als rebellierende und böswillige Schülerin verkörpern.
Und ihre Konkurrentin Carey Mulligan?
Sie ist erst 24 Jahre alt und bringt Fans und Kritiker zum Schwärmen mit ihrer Leistung in "An Education".
Die junge Britin steht noch am Anfang ihre Karriere und gehört schon jetzt zu den vielversprechendsten Schauspielerinnen der Welt.
Viele finden, sie sei vollkommen zu Recht nominiert.
Es sieht so aus, als stünde ihr ein großartige Karriere bevor.
Demnächst wird sie unter anderem in Oliver Stones "Wall Street: Geld schläft nicht" zu sehen sein.
Ihr Partner: Shia LaBeouf. Auch so ein Youngster.
Und das ist noch lange nicht alles.
Carey Mulligans Karriere begann tatsächlich in Deutschland: Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Düsseldorf und besuchte dort eine internationale Schule. Dort wurde auch der Grundstein für ihre Karriere gelegt: Sie sah ihren Bruder Owen bei den Proben einer Schulaufführung und war verzweifelt, weil sie selbst zu jung war, um in dem Theaterstück mitzuwirken.
Aber, und das sagt viel über ihre Durchsetzungsstärke: Weil sie Owens Schwester war, bekam sie letztlich doch eine Rolle in dem Stück. Seitdem war die Schauspielerei für sie laut eigener Aussage "alles, was ich jemals tun wollte."
Es dauerte dann aber noch ein Weilchen bis zu "Stolz und Vorurteil".
Drei Schauspielschulen lehnten sie zu ihrem Entsetzen ab, ...
... und obendrein setzten ihre Eltern (Foto: mit ihrer Mutter) ihr zu, doch einen "vernünftigen" Beruf zu erlernern.
Auch hier setzte Dickkopf Carey sich durch. Zum Glück.
Sie ist einfach eine Schauspielerin mit Leib und Seele, selbst Krankheiten - wie eine Blinddarmoperation - können sie nicht wirklich von der Arbeit fernhalten.
Und - ist die junge Frau jetzt ein Überflieger?
Sie selbst ist ganz bescheiden.
Das Drumherum ihres Berufs scheint ihr noch suspekt zu sein.
Wird sie mit Film-Göttin Audrey Hepburn verglichen, ...
... wehrt sie ganz bescheiden ab: "Die ist eine Göttin und hatte keinen schiefen Mund und Wangen wie Shrek, wie ich."
Auf ihre Arbeit in "An Education" ist sie allerdings sehr stolz und wollte alles tun, um den Erfolg des Films zu unterstützen.
Deswegen kaufte sie, um den Kartenverkauf des Films anzukurbeln, für eine Vorstellung in New York gleich 20 Tickets. Filmpartner Colin Firth wird es ihr gedankt haben.
Mit der Aufmerksamkeit, die sie erregt, hat sie sich noch nicht angefreundet.
Es bereite ihr noch immer große Probleme, fotografiert zu werden.
Sie bekomme dann einen Kloß im Hals und starre nur noch.
"Ich stehe da und weiß nie, was ich mit meinen Beinen anfangen soll."
"Und dann schreien die Fotografen: "Hand in die Hüfte. ...
... Worauf ich wiederum nur sage: "‘Das kann ich doch nicht tun."
Im Umgang mit den Fans ist sie da viel lockerer.
"An Education" ist nun ganz sicher ihr Durchbruch.
2009 bereits wurde Mulligan für ihre Leistung in Lone Scherfigs Spielfilm mit dem Preis des National Board of Review ausgezeichnet.
In dem Drama, in dem sie in die Rolle einer Schülerin aus der Londoner Vorstadt schlüpft, die zu Beginn der 1960er Jahre in das kulturelle Leben der britischen Hauptstadt eingeführt wird und ihre Zukunftspläne neu zu überdenken beginnt, glänzt Mulligan, ...
... als wäre die Rolle eigens für sie geschrieben worden.
Sie erhielt für diese Rolle unter anderem den BAFTA Award sowie eine Golden-Globe- ...
... und natürlich die Oscar-Nominierung.
Wir werden noch viel hören von Carey Mulligan.
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