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Unterhaltung

Da muss selbst "Dirty Harry" lachen: Gesichter der Berlinale 2010

 
Da muss selbst "Dirty Harry" lachen: Gesichter der Berlinale 2010

Wo ein roter Teppich ist, …

… da sind auch Fotografen.

Und wenn dann auch noch ein paar Hollywoodstars dazukommen, gibt es kein Halten mehr.

Naja, zumindest wenn die Stars nicht gerade die Veranstaltungen schwänzen.

Bei dieser Dichte an Blitzlichtern können den Mimen, aber auch Regisseuren wie Andrzej Wajda durchaus mal die Gesichtszüge entgleisen.

Bei 60 Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2010 entstehen so natürlich schöne Schnappschüsse der Stars und Sternchen. Darum gibt es an dieser Stelle ein kleines "Best of".

George Clooney etwa gilt selbst bei kleinen Mikrofon-Problemen als recht souverän, …

… aber er hat natürlich auch den Schalk im Nacken und lässt ihn ab und zu raus.

Oder aber er trainiert hier bereits für seinen neuen Kinofilm "Männer, die auf Ziegen starren".

Harvey Keitel grüßt immer freundlich, …

Tilda Swinton ist manchmal etwas skeptisch, …

… Willem Dafoe schaut selten wirklich ernst …

… und Festivalchef Dieter Kosslick (r) ist – ...

... nun ja, Dieter Kosslick eben.

Doch auch Regie-Altmeister Claude Chabrol beweist immer wieder gern, dass an ihm ein guter Schauspieler verloren gegangen ist, sei es mit Minikamera ...

… oder mit Zigarre. Wobei das öffentliche Rauchen eher selten geworden ist.

Karlheinz Böhm konnte Isabella Pia 1955 noch ungeniert entflammen, …

... denn der Glimmstengel gehörte eben irgendwie dazu, ...

… auch wenn man die Presse um zehn Minuten Raucherpause anflehen musste.

Wer sich an diese guten, alten Zeiten erinnert, macht's heute auch noch so, wie Catherine Deneuve ...

… oder Claudia Cardinale.

Die nächste Generation ist da eher vorsichtiger, sieht man mal von Charlotte Gainsbourg, ...

… Philip Seymour Hoffman …

… und Birol Ünel ab.

Fitness-Freak Madonna versteht diese jungen Leute einfach nicht, ...

... Rauchen macht doch schlechte Zähne.

Aber egal, meist wird ja gelacht bei der Berlinale, ...

… manchmal mit breitem Grinsen, …

… manchmal schüchtern …

… und verschämt, …

… mal charmant, …

… mal staunend …

… und immer wieder: …

… albern.

Selbst "Dirty Harry" Clint Eastwood lässt sich mitunter dazu hinreißen.

Wobei sich vor allem die sogenannten Altstars ...

... mal richtig gehen lassen können.

Etwa wenn sich Kirk Douglas mit über 80 Jahren den Ehrenbären für sein Lebenswerk abholt, …

… Armin Mueller-Stahl schon mal auf den Tisch haut, ...

… oder wenn die inzwischen verstorbene Regie-Legende Robert Altman den letzten Film vorstellt.

Rod Steiger verbietet sich allerdings irgendwelche Bemerkungen über sein Alter.

Claude Chabrol – es wurde bereits erwähnt – …

… kennt dagegen kein Halten mehr.

Die meiste Freude freilich gibt es bei den Preisverleihungen, …

… mitunter auch in Form von Tränen.

Ist ja aber auch kein Wunder, denn so einen Bären will schließlich jeder haben, …

... auch wenn man erstmal überlegen muss, ob er auf den Kamin oder ins Regal kommt.

Man kann den Bären in die Luft schwingen wie Arthur Penn, …

… oder wie Komponist Antoine Duhamel ganz fest halten.

Vor allem aber eignet er sich prima, um ihn mal so richtig zu knuddeln, …

… und von allen Seiten …

… und an allen Stellen …

… zu küssen.

Joan Crawford hat's 1956 jedenfalls schon vorgemacht, ganz vorsichtig.

Wer keinen Bären hat, übt trocken …

… oder mit dem nächstbesten Schauspieler.

Auch das hat seine Tradition, mal züchtig wie bei Horst Buchholz und Gina Lollobrigida, ...

... mal verzückt wie Silvana Pampanini und Hans Albers, ...

... manchmal auch hemmungslos wie bei Eddie Constantine.

Und überhaupt, zu zweit feiert es sich natürlich doppelt so gut auf der Berlinale.

Viele finden ja neue Freunde mit ähnlichen Interessen …

… oder eine neue beste Freundin.

Ist natürlich alles rein beruflich …

… auf der Berlinale, …

… ganz ohne Hintergedanken, …

… versteht sich ja von selbst.

Ach, da braucht's zur Abkühlung manchmal eine coole Doris Dörrie …

… oder einen altgedienten Rocker.

Wobei die sich angesichts des Medieninteresses mitunter etwas …

… verloren vorkommen könnten.

Ist halt nicht jedermanns Sache, …

… der ganze Rummel.

Erst dieser verflixte rote Teppich, ...

… wo man von allen Seiten abgelichtet wird, ...

... bei arktischen Temperaturen.

Danach muss man sich vor eine riesige Leinwand stellen, …

… eine gute Figur machen …

... und peinlichst auf das eigene Aussehen achten.

Da darf man sich nicht einfach wegschleichen, …

… sondern muss am besten noch total lässige Posen für die Kameras zeigen.

Und dann kommen diese Pressekonferenzen, …

… bei denen Fragen auf Deutsch gestellt werden, ist ja Deutschland hier bei der Berlinale.

Bohrende, nie enden wollende Fragen …

… über das Privatleben, …

… bei denen man ins Grübeln kommt …

… und eigentlich gar nicht erst antworten will.

Fragen über Augenfarbe ...

... und Rasur, ...

... Schönheitsgeheimnisse und ...

... den Weg zur Toilette.

Fragen über Gott ...

... und die Welt, ...

... Deomarke ...

... und Ehestand, ...

... Nationalität ...

... und Romy Schneider.

Uff! Wer da nicht die Krise kriegt, …

… oder an den Nägeln zu kauen beginnt, …

… möchte abtauchen …

... und sich verstecken hinter Sonnenbrillen ...

... oder Fächern.

Doch dann fällt der Groschen: "Ich bin ja ein Star …

… mit tollen Haaren …

… und einem bezaubernden Lächeln."

Und es überkommt einen die Gewissheit: "Alles ist gut, …

… denn ich bin auf der Berlinale." (Text: Markus Lippold)

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