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"Verdichtung der Wirklichkeit": Gurskys große Fotoschau

 
Seine Bilder werden gehandelt wie Ikonen und erzielen Millionen-Summen:

Seine Bilder werden gehandelt wie Ikonen und erzielen Millionen-Summen:

Spätestens seit seiner Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art vor fünf Jahren zählt Andreas Gursky zu den bedeutendsten und international gefragtesten Fotografen der Gegenwart.

Vom 17. Februar bis 13. Mai 2007 zeigt das Münchner Haus der Kunst seine Werke. Es handelt sich um die erste umfassende Gursky-Ausstellung in Deutschland seit neun Jahren.

Für die Exposition hat der in Düsseldorf lebende Künstler 48 Arbeiten aus den vergangenen 20 Jahren ausgesucht: Die älteste stammt von 1987, die neuesten von 2007.

Gursky ließ seine Arbeiten noch einmal vergrößern, so dass der Besucher den Detailreichtum der bis zu fünf Meter breiten und mehr als drei Meter hohen Formate auf den ersten Blick nur erahnen kann. "Ich würde gerne noch größere Formate machen", so der 52-Jährige, der mit kleinen Bildern (24x30 cm) angefangen hatte.

Landschaften, Architektur und Innenräume zählen vordergründig zu seinen bevorzugten Motiven.

"Im Kopf gibt es einen Entwurf, wie das Bild sein soll", so Gursky. "Ich suche eine Verdichtung der Wirklichkeit." Dafür häuft Gursky eine unterschiedliche Zahl von Bildern an.

"Ich montiere die Gleichzeitigkeit der Geschehnisse in einem Bild zusammen."

Auch seine jüngsten Arbeiten aus dem nordkoreanischen Pjöngjang, wo er Tausende von Tänzerinnen fotografierte, wirken erst einmal wie ein kunstvoller Blütenteppich. Dabei sind die einzelnen Gesichter gestochen scharf und bis in die Mimik hinein erkennbar.

Überhaupt abstrahiert Gursky durch seine Montagetechniken am Computer den eigentlichen Gegenstand, wie hier bei der Aufnahme der Formel 1-Strecke im Wüstensand von Bahrain. Die schwarze Rennpiste im gelben Sand wirkt wie ein abstraktes Gemälde.

Aber auch bei den anderen Exponaten zeigt sich: Gurskys Bilder sind immer eine Collage, die Wirklichkeit zeigt und sie gleichzeitig entfremdet.

"Es geht mir nicht darum, ein authentisches Bild zu produzieren", so Gursky. "Ich versuche das Paradox von Fülle und Leere in einem Bild zu vereinen".

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist noch bis zum 13. Mai zu sehen. Anschließend soll die Exposition in Istanbul, Moskau, Melbourne und Vancouver Station machen.

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