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Mit "Liebe" gegen Spielberg & Co.: Haneke mischt die Oscars auf

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Zum 85. Mal werden in diesem Jahr die Oscars verliehen. (Foto: dpa)

Zum 85. Mal werden in diesem Jahr die Oscars verliehen.

Die goldenen Männchen warten wieder einmal auf neue Besitzer.

Zum 85. Mal werden in diesem Jahr die Oscars verliehen.

Und mittendrin der in München geborene Österreicher Michael Haneke. Sein Film "Liebe" hat bereits die Goldene Palme von Cannes gewonnen.

Und nun heimst er gleich fünf Oscar-Nominierungen ein - und zwar in fast allen wichtigen Kategorien.

Haneke selbst kann sich Hoffnungen auf die Trophäe für die beste Regie und das beste Originaldrehbuch machen.

Nebenbei bemerkt: Sein Landsmann Christoph Waltz (l., mit Jamie Foxx) könnte für seine Leistung in "Django Unchained" seinen zweiten Nebendarsteller-Oscar bekommen.

Aber zurück zu "Liebe": Auch Emmanuelle Riva wurde nominiert - als beste Hauptdarstellerin.

Zudem - und das ist für einen nicht-englischsprachigen Film durchaus eine Überraschung - geht die deutsch-österreichische Koproduktion, in der auch Altstar Jean-Louis Trintignant mitspielt, ins Rennen um die Preise für "Bester fremdsprachiger Film" und "Bester Film", die Königskategorie der Academy Awards.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Da wäre vor allem "Lincoln", der die meisten Nominierungen erhält: insgesamt zwölf.

Der Streifen schildert die entscheidenden Monate vor 150 Jahren, die mitten im Bürgerkrieg zur Befreiung der Sklaven in den USA führten.

In der Titelrolle brilliert Daniel Day-Lewis. Der nennt bereits zwei Oscars sein Eigen und wurde nun erneut nominiert.

Genau wie Regisseur Spielberg und ...

... die Nebendarsteller Tommy Lee Jones und ...

... Sally Field, die Lincolns Frau Mary spielt.

Immerhin elfmal ist "Life of Pi" nominiert, das 3D-Meisterwerk von Ang Lee, unter anderem für die Preise für den besten Film, Regie, bestes adaptiertes Drehbuch, Musik und mehrere technische Preise für die fulminanten Tricks.

Die Literaturverfilmung begleitet einen jungen Inder und einen bengalischen Tiger, die nach einem Schiffbruch gemeinsam in einem Rettungsboot landen - und ums Überleben kämpfen müssen.

Ebenfalls eine Literaturverfilmung ist die neueste Version von "Les Misérables" - und was für eine, denkt man bei einem Blick auf die Besetzungsliste.

Neben Hugh Jackman und Anne Hathaway spielen Russell Crowe, Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter in dem Musical mit, das während des französischen Juniaufstands 1832 spielt.

Acht Nominierungen kann der Film aufweisen, darunter für Hugh Jackman und Anne Hathaway, aber auch für den besten Film.

Mit ebenso vielen Nominierungen geht "Silver Linings" ins Rennen. Die besondere Leistung: Die Tragikomödie um zwei Menschen in einer Lebenskrise ist in wirklich allen wichtigen Kategorien nominiert.

Das gilt sowohl für die Hauptdarsteller Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, ...

... aber auch für die Nebendarsteller Jacki Weaver und Robert De Niro.

Zudem kann sich Regisseur und Drehbuchautor David O. Russell Hoffnungen auf gleich zwei Goldjungen machen. Dass "Silver Linings" auch als bester Film nominiert ist, versteht sich da eigentlich von selbst.

Geht man nach der Anzahl der Nominierungen, folgen nun zwei äußerst politische Filme: Einerseits wäre da "Argo" von Ben Affleck.

Der Politthriller handelt von einer äußerst bizarren Aktion: Die CIA will 1979 sechs US-Botschaftsangehörige aus dem Iran schmuggeln - und nutzt dazu fingierte Dreharbeiten für einen Film.

In den USA wurde der Film hoch gelobt, nun kann er sich Hoffnungen auf sieben Oscars machen, unter anderem als bester Film und für Nebendarsteller Alan Arkin (M.).

Nicht weniger brisant ist "Zero Dark Thirty", der in den USA äußerst kontrovers aufgenommen wurde. Kein Wunder, handelt der Thriller doch von der Verfolgung und Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch eine US-Spezialeinheit.

Im Mittelpunkt steht CIA-Agentin Maya, die jahrelang nach einer Spur des Topterroristen sucht. Schauspielerin Jessica Chastain wurde für ihre Leistung für den Oscar nominiert.

Regisseurin Kathryn Bigelow (r.), die den Oscar für "The Hurt Locker" erhielt, wurde dagegen diesmal nicht nominiert. Dafür könnte "Zero Dark Thirty" den Preis für den besten Film erhalten, zudem für Drehbuch, Sound- und Filmschnitt.

Neben "Zero Dark Thirty" und Hanekes "Liebe" haben noch zwei weitere Filme Chancen auf fünf Oscars: ...

... Zunächst wäre da "Django Unchained" von Regisseur Quentin Tarantino, der für den Drehbuch-Oscar nominiert ist.

Der Western mit Christoph Waltz, Jamie Foxx, Kerry Washington, Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson handelt von einem deutschen Kopfgeldjäger, der einem Sklaven die Freiheit anbietet, wenn er ihm hilft, eine Verbrecherbande zu schnappen.

Neben der Nominierung für den besten Film und das Drehbuch könnte sich auch Christoph Waltz über seinen zweiten Oscar freuen.

Ebenfalls fünfmal nominiert, allerdings nur in Nebenkategorien, ist der neueste James-Bond-Film "Skyfall".

Immerhin: Popdiva Adele könnte den Oscar für ihren Titelsong erhalten.

Womit die größten Oscar-Favoriten bereits genannt wären. Nur einer fehlt noch: ...

... "Beasts of the Southern Wild" gehört auch zu den Kandidaten für die Auszeichnung für den besten Film.

Nominiert ist außerdem Regisseur Benh Zeitlin, der mit dem magischen Abenteuerfilm sein Debüt vorlegt. Er kann sich - zusammen mit Lucy Alibar - außerdem Hoffnungen auf den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch machen.

Eine besondere Leistung gelingt jedoch der ebenfalls nominierten Hauptdarstellerin Quvenzhané Wallis. Die Neunjährige ist die jüngste Oscar-Kandidatin aller Zeiten (Shirley Temple wurde zwar 1935 mit sechs Jahren ausgezeichnet, es handelte sich jedoch um einen Ehrenoscar). Womit sich der Kreis schließt, ...

... denn sie tritt gegen Emmanuelle Riva aus "Liebe" an. Die ist die älteste Kandidatin aller Zeiten. Das Kino hat eben für alle Alterstufen und alle Geschmäcker etwas zu bieten. (Text: Markus Lippold)

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