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18. August 2007: Harald Schmidt wird 50

 
Sohn einer Kindergärtnerin und eines Verwaltungsangestellten, ...

Sohn einer Kindergärtnerin und eines Verwaltungsangestellten, ...

... aufgewachsen in Nürtingen, ...

... Messdiener, ...

... Pfadfinder, ...

... Organist, ...

... Zivi, ...

... Kabarettist im Düsseldorfer "Kom(m)ödchen", ...

... Grimme-Preisträger, ...

... Sportreporter, ...

... Bambi-Moderator, ...

... Theaterschauspieler, ...

... Fernsehschauspieler, ...

... Kinoschauspieler, ...

... bekennender Hypochonder, ...

... kalter Zyniker, ...

... intellektueller Plauderer, ...

... Musikliebhaber, ...

... gewöhnungsbedürftiger Nachrichtenmoderator.

Harald Schmidt hat viele Gesichter. "Als ich Harald Schmidt kennen lernte, betrug der Altersunterschied zwischen ihm und mir 20 Jahre", rechnete der heute 70-jährige Herbert Feuerstein jüngst im WDR vor.

"Damals war ich 50 und er 30, wirkte aber wie 70. Jetzt bin ich 70, und er wirkt wie 60. Damit hat sich der Unterschied auf zehn Jahre verkürzt. Wenn das so weiter geht, würden wir, wenn ich 90 bin, gleich alt sein."

Feuerstein gehörte lange zu Schmidts treuen Weggefährten. In den legendären Shows "Pssst..." (1990 bis 1995) und "Schmidteinander" (1990 bis 1994) war er Schmidts Comoderator.

Als Schmidt 1995 zu Sat.1 wechselte, um mit seiner "Late Night Show" reich zu werden, blieb Feuerstein auf der Strecke. Schmidt wurde zum Star.

Unvergessen die Sendung, in der Schmidt das "Literarische Quartett" nicht nach-, sondern vorspielte. Schmidt selbst imitierte natürlich Marcel Reich-Ranicki.

Eine Late-Night-Ausgabe moderierte er auf Französisch. Sie wurde auch in Frankreich ausgestrahlt.

Wer auf der Höhe sein wollte, musste abends Schmidt gesehen haben.

Nach seiner einjährigen "kreativen Pause", die im Dezember 2004 endete, ist das nicht mehr so.

Manche sagen, Schmidt sei müde geworden, andere nennen es altersmilde. Sein Vertrag läuft noch bis 2008 - der Rest ist offen.

Der ARD machte Schmidt im "Spiegel" ein indirektes Kompliment: Er sei dann am besten, wenn er den Sender, für den er arbeitet, "wirklich hasse".

Seinen 50. Geburtstag feiert Schmidt im engsten Kreis. Schmidt hat vier Kinder: einen Sohn und zwei Töchter von seiner Lebensgefährtin Ellen Hantzsch und einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Demnächst wird er zum fünften Mal Vater.

Schmidts Witz geht an die Grenzen, überschreitet sie aber nicht. So wagte er es, die Anschläge vom 11. September 2001 und die damit verbundenen Folgen vor allem in Deutschland im Fernsehen zu thematisieren, ohne ernsthaft Gefühle zu verletzen.

Kritisiert wurde Schmidt gelegentlich wegen seiner Polenwitze - sie verschafften ihm den Titel "Dirty Harry".

Zu den Tiefpunkten seiner Karriere gehört seine Moderation der Show "Verstehen Sie Spaß?", die er zwischen 1992 und 1995 als Nachfolger für Paola und Kurt Felix immerhin 16 Mal präsentierte.

Nach seinem Geburtstag wird Schmidt sich rar machen. Erst im Oktober 2007 endet die Sommerpause seiner Show. Dann moderiert er zusammen mit Jungkomiker Oliver Pocher, ein Anti-Schmidt vor dem Herrn.

Redaktionsleiter Manuel Andrack wird dann wohl von der Bühne verschwinden. Statt zwei Mal wird Schmidt künftig zudem nur noch einmal pro Woche auftreten.

Die Sendung heißt dann auch nicht mehr "Harald Schmidt", sondern "Schmidt & Pocher". Der Abschied hat begonnen.

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