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Die Öffentlichkeit kann ihn mal: Iggy Pop - am liebsten oben ohne

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Dieser Oberkörper: Sehnig, vernarbt, gegerbt ... (Foto: imago/ZUMA Press)

Dieser Oberkörper: Sehnig, vernarbt, gegerbt ...

Dieser Oberkörper: Sehnig, vernarbt, gegerbt ...

... und fast immer trägt ihn Iggy Pop nackt zur Schau - dabei wird er nun, am 21. April 2017, immerhin doch schon 70 Jahre alt.

Als den "am besten wiedererkennbaren Körper der Popkultur" feierte ihn der britische Künstler Jeremy Deller (r.) jüngst ...

... und lud für eine Ausstellung im Brooklyn Museum 53 Kollegen zu einem Aktmalkurs ...

... mit Iggy Pop als Modell.

Der Oberkörper des "Godfather of Punk" sei ein "Schlüssel zum Verständnis von Rockmusik".

Es gebe kein vorgeschriebenes Alter, ab dem man ...

... seinen Oberkörper nicht mehr nackt in der Öffentlichkeit zeigen dürfe, sagte Pop ...

... vor Kurzem dem "Rolling Stone". "Und die Öffentlichkeit kann mich sowieso mal."

Aber warum zeigt sich Pop eigentlich auf der Bühne fast immer oben ohne? Als er als Kind ...

... im Film Yul Brynner als Ramses II. mit freiem Oberkörper sah (hier 1956 in "Die zehn Gebote"), habe ihn das sehr fasziniert, ...

... erzählt Pop in Jim Jarmuschs Doku "Gimme Danger", der am 27. April in die deutschen Kinos kommt. So sehr, dass er das übernommen habe.

Die Hose würde er ab und an wohl ...

... auch gerne noch ausziehen, aber der Skandal wäre sicher zu groß und so bleibt es bei Halbmast.

Sein 70. Geburtstag sei "aufregend", aber seine Partys sind es heutzutage nicht mehr, meint Pop. "Wahrscheinlich ...

... werde ich mit meiner Frau zu Abend essen, bei gedämmtem Licht, wo wir nah beieinandersitzen können. Und wenn ich Glück habe, gehe ich an den Strand. So stelle ich mir eine wilde Zeit vor."

Seine Frau Nina Alu hat er erst vor Kurzem geheiratet - es ist seine dritte Ehe nach denen mit Wendy Weissberg (1968 geschlossen, hielt nur wenige Wochen) und Suchi Asano (hielt immerhin 1984-99).

Drogen, Alkohol, Zigaretten - all dem hat Iggy Pop ...

... nach Jahrzehnten der Exzesse inzwischen abgeschworen. (Im Bild: mit Tom Waits in "Coffee and Cigarettes", 2004)

"Spät im Leben habe ich eine wunderbare Beziehung zu meinem Körper entwickelt. Allein der Gedanke an Marihuana macht mir inzwischen Angst."

Sein "Vorbild" Keith Richards von den Rolling Stones sei da anders. "Er ist viel unkaputtbarer als ich. Ich kann mit ihm nicht mehr mithalten, ich kann keine Zigaretten mehr rauchen."

Anstelle dessen treibt er Sport und tritt immer noch auf. Erst 2016 kam das bislang letzte Album "Post Pop Depression" heraus, für 2017 sind Festivalkonzerte in Nordamerika und Europa angekündigt.

Seine destruktivsten Jahre hat Iggy Pop überlebt und ist immer noch dabei, anders als viele seiner Kollegen. (Bild von 1973, Iggy Pop and The Stooges)

"Ein Teil der Erfahrung in meinem Alter und besonders in meiner Branche ist, dass ich die Namen von so vielen Leuten auflisten könnte, mit denen ich gesoffen habe, und dann natürlich alle außer einem in meiner Band, die von uns gegangen sind. Natürlich denke ich dann auch an mich."

Geboren wurde Iggy Pop 1947 als James Newell Osterberg in Muskegon, Michigan in eine ärmliche Wohnwagensiedlung hinein. (Bild von 1944, Hilfsgütersammlung in Muskegon)

"Es war wahnsinnig klein und ich habe erst später verstanden, was das mir beigebracht hat", sagte er der "New York Times". "Ich habe Harmonie mit anderen Menschen gelernt und das war essenziell. Erst als ich in die große Welt hinausging, habe ich begriffen, dass die nicht so ist."

Iggy Pop, der den Spitznamen von seiner Highschool-Band The Iguanas (Die Leguane) hat, war schon Punk, als es Punk noch gar nicht gab.

Statt Liebe, Frieden und Gemeinsamkeit besangen er und seine Band The Stooges Ende der 1960er-Jahre Langeweile und Frustration seiner Generation.

Bei seinen Bühnenshows demonstrierte er, dass ihn nur Schmerzen aus der Langeweile befreien konnten: Er robbte nackt durch Glassplitter, ...

... schmierte sich mit Erdnussbutter voll, goss heißes Wasser über seine Hose ...

... und taumelte blutend von der Bühne. Festgehalten unter anderem auf dem Cover des Albums "California Bleeding" (1997).

Auf Dauer hielt "The Ig" das nicht durch und immer wieder verschwand er von der Bildfläche, auch in den Drogenentzug.

Aber immer wieder schob ihn sein bester Freund David Bowie zurück auf die Bühne. (hier beide 1977 in Moskau)

Beide wohnten Mitte der 1970er-Jahre auch zusammen in diesem Haus in der Hauptstraße in Berlin-Schöneberg; erst in derselben Wohnung, dann zog Pop ins Hinterhaus.

Gemeinsam produzierten sie mehrere Alben: "The Idiot" (1977) mit dem gemeinsam geschriebenen, späteren Bowie-Hit "China Girl", "Lust For Life" (1977) mit dem Disco-Dauerbrenner "The Passenger" und die Live-LP "TV Eye" (1978).

Den ganz großen Erfolg landete Iggy Pop 1987 mit der Cover-Version von "Real Wild Child". Es war seine erste Top-Ten-Platzierung.

Geld hat er mit alldem lange nicht verdient. "In den 80ern wurde ich so langsam flüssig, dann hatte ich meine erste Wohnung im East Village. In den 90ern hatte ich nicht viel. Ich erinnere mich daran, wie ich im Winter 1990 gefroren habe, weil die Heizung nicht funktionierte. ...

... Aber im 21. Jahrhundert hat sich alles geändert. Das ist ein guter Spannungsbogen."

Seine 70er geht Iggy Pop bescheiden an. "Ich erwarte nicht, dass ich bald ein neues Album machen werde, aber vielleicht kann ich etwas singen, sprechen oder schreiben. Ich möchte einfach weiter arbeiten und auf diese Welt um mich herum reagieren, es genießen, Zeuge dieser wunderschönen Erde zu sein. Ich mag die Natur. Und ich hoffe, dass ich für die Menschen, die auf mich angewiesen sind, von Nutzen sein kann." (abe/dpa)

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