Bilderserie

Christer Strömholm - "Post Scriptum": Intimer Blick auf die Wirklichkeit

Bild 2 von 15
... oder eine Prostituierte, die auf Mallorca offensiv um Kundschaft wirbt: ... (Foto: Christer Strömholm/Strömholm Estate, Puta, Palma de Mallorca, 1959)

... oder eine Prostituierte, die auf Mallorca offensiv um Kundschaft wirbt: ...

Egal, ob eine Gruppe von Nonnen auf einem Steg am Lago Maggiore ...

... oder eine Prostituierte, die auf Mallorca offensiv um Kundschaft wirbt: ...

... Der schwedische Fotograf Christer Strömholm (1918-2002) wendet sich radikal der Welt zu ...

... ohne sich dabei einer stilistischen Richtung zuordnen oder auf bestimmte Motive festlegen zu lassen.

Und genau das macht den Reiz seiner Arbeiten aus.

In Deutschland ist jetzt zum ersten Mal eine Retrospektive des Künstlers zu sehen.

Unter dem Titel "Post Scriptum" sind in der Fotogalerie C/O Berlin noch bis zum 17. März um die 150 Bilder, Kontaktbögen, Arbeitsmaterialien und Schriftstücke ausgestellt, die Einblick in alle wichtigen Serien des Fotografen bieten.

So auch in die berühmte Fotofolge "Les Amies de Place Blanche", für die er in den 50er und 60er Jahren an der Place Blanche im Pariser Vergnügungsviertel Pigalle Transsexuelle fotografiert.

"In den Bildern geht es um die Suche nach der eigenen Identität, um das Recht auf Selbstbestimmung. Das Recht, über den eigenen Körper zu entscheiden", zitiert das C/O Berlin den Fotografen.

In einer Zeit, in der Transsexuelle in der Gesellschaft keinen Platz hatten, wirft Strömholm einen intimen, respektvollen Blick auf die Pariser Night Birds, ohne sie bloßzustellen.

Ihm geht es nicht um den einen entscheidenden Augenblick, dem viele Fotografen entgegenfiebern. Er erklärt die Verantwortung des Künstlers für den Wahrheitsgehalt des Bildes zu einem seiner Grundprinzipien. Dabei stehen nicht nur Schönheit und Anmut im Vordergrund, ...

... sondern Strömholm konfrontiert sich und den Betrachter auf erschreckende Weise mit der Realität, zum Beispiel in seiner Hiroshima-Serie, in der er Kinder porträtiert, die unter den Folgen des Atombombenabwurfs leiden.

Ohne Gefühl und Empathie ist für Strömholm die Arbeit nicht möglich. Voyeuristische Distanz kommt für ihn daher nicht infrage.

Er setzt vielmehr auf Nähe und Unmittelbarkeit und kommt zu dem Schluss: ...

... "Wenn ich nachdenke und meine Bilder genau betrachte, so sind sie alle – und jedes für sich – nichts anderes als Selbstporträts, ein Teil meines Lebens."

weitere Bilderserien