"Bush-Bashing", das verbale Draufhauen auf George W. Bush, gibt es, seitdem der Republikaner aus Texas in die große Politik ging.Bild 1 von 44 Popstars wie die Dixie Chicks ...Bild 2 von 44 ... oder Schauspieler wie Robin Williams beschimpften den Präsidenten schon öfters als "Idioten".Bild 3 von 44 Michael Moore stellte in Filmen und Büchern mit umstrittenen Mitteln Bush als ausgemachten Volltrottel hin.Bild 4 von 44 Und für viele US-Linke wie Noam Chomsky ist Bush ohnehin nur ein Erfüllungsgehilfe des vom Kapital gelenkten "US-Imperialismus".Bild 5 von 44 Nun aber debattieren selbst Konservative über den Geisteszustand des mächtigsten Mannes der Welt.Bild 6 von 44 "Ist Bush ein Idiot?", fragte der republikanische Ex-Kongressabgeordnete Joe Scarborough in seiner viel gesehenen Talkshow im TV-Sender NBC.Bild 7 von 44 Privat fragten auch Konservative und Republikaner, "ob die geistigen Schwächen von Bush nicht das Ansehen Amerikas zu Hause und im Ausland beschädigen", behauptete Scarborough.Bild 8 von 44 Und dann folgte ein Potpourri der berühmten "Bushismen", den für Bush typischen Sprachpannen.Bild 9 von 44 Der Klassiker unter den "Bushisms" lautet: "Sie haben mich fehlunterschätzt." Bush sagte diesen Satz am 6. November 2000 in Bentonville, Arkansas.Bild 10 von 44 Ein weiteres Beispiel vom 5. August 2004: "Unsere Feinde... denken ständig über neue Wege nach, wie sie unserem Land und unseren Bürgern schaden können - und wir tun das auch."Bild 11 von 44 Und schließlich sagte Bush am 4. Februar 2005 zu einer geschiedenen Mutter von drei Kindern: "Sie haben drei verschiedene Arbeitsstellen? ?Bild 12 von 44 ? So was kommt nur in den USA vor, nicht wahr? Ich meine, das ist doch fantastisch, dass Sie so etwas machen."Bild 13 von 44 Es scheine, meint John Fund vom "Wall Street Journal", dass Bush "täglich neu den Ringkampf mit der englischen Sprache aufnimmt - und nicht selten verliert".Bild 14 von 44 Aber das Sprachdefizit sei nicht unbedingt Zeichen mangelnder Intelligenz, betont Fund.Bild 15 von 44 Auch Scarborough verneinte die selbst gestellte Frage nach dem "Idioten" mit einem "Natürlich nicht". Allerdings mangele es Bush an "intellektueller Neugier".Bild 16 von 44 Den Republikanern kommen die Erörterungen über die intellektuellen Fähigkeiten des Präsidenten höchst ungelegen. Bushs Popularitätswerte sind im Keller. Das Weiße Haus wirkt ratlos.Bild 17 von 44 Völlig zutreffend analysierte John Kerry, der 2004 die Präsidentenwahl gegen Bush verloren hatte: "Afghanistan gleitet wieder ins Chaos zurück, ?Bild 18 von 44 ? Pakistan ist einen Umsturz davon entfernt, ein radikaler Moslem-Staat mit Atomwaffen zu werden, ?Bild 19 von 44 ? der Iran ist einem atomaren Arsenal näher gekommen ?Bild 20 von 44 ? und der Irak ist zu einem Rekrutierungsposten für den Terrorismus geworden."Bild 21 von 44 All das wirft einen Schatten auf die Erfolgsaussichten der Republikaner bei den Kongresswahlen am 7. November.Bild 22 von 44 Bush habe die Herausforderung längst angenommen, betonen Parteifreunde. Nie zuvor stellte er sich so oft Presse und Öffentlichkeit - auch kritischen Bürgerversammlungen und Studenten - wie in den vergangenen Monaten.Bild 23 von 44 Zudem sucht Bush neben seinem stundenlangen Fitness- und Sportprogramm den Dialog mit Intellektuellen. Wissenschaftler, Literaten und Ex-Politiker sind schon immer häufige Gäste im Weißen Haus gewesen.Bild 24 von 44 Ex-Mitarbeiter und seriöse Autoren beschreiben Bush als führungsstark und souverän. Auch Vizepräsident Cheney oder Verteidigungsminister Rumsfeld ordneten sich trotz ihres großen Einflusses letztendlich Bush unter.Bild 25 von 44 Selbst Ex-Präsident Bill Clinton spricht mit ausdrücklichem Respekt über seinen Nachfolger.Bild 26 von 44 "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe weist in seinem neuen Buch "Hypermacht" darauf hin, dass die angebliche Dummheit von US-Präsidenten ein uraltes Thema ist.Bild 27 von 44 Schon Dwight Eisenhower sei als "Tölpel in Uniform" diffamiert worden, ?Bild 28 von 44 ? Lyndon Johnson als "ungehobelter Texaner", ?Bild 29 von 44 ? Jimmy Carter als "Erdnussfarmer" ?Bild 30 von 44 ? und Ronald Reagan als "zweitklassiger Schauspieler".Bild 31 von 44 All diese Herabsetzungen stünden offensichtlich in einem Zusammenhang mit vielen anderen Vorurteilen über das angeblich "kulturell rückständige Amerika", so Joffe weiter.Bild 32 von 44 Dennoch nimmt das Weiße Haus die jüngste Welle der Despektierlichkeiten über Bush sichtlich ernst. Bush-Sprecher Tony Snow erzählte kürzlich so ganz nebenbei, ?Bild 33 von 44 ? dass der Präsident dieses Jahr schon 60 Bücher gelesen habe, ...Bild 34 von 44 ... darunter auch "Der Fremde" (rechts) des französischen Existenzialisten Albert Camus (links).Bild 35 von 44 Die Reaktionen zeigten, dass der so genannte Antiamerikanismus nicht auf Europa beschränkt ist. "Wie um alles in der Welt ist dieses Buch in die Hände unseres stolz anti-intellektuellen Präsidenten gelangt?", spottete die "New York Times".Bild 36 von 44 Wie jeder US-Präsident muss Bush mehr einstecken als Amtskollegen in Europa.Bild 37 von 44 Präsidenten, die wegen einer Zeitungssatire eine bilaterale Krise beschwören, ?Bild 38 von 44 ? oder Regierungschefs, die wegen ihrer Haarfarbe vor Gericht ziehen, ?Bild 39 von 44 ? hätten in den USA einen schweren Stand. Die US-Medien haben wenig Respekt, zuweilen keine Skrupel. Die seriöse "US News" berichtete, dass Bush Furz-Witze liebe und erzähle.Bild 40 von 44 Und Regenbogenblätter behaupten, dass die Ehe der Bushs in Trümmern liege und der Präsident eine Liebesaffäre mit Außenministerin Condoleezza Rice habe.Bild 41 von 44 Einen Beleg für diese reichlich wilde Behauptung gibt es übrigens nicht.Bild 42 von 44 Fazit: Es mag sein, dass George W. Bush nicht der führende Intellektuelle der USA ist.Bild 43 von 44 Selbstironisch ist er auf jeden Fall.Bild 44 von 44