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Bei den Oscars gibt es alte Hasen und neue Helden.
Zwei von den Neuen wollen wir uns hier mal näher angucken. Zwei, deren Rollen unterschiedlicher nicht sein könnten.
Zum einen ist da Colin Firth, ...
... der in dem Drama des Regie-Neulings Tom Ford "A Single Man" eine so gute Figur macht, ...
... dass er gleich mal für den Preis aller Preise nominiert wurde und auch gute Chancen hat.
Er erhielt bereits den diesjährigen BAFTA (British Academy of Film and Television Arts) Award als bester Hauptdarsteller für seine Rolle im Ford-Film.
Der 49-Jährige erhielt die heißbegehrte Statuette für seine Darstellung eines homosexuellen Literaturprofessors.
Als er den Preis entgegennahm, erklärte Firth: "Ich bin jetzt etwas lebendiger, ein wenig abgeklärter, gepflegter, wohlriechender und nominierter als irgendjemand es jemals war. ...
... Was Tom Ford nicht weiß, ist, dass ich eine E-Mail in meinem Postausgang habe, in der ich ihm sage, dass ich die Rolle unmöglich annehmen könne. ...
... Ich wollte sie gerade abschicken, als ein Mann vorbei kam, um meinen Kühlschrank zu reparieren.
... Da ich selbst anscheinend nicht weiß, was das Beste für mich ist, möchte ich dem Kühlschrank-Mann nun danken (dass ich seinetwegen vergesse habe, auf "send" zu drücken)."
Firth war nicht der einzige Brite, der an dem Abend absahnte. Carey Mulligan - ebenfalls Oscar-nominiert - ...
... konnte sich mit ihrer Rolle in "An Education" als beste Hauptdarstellerin behaupten, war von dem Ergebnis jedoch eher geschockt.
In ihrer Dankesrede meinte sie: "Ich war schon vor einem Jahr hier und hätte mir nie und nimmer vorgestellt, dass das hier passieren würde. Ich wünschte, ich könnte eine Rede wie Colin Firth halten und über Kühlschränke reden, aber ich kann nicht."
Ein anderer, bisher eher unbekannter Schauspieler kann sich ebenfalls Hoffnungen machen: Jeremy Renner.
Das US-amerikanische Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" von Kathryn Bigelow wurde zum besten Film des BAFTA-Abends ernannt und schlug somit den 3-D-Kinokassenschlager "Avatar" von James Cameron.
Bigelow gewann außerdem die Auszeichnung für die beste Regie und ist damit die erste Frau, die jemals in dieser Kategorie als Siegerin hervorging.
Doch noch einmal zurück zu Colin Firth: ...
... Er kommt uns bereits bekannter vor, weil wir ihn schon oft gesehen haben, ...
... aber nie war er so im Fokus wie momentan.
1984 spielte er in "Dame mit den Kamelien" (Camille) mit, einem Fernsehfilm mit Greta Scacchi und Ben Kingsley.
1989 war er unter der Regie Milos Formans in der Titelrolle in "Valmont" zu sehen, ...
... und in der sechsteiligen BBC-Fernsehserie "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen spielte er Mr. Darcy, die männliche Hauptrolle.
In Anspielung darauf wirkte er auch als Mark Darcy in dem modernen Filmzitat des Stolz-und-Vorurteil-Romans "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" mit.
Auch in den Spielfilmen "A Month in the Country" (1987, mit Natasha Richardson), "Fever Pitch" (1997), "Shakespeare in Love" (1998) sowie in "Tatsächlich ... Liebe - Love actually" (2003 mit Alan Rickman und Emma Thompson) ...
... und "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" (2004, mit Hugh Grant und Renée Zellweger, Foto) wirkte er mit. 2005 drehte er "Eine zauberhafte Nanny" (wieder mit Emma Thompson).
Mamma Mia, der Mann hat's drauf!
Sind Musicals, und erst recht deren Verfilmungen, oftmals peinlich, ...
... ernteten alle Schauspieler für die Verfilmung der ABBA-Musik nur gute Kritiken.
Als einer der drei potenziellen Väter von Meryl Streeps Tochter schlug er sich mehr als tapfer.
Selbst Ex-Bond Pierce Brosnan brauchte er nicht zu fürchten!
Überhaupt wirkt es immer sehr entspannt, wenn Firth irgendwo auftaucht.
Er ist der perfekte Gentleman, ...
... aber auch durchsetzungsstark, ...
... er versteht jeden Spaß ...
... und hat keine Scheu, den Romantiker zu zeigen.
Seine Beliebtheit beim weiblichen Publikum wächst, ...
... wohl auch, weil er sich nie so ganz ernst nimmt.
An der Seite von Julianne Moore jedenfalls kann er es nun zu einem Oscar bringen.
Im privaten Leben jedoch beherrscht eine andere Frau sein Herz: ...
Er ist mit der italienischen Dokumentarfilmerin Livia Giuggioli verheiratet, ...
... mit der er zwei Söhne hat.
Aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Meg Tilly (nicht im Bild) stammt sein ältester Sohn Will, der mit seiner Mutter in Kanada und in den Vereinigten Staaten lebt.
Firth hat zwei Geschwister (nicht im Bild) - als Kind lebte Firth aufgrund von Umzügen seiner Professoren-Eltern in vielen Teilen der Welt; unter anderem verbrachte er längere Zeit in Afrika und in den Vereinigten Staaten.
Auch außerhalb der Leinwand ist Firth aktiv: Seit 2002 ist er Botschafter der Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam.
Besonders aktiv setzt er sich im Rahmen der Oxfam-Kampagne Make Trade Fair für die Gleichberechtigung von Farmern in Entwicklungsländern ein ...
... und ist unter anderem Teilhaber der Fair Trade Kaffeekette Progreso in London, wo er auch schon hinter dem Tresen stand.
Am 19. Oktober 2007 wurde Colin Firth die Ehrendoktorwürde der Universität Winchester verliehen.
2007 produzierte er den Dokumentarfilm "In Prison My Whole Life" unter der Regie von Marc Evans über den berühmten Todesstrafenfall des afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal, der bereits mehr als 25 Jahre angeblich unschuldig im Gefängnis in der Todeszelle verbringt.
Vielfach preisgekrönt wurde Firth nun bereits für seine Hauptrolle in "A Single Man": ...
... Neben der Coppa Volpi der Filmfestspiele von Venedig 2009 ...
... und dem britischen BAFTA Award ...
... wurde er für den Golden Globe Award ...
... und eben für den Oscar nominiert.
In die Quere kommen könnte ihm ...
... unter anderem Jeremy Renner.
Der in Kalifornien geborene Renner ist das älteste von vier Kindern.
Er begann für Hollywood-Verhältnisse recht spät - im Alter von 24 Jahren - mit der Schauspielerei.
Sein Filmdebüt war die 1995 produzierte Filmkomödie mit dem vielversprechenden Titel "Die Chaos-Clique auf Klassenfahrt".
Seit diesem Augenblick steht Renner in vielen Filmen und Fernsehserien vor der Kamera.
Seine amerikanischen Fans kennen ihn vielleicht auch aus verschiedenen Werbespots.
Außerdem war er der männliche Part in im Musikvideo "Trouble" der Rocksängerin Pink.
Aber so richtig bekannt machte ihn nun erst der Oscar-Favorit "Tödliches Kommando - The Hurt Locker".
Wie das Beispiel Christoph Waltz zeigt, sorgt die Oscar-Nominierung eines Darstellers gelegentlich bereits vor der Preisverleihung für einen Karriereschub.
Jeremy Renner, der in Kathryn Bigelows Irakkriegsthriller "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" ...
... einen dem Krieg verfallenen Bombenentschärfer spielt, könnte am 7. März zum besten Hauptdarsteller gekürt werden.
Was neue Angebote aus Hollywood angeht, hat Renner jetzt schon die Qual der Wahl.
In einem Gespräch mit der "New York Times" verriet Renner Details. So gut wie fix scheint die Hauptrolle in einem Film über Edgar Allan Poe zu sein.
Unter dem Titel "Raven" werden die letzten Tage im Leben des weltberühmten Gruselautoren in Baltimore erzählt, ...
... wobei biografische Elemente mit fiktionalen Serienkiller-Motiven verwoben werden sollen. James McTeigue inszeniert den Film, Ewan McGregor soll an einer Rolle interessiert sein.
Mit dem nächsten Angebot könnte Renner in den Mittelpunkt eines der Blockbuster-Projekte für 2012 geraten. "Battleship" ist die Verfilmung des gleichnamigen Brettspiels, das wiederum eine aufgemotzte Variante des Stift-und-Zettel-Klassikers "Schiffe versenken" darstellt.
Die Hauptrolle in einem solchen Blockbuster ist für nahezu jeden Hollywood-Darsteller ein Traum, doch Jeremy Renner hält sich die Entscheidung noch offen.
Der Grund: Es gibt ein weiteres Angebot zu einem Film, der zur selben Zeit wie "Battleship" gedreht wird. Um welchen Film es sich dabei handelt, wollte der Schauspieler jedoch nicht verraten, ...
... aber: Es muss schon eine wirklich attraktive Rolle sein.
Wir können uns nicht entscheiden und drücken beiden die Daumen!
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