Imagine! John Lennon ist bereits seit Jahrzehnten tot - und die meisten von uns können sich daran wahrscheinlich so gut erinnern wie an einen Todesfall in ihrer eigenen Familie.Bild 1 von 28 Die Beatles gab es zwar längst nicht mehr am 8. Dezember 1980, aber dass die vier ehemaligen Pilzköpfe eines Tages wieder zusammen finden würden, diese Vorstellung wurde an jenem kalten Abend in New York für immer zunichte gemacht.Bild 2 von 28 Er ist tief religiös, er ist ein fanatischer Beatles-Fan und er will berühmt sein. Was sonst im Kopf von Mark David Chapman vorgeht, bleibt auch 27 Jahre nach seiner Tat rätselhaft.Bild 3 von 28 Im Oktober 1980 gibt er seinen Pförtnerjob in Honolulu auf, kauft einen 38er Revolver und fliegt mit geliehenem Geld nach New York.Bild 4 von 28 Dort bittet der 25-Jährige sein Idol John Lennon am 8. Dezember um ein Autogramm.Bild 5 von 28 Am Abend des gleichen Tages ist Chapman zurück vor dem dunklen Dakota-Gebäude, in dem der 40-jährige Ex-Beatle mit seiner Frau Yoko Ono und dem gemeinsamen Sohn Sean lebt.Bild 6 von 28 In den Manteltaschen hat Chapman Kassetten mit 14 Stunden Beatles-Musik und eine Ausgabe von J.D. Salingers Kultroman "Fänger im Roggen".Bild 7 von 28 Die Nacht ist eiskalt, Stunden vergehen, bis das Künstlerpaar von Studioaufnahmen nach Hause kehrt. Es ist 22.50 Uhr New Yorker Ortszeit. "Mr. Lennon?", ruft Chapman und drückt ab. Fünf Schüsse bohren sich in den Rücken des legendären Musikers.Bild 8 von 28 "Ich bin getroffen", sind die letzten Worte, die Lennon nach Augenzeugenberichten hervorbringt.Bild 9 von 28 "Weisst Du, was Du getan hast?", schreit der Portier. "Ich habe eben John Lennon erschossen", erwidert Chapman ruhig.Bild 10 von 28 Er setzt sich auf den Bordstein, zieht sein Buch aus der Tasche und fängt demonstrativ an zu lesen: Salingers Erzählung von einem jugendlichen Versager und Aussteiger aus der Leistungsgesellschaft.Bild 11 von 28 Die Cops finden Lennon in einer Blutlache. Ohne auf den Notarzt zu warten, betten sie seinen leblosen Körper in den Polizeiwagen und rasen los. Als Lennon auf einer Trage in die Notaufnahme gebracht wird, bricht Hektik aus: Ein Schussopfer.Bild 12 von 28 Lennon hat keinen Puls mehr. Er atmet nicht, und der Blutdruck ist weg. Trotzdem versuchen die Ärzte, ihn ins Leben zurückzuholen. Nach 20 Minuten geben sie auf.Bild 13 von 28 Einer von ihnen überbringt der wartenden Witwe die Todesnachricht. Doch Yoko Ono weigert sich, sie zu akzeptieren. Immer wieder begehrt sie auf: "Das ist nicht wahr. Ihr lügt!"Bild 14 von 28 Ein Fernsehproduzent ist zufällig Augenzeuge des Geschehens in der Notaufnahme. Er informiert seinen Sender. Wenige Minuten später unterbricht das landesweite ABC-Netzwerk eine Footballsendung und infomiert das Publikum von Lennons Tod.Bild 15 von 28 Im Central Park, nur ein paar Schritte vom Dakota-Komplex entfernt, kommen Tausende spontan zu einer Mahnwache zusammen.Bild 16 von 28 Die Schreckensnachricht verbreitet sich in Windeseile um alle Welt. In Europa ist es früher Morgen, als der Mord bekannt wird. Rundfunksender unterbrechen ihre Programme.Bild 17 von 28 Aus allen Kanälen tönen die Songs des britischen Rockmusikers: "Imagine", "Jealous Guy", "A Hard Day's Night" und "Help". Lennons Musik war für Millionen Menschen zu einem Teil ihres eigenen Lebens geworden.Bild 18 von 28 Seine ehemaligen Kollegen George Harrison, Ringo Starr und Paul McCartney sind entsetzt und schockiert.Bild 19 von 28 25 Jahre danach versucht ein Spielfilm, das Tatmotiv des Mörders aufzudecken. War Chapmans Verehrung für Lennon in Hass umgeschlagen? Oder war der Mord an dem Idol eine Art Selbstmord?Bild 20 von 28 Zum 25. Todestag von John Lennon stellt dessen Witwe Yoko Ono erstmals die Bearbeitungsrechte für alle Solotitel des Musikers zur Verfügung.Bild 21 von 28 Yoko Ono hat nach seinem Tod noch viel vor und würde gerne mindestens 120 Jahre alt werden. "Ich möchte fünf oder zehn Jahre in einer Stadt leben, die ich liebe, dann noch einmal fünf oder zehn in einer anderen", sagt sie der Wochenzeitung "Zeit".Bild 22 von 28 "So könnte ich noch mindestens 50 Jahre weitermachen. Vielleicht werden bald auch mehr als 120 Jahre Lebenszeit möglich sein."Bild 23 von 28 Sie könne sich nicht mehr daran erinnern, wie sie nach dem Tod ihres Ehemanns, des Ex-Beatles John Lennon, 50 oder 60 geworden sei: "So sehr hatte ich mich darauf konzentriert, zusammen mit unserem Sohn Sean zu überleben. ...Bild 24 von 28 ... Erst als ich 70 wurde, bemerkte ich, wie die Zeit vergangen war." Zu diesem Zeitpunkt habe sie sich gedacht: "Ich bin 70! Wie ist das passiert ... Ich habe überlebt! Juchhu! Das ist großartig!"Bild 25 von 28 Über die Zeit nach Lennons Tod sagte Ono, sie glaube, sie habe in jedem Jahr ihres Lebens ihr Bestes getan. Trotzdem gebe es Momente, wo sie Zweifel beschlichen.Bild 26 von 28 "War das alles richtig? Was ist das Beste? Wenn ich John noch einmal treffe - und ich bin sicher, das wird passieren -, werde ich ihn als Erstes fragen: 'Habe ich in deinem Sinn gehandelt? Habe ich alles richtig gemacht?'"Bild 27 von 28 Irgendwie sind wir uns sicher, dass sie alles richtig gemacht hat und glauben dank Yoko Ono an die Liebe über den Tod hinaus.Bild 28 von 28