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Sandra Bullock.
UNSERE Sandra Bullock.
Für den Oscar nominiert.
Dabei wirkt sie immer wie das Mädchen von nebenan.
Obwohl mit Preisen überschüttet, ...
... kommt sie immer daher, als sei sie eine unserer Freundinnen.
Selbst wenn sie einen auf glamourös macht, ...
... neben den angesagtesten Filmpartnern posiert, ...
... mit denen man ihr zu gerne eine Affäre anhängen würde, ...
... Sandra Bullock ist und bleibt eine von uns.
Geboren wurde sie am 26. Juli 1964 in Arlington, Virginia, verbrachte ihre Kindheit aber zum größten Teil in Deutschland.
Sandra ist die Tochter der deutschen Opernsängerin Helga Meyer und des amerikanischen Militärangehörigen und Gesangslehrers John Bullock. In ihren ersten zwölf Lebensjahren lebte sie meist in Nürnberg, da ihre Mutter dort am Staatstheater auftrat.
Sandra und ihre jüngere Schwester Gesine (die Anwältin und Vize-Präsidentin ihrer Filmfirma ist) traten im Kinderchor auf und übernahmen kleinere Rollen in den Opernaufführungen ihrer Mutter. Heute noch spricht Bullock fließend Deutsch mit einem leicht fränkischen Akzent.
Für Sandra Bullock ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ein "alter Onkel". Die US-Schauspielerin ist die Cousine der Ehefrau des 55 Jahre alten Ministers.
Ramsauer verriet der "Bild am Sonntag", wie Bullock ihn nennt: "Die sagt meistens 'good old Uncle Peter'. Sandra ist Mitte 40 und ich zehn Jahre älter - also der gute alte Onkel."
Nach der Schule studierte sie Schauspiel an der East Carolina University, brach dann aber ab, um praktische Erfahrungen in der Schauspielerei zu sammeln.
Was aber gar nicht so leicht war - Bullock jobbte als Kellnerin, bis sie bei Sanford Meisner ihre Schauspielausbildung beendete. In New York besuchte sie dann Schauspielkurse und trat in verschiedenen Studentenfilmen auf.
Ein erstes Engagement hatte sie in dem Off-Broadway-Stück "No Time Flat". 1989 zog Bullock nach Los Angeles und spielte kleine Film- und Fernsehrollen.
Sie trat in mehreren Kinofilmen auf, darunter eine Hauptrolle in der Komödie "Love Potion No. 9 – Der Duft der Liebe" (1992) mit Tate Donovan, eine Nebenrolle im Thriller "Spurlos" (1993) mit Jeff Bridges und Kiefer Sutherland sowie eine Nebenrolle im Drama "The Thing Called Love – Die Entscheidung fürs Leben" (1993) mit River Phoenix.
1993 spielte Bullock neben Sylvester Stallone und Wesley Snipes in "Demolition Man" eine Polizistin - dieser Film war Bullocks erster großer finanzieller Erfolg und steigerte ihren Bekanntheitsgrad deutlich, jedoch brachte er ihr auch eine Nominierung für die "Goldene Himbeere" als "schlechteste Nebendarstellerin" ein.
Ihren Durchbruch in Hollywood feierte sie ein Jahr später mit dem Actionhit "Speed" an der Seite von Keanu Reeves und Dennis Hopper.
Der Film über einen Linienbus, der wegen einer Bombe an Bord ohne anzuhalten durch den Berufsverkehr von Los Angeles rast, spielte 1994 weltweit 350,4 Millionen Dollar ein und erhielt zwei Oscars (Bester Ton, bester Tonschnitt).
Als nächstes spielte sie die Hauptrolle in der Romanze "Während Du schliefst" (1995) an der Seite von Bill Pullman.
Der Film war ein weiterer Kassenerfolg und brachte Bullock ihre erste "Golden Globe"-Nominierung ein.
Mit dem Thriller "Das Netz" (1995), der - wenig erfolgreichen - Komödie "Gestohlene Herzen" (1996) und dem Justizthriller "Die Jury" (1996) etablierte sich Bullock als eine der beliebtesten und bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods.
In "Die Jury", der Verfilmung des Debütromans von Bestsellerautor John Grisham mit Matthew McConaughey und Samuel L. Jackson, spielte sie eigentlich nur eine Nebenrolle, ihr Name wurde aufgrund ihrer Popularität auf Filmplakaten allerdings an erster Stelle über dem Titel genannt. Für diese Rolle erhielt Bullock bereits eine Gage von sechs Millionen US-Dollar.
In "In Love and War" (1996), die Verfilmung des Buches "Hemingway in Love and War", verkörperte Bullock als Agnes von Kurowsky zum ersten Mal in ihrer Karriere eine reale Person. An ihrer Seite spielte Chris O’Donnell den jungen Ernest Hemingway. Der Film erhielt gemischte Kritiken und war nicht sehr erfolgreich.
1997 drehte Bullock unter der Regie von Jan de Bont die Fortsetzung "Speed 2 – Cruise Control".
Die männliche Hauptrolle übernahm Jason Patric (Keanu Reeves hatte abgelehnt). Für ihre Darstellung bekam Bullock eine 11-Millionen-Dollar-Gage, der Film war allerdings ein finanzieller Flop und spielte kaum mehr als seine Produktionskosten ein.
Und: Nochmal eine Nominierung als "schlechteste Hauptdarstellerin" für die "Goldene Himbeere".
1998 war Bullock in dem Drama "Eine zweite Chance" mit Harry Connick jr zu sehen und fungierte bei diesem Film zum ersten Mal auch als Filmproduzentin.
Im gleichen Jahr spielte sie im Fantasyfilm "Zauberhafte Schwestern" zusammen mit Nicole Kidman und gab mit dem Kurzfilm "Making Sandwiches" ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin.
Im Drama "28 Tage" (2000) mit Viggo Mortensen spielte sie eine Alkoholikerin, die nach einem Autounfall im Vollrausch zu einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik verurteilt wird. Für ihre Darstellung, die so gar nicht ihrem öffentlichen Image als "Everybody's Darling" entsprach, erntete Bullock allerdings gemischte Kritiken.
Mit ihrer Rolle als FBI-Agentin, die als Teilnehmerin bei einer Misswahl eingeschleust wird, ...
... konnte sie als "Miss Undercover" (2000) dagegen einen weltweiten Kinohit (212,7 Millionen US-Dollar Einspielergebnis) verbuchen.
Die Komödie brachte ihr den American Comedy Award sowie ihre zweite Golden Globe-Nominierung ein.
Im Thriller "Mord nach Plan" (2002) war Bullock als Detektivin zu sehen, die ein "perfektes Verbrechen" aufzulösen versucht - inspiriert wurde der Film von einem authentischen Mordfall.
Das Südstaaten-Drama "Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern" (2002) mit Ellen Burstyn hatte einen Mutter-Tochter-Konflikt zum Thema.
Mit "Ein Chef zum Verlieben" (2002) an der Seite von Hugh Grant bewies Bullock einmal mehr, dass ihre erfolgreichsten Filme im Genre der romantischen Komödie angesiedelt sind: Knapp 200 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit ein.
2003 nahm Bullock erneut eine Auszeit von der Schauspielerei.
2004 spielte Bullock eine Rolle in dem von Kritikern sehr gelobten Episodenfilm "L.A. Crash", in dem Menschen in Los Angeles auf unterschiedliche Weise mit den Themen Rassismus und Gewalt konfrontiert werden. "L.A. Crash" wurde später mit dem Oscar als "bester Film" ausgezeichnet und erhielt weitere Preise, u.a. für das "beste Schauspielensemble" (Screen Actors Guild Award, Critics' Choice Award).
Am 24. März 2005 wurde Bullock mit einem Stern auf dem berühmten Hollywood "Walk of Fame" für ihre künstlerische Arbeit geehrt. Der Stern mit der Nummer 2281 befindet sich gleich neben dem ihres Speed-Filmpartners Keanu Reeves.
Für die Hauptrolle in der Fortsetzung "Miss Undercover 2 – Fabelhaft und bewaffnet" (2005) erhielt sie die Rekordgage von 17,5 Millionen US-Dollar, jedoch konnte die Komödie den Erfolg des ersten Teils nicht wiederholen.
Für das Drama "Das Haus am See" stand Bullock 2006 wieder mit Keanu Reeves zusammen vor der Kamera, allerdings nicht mit dem gleichen finanziellen Erfolg wie bei ihrer ersten Zusammenarbeit in Speed.
2007 war Bullock lediglich im Drama "Die Vorahnung" mit Julian McMahon zu sehen. 2008 drehte sie keinen neuen Film.
2009 startete Bullock mit der romantischen Komödie "Selbst ist die Braut" an der Seite von Ryan Reynolds ein fulminantes Comeback: ...
... Der Film spielte weltweit 314,7 Millionen US-Dollar ein, wurde damit der zweiterfolgreichste Film ihrer Karriere ...
... und brachte ihr eine dritte Golden Globe-Nominierung ein.
Der folgende Film, die Komödie "Verrückt nach Steve" (2009) mit Bradley Cooper, war dagegen ein klarer Misserfolg: negative Kritiken, finanzieller Flop und fünf Nominierungen für die Goldene Himbeere, u.a. für Bullock als "schlechteste Hauptdarstellerin" und "schlechtester Film".
Ungewöhnlich blond ist sie in "The Blind Side" ("Die große Chance").
Ungewöhnlich ist auch der Stoff des Films: Die Verfilmung des Lebens von Michael Oher, der als Kind in verschiedenen Pflegefamilien aufwuchs, dann von Sean und Leigh Anne Tuohy adoptiert und schließlich ein erfolgreicher American Football-Spieler wurde, ...
... spielte allein in den USA bislang über 230 Millionen US-Dollar ein und erhielt eine Oscar-Nominierung als "Bester Film".
Sandra Bullock erhielt für ihre Darstellung der Adoptivmutter viel Kritikerlob ...
... und gewann den Critics' Choice Award, ...
... dafür gab's auch gleich ein fettes Küsschen von (oder für) Meryl Streep, ...
... den Screen Actors Guild Award ...
... und den Golden Globe.
Außerdem wurde sie als "beste Hauptdarstellerin" für den Oscar nominiert.
Sandra Bullock ist beliebt. Bei den Fans, ...
... bei den Kollegen, ...
... und privat hat sie auch das Glück gefunden.
Mit ihrem Mann, dem Moderator der TV-Show "Monster Garage", Jesse G. James, ist sie in erster Ehe verheiratet ...
... und Stiefmutter von dessen drei Kindern Chandler, Jesse James Jr. und Sunny.
Besser könnte es nicht laufen!
Mal abgesehen davon, dass ihre Stärke anscheinend die Komödie ist, ...
... und durch einen Oscar ihre Karriere vorläufig quasi einen Höhepunkt erreichen würde, ...
.... hat sie auch diese unglaublich ernsthafte Seite.
Bullock unterstützt viele Organisationen mit großzügigen Spenden.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 spendete sie eine Million US-Dollar an das amerikanische Rote Kreuz und erneut die gleiche Summe nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004.
Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 spendete sie wiederum eine Million US-Dollar, diesmal an Ärzte ohne Grenzen. Bei der Vergabe der US-Kritikerpreise in Hollywood rief sie in ihrer Dankesrede nach Erhalt der Trophäe als beste Schauspielerin dazu auf, den Erdbebenopfern "Liebe, Gedanken und was immer wir können" zu schicken.
Bullocks eigene Filmfirma heißt Fortis Films.
Der Hollywood-Star könnte in diesem Jahr also zur besten und zur schlechtesten Schauspielerin gekürt werden: Für ihren Auftritt als aufdringliche Verliebte in "Verrückt nach Steve" steht die "Himbeere" an, während sie gleichzeitig für "Blind Side" Oscar-Chancen hat.
Sandra Bullock ist auf der Überholspur: "Blind Side" hat als erster Streifen mit einem weiblichen Top-Star als Kassenmagnet mehr als 200 Millionen Dollar in die US-Kinokassen gespült. Das Filmblatt "Variety" berichtet, dass das Sportdrama die magische Hürde überschritten und nun schon über 208 Millionen Dollar verdient hat.
Damit konnte Bullock mit ihrer Star-Power erfolgreiche Mitstreiterinnen wie Julia Roberts, Meryl Streep und Angelina Jolie ausstechen. "Blind Side" läuft im März in den Deutschen Kinos an. Mit oder ohne Oscar - der Film ist sehenswert.
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