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Der 1938 geborene Künstler Georg Baselitz, ...
... kann er auf ein beachtliches Werk zurückschauen.
Seine Bilder werden weltweit geschätzt, ...
... locken jährlich Tausende in Museen und Galerien ...
... und erzielen Höchstpreise auf internationalen Auktionen.
Baselitz selbst steht auf Platz sieben im "Capital"-Kunstkompass, ...
... der nicht unumstrittenen Liste der hundert international bedeutendsten Künstler.
Unverwechselbar ist die 180-Grad-Drehung seiner Bilder, ...
... die Baselitz-Werke seit bald 40 Jahren prägt.
Sie ist mehr als eine bisweilen von der Fachwelt kritisierte Masche.
"Ich wollte das Bild aus der fatalen Abhängigkeit zur Wirklichkeit wegbringen", so der Maler, ...
... der 1961 in Anlehnung an seinen Geburtsort den Künstlernamen Georg Baselitz annahm.
Die Qualität der Malerei, das Medium an sich, ...
... sollte jenseits von Form und Thema wirken.
Der Bildgegenstand wird gegenstandslos und damit abstrakt.
Dabei legt Baselitz bereits die Komposition des Bildes auf dem Kopf stehend an, ...
... und setzt dieses dann auch so malerisch um.
Gelegentlich finden sich Finger- und Fußabdrücke auf seinen Bildern.
Da es aufgrund der Größe seiner Kunstwerke oft schwierig ist, alle Bereiche zu erreichen, ...
... läuft er einfach über das Bild.
Der Künstler, der als Georg Kern in Deutschbaselitz in der Oberlausitz geboren wurde und dort aufwuchs, ...
... begann 1956 an der Kunstschule für bildende Künste in Berlin Weißensee das Studium der Malerei.
Schnell stellte sich heraus, dass er nicht den sozialistischen Vorstellungen der DDR entsprach.
Wegen "gesellschaftlicher Unreife" wurde er von der Hochschule geworfen.
1957 setzte er sein Studium bei Professor Hann Trier in West-Berlin fort, wohin er auch ein Jahr später übersiedelte.
Hier setzte er sich verstärkt mit Wassily Kandinsky, Ernst Wilhelm Nay und Kasimir Malewitsch auseinander.
Es folgten Reisen nach Paris und Amsterdam.
Später lebte er lange in Schloss Derneburg bei Hildesheim, bis er an den Ammersee nach Oberbayern zog.
Aber auch im Westen entsprachen seine Bilder nicht immer den gesellschaftlichen Werten.
"Die große Nacht im Eimer" von 1962/63, das einen onanierenden Jungen zeigt, und "Der nackte Mann" sorgten für einen Skandal.
Sein Ruf als raubeiniger Provokateur der Kunstszene war damit in der Welt.
Seine Malerei im Kopfstand vermied den durch NS-"Kunst" und Ost-Malerei diskreditierten Realismus, ...
... ohne sich einer aus den USA von der Westkunst bedingungslos übernommenen Abstraktion anzubiedern.
Während sich seine ebenfalls aus dem Osten stammenden Malerkollegen Gerhard Richter oder Sigmar Polke nach der Übersiedlung in den Westen eher theoretisch reflektierend mit Abbild und Wirklichkeit auseinandersetzten, ...
... schuf Baselitz kraftvolle Gemälde ganz im Erbe der expressionistischen Brücke-Maler und in den Spuren von Lovis Corinth.
Sein Bildnis "Nachtessen in Dresden" bezieht sich auf diese Vorbilder.
Die mit kraftvollem Pinselstrich geschaffenen Bilder aus der verkehrten Welt des Georg Baselitz, ...
... werden zunehmend von Zeichnungen und Grafiken ergänzt.
Ab etwa 1980 entstehen aus Holzblöcken kantig gesägte Skulpturen, ...
... die bisweilen Ahnungen an die Kunst des Schwarzen Kontinents aufkommen lassen.
Baselitz besitzt auch eine der bedeutendsten Sammlungen afrikanischer Kunst in Deutschland, ...
... die er 2003 erstmals öffentlich gezeigt hat.
Jüngere Werke suchen die Auseinandersetzung mit dem großen Romantiker Caspar David Friedrich - und mit dem eigenen Werk.
In der 2006 in München präsentierten Ausstellung "Remix" erfand sich Baselitz neu, ...
... indem er seine früheren Werke durch erneutes Malen auch erneut interpretierte.
Die Kunstwelt überraschte er zudem mit Gemälden, ...
... deren lasierend leichte Farben fast die Transparenz von Aquarellen haben.
Mit seinen "Russenbildern" ...
... malte er sich seine DDR-Vergangenheit vom Leibe und zeigt, ...
... dass er nach wie vor zu den pointiertesten deutschen Nachkriegskünstlern gehört. (Alle Fotos: AP, dpa).
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