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Unterhaltung

Das größte Konzert der Welt: Live 8

 
Der unrasierte, ungekämmte und oft raubeinige Ire hat es mal wieder geschafft. Über 20 Jahre nach dem Erfolg des Live-Aid-Konzerts hat Bob Geldof ...

Der unrasierte, ungekämmte und oft raubeinige Ire hat es mal wieder geschafft. Über 20 Jahre nach dem Erfolg des Live-Aid-Konzerts hat Bob Geldof ...

... erneut die Pop- und Rockelite für eine Konzertserie der Superlative zusammengetrommelt. Mit dabei: Craig David.

Und auch Destiny's Child wollen nicht fehlen, wenn das Ganze dieses Mal leicht abgewandelt Live 8 heißt.

Jay-Z, Beyonces Verlobter, kann nach Angaben der Organisatoren von 85 Prozent der Weltbevölkerung gesehen und gehört werden, ...

... genauso wie Lauryn Hill, die man dann im Fernsehen, Radio, Internet oder per Handy erleben darf.

Aus Protest gegen die Armut in Afrika und die Haltung der Industrieländer werden am 2. Juli 2005 in neun Ländern Konzerte stattfinden. Auch Annie Lennox protestiert, ...

... und Ronan Keating.

Stars wie Joss Stone wollen die Regierungschefs der G8-Staaten dazu bewegen, bei ihrem Gipfeltreffen in der darauf folgenden Woche im schottischen Luxushotel Gleneagles eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe ...

... und faire Handelsbedingungen für die afrikanischen Staaten zu beschließen. Da kann auch Ray Garves und seine ...

.... Band Reamonn nicht nein sagen.

Sie werden in Berlin auftreten.

Genauso wie Wir sind Helden, ...

... Silbermond, ...

... und Juli. Die jungen Bands können es kaum fassen, dass sie neben Rockveteranen wie ...

... Roxy Music oder ...

... den Toten Hosen zu sehen sein werden.

Campino fasst es für besonders Begriffsstutzige nochmal kurz und bündig zusammen: "Live 8 ist nicht mehr als gesunder Menschenverstand."

In Philadelphia spielen die ...

... Black Eyed Peas, ...

... Alicia Keys, die dort wieder auf ihr ...

... großes Idol Stevie Wonder treffen wird, ...

... Will Smith (vielleicht sogar mit seiner Frau Jada), ...

... und P. Diddy.

In Kanada, genauer gesagt in Barrie, ...

... steht Bryan Adams auf der Bühne.

Grönemeyer spielt natürlich in Berlin, auf der Straße des 17. Juni (auf das Feld vor dem Reichstag durften die Veranstalter nicht, da es dort zu Schäden an der Bewässerungsanlage kommen könnte), ...

... naja, jedenfalls kann er mit der Siegessäule im Hintergrund seinen Kumpel und Gutmensch-Kollegen Bono grüßen, ...

... der mit U2 den Hyde Park rocken darf.

Haben die da kein Bewässerungssystem, das man zerstören könnte?

Alle wollen also helfen. Doch es gibt auch böse Stimmen: Manche Kritiker sehen das Live-8-Konzert als Laufsteg für reiche, alternde Rockstars, die einen Tag lang Betroffenheit heucheln, um dann ungeheure Profite durch CD-Verkäufe einzustreichen.

John O'Shea, Vorsitzender der internationalen Hilfsorganisation "Goal", sagt: "In Afrika wütetet ein Feuer. ...

... Wir brauchen jemanden, der dieses Feuer austritt - und niemanden, der Schokolade verteilt."

Die Live-8-Organisatoren hoffen, dass die Konzerte die Menschen in den Industrieländern für Afrika mobilisieren. Hilft, wo er kann: Elton John.

Und auch Paul McCartney, wenn auch mittlerweile zu den soeben erwähnten alternden Rockstars zählend, lässt sich nicht lange bitten und zückt die Klampfe.

Auch in Berlin hat Bob Geldof, Sir Bob Geldof übrigens, bereits im Vorfeld versucht, politischen Druck auf die Regierungschefs der G8-Staaten auszuüben.

Doch viele befürchten, dass die Konzerte letztlich folgenlos bleiben. Die ehemalige britische Entwicklungsministerin Clare Short sagt: ...

"Die Leute werden großen Spaß bei den Konzerten haben, schließlich spielen dort ja die berühmtesten Bands der Welt. ...

... Doch wie das einen Einfluss auf die Armut in der Welt haben soll, ist mir ein Rätsel." Sting und Madonna ...

... wollen sich jedenfalls nicht vorwerfen lassen, nichts getan zu haben. Sie schließen sich der Aussage Herbert Grönemeyers an: "Unsere Söhne und Töchter werden uns in 20, 30 Jahren danach beurteilen, was wir dagegen getan haben."

Außerdem gibt es Zweifel, dass allein schon der geforderte Schuldenerlass Armut beseitigt. (Im Bild: Michael Stipe von R.E.M.)

Romilly Greenhill von der internationalen Hilfsorganisation Action-Aid meint: "Der Schuldenerlass bedeutet zwar eine gute Nachricht für die 18 (ärmsten) Staaten, ... (Im Foto: a-ha)

... vergisst dabei aber die Millionen Menschen in den restlichen 40 armen Staaten." Sänger Ayub Ogada ist jedenfalls bei "Africa Calling" dabei und sieht das Ganze wahrscheinlich aus einem anderen Blickwinkel.

Ebenfalls in Berlin: BAP. Oft dabei, wenn es um eine gute Sache geht.

In London: Youssou N' Dour.

Ganz aus dem Norden reist Björk nach Tokio, ...

... und Bon Jovi quält die Gitarre in Philadelphia.

Für das Event sind insgesamt über 200.000 Freikarten ausgegeben worden. Weitere 100.000 Fans können das Ereignis auf Leinwänden an anderen Plätzen Großbritanniens verfolgen.

Parallell dazu wird in Berlin, Paris, Philadelphia, Rom, Barrie (Kanada), Tokio und Johannesburg gerockt. Schauplatz des größten Konzerts ist der Londoner Hyde Park.

Geldof konnte dafür eine Starbesetzung verpflichten: Mit dabei sind unter anderem Coldplay, ...

... Pink Floyd, die ihre Streitigkeiten für diese Großereignis vergessen haben, ...

... und Robbie Williams. Eine Wiedervereinigung der Spice Girls, wie ursprünglich angekündigt, wird es allerdings nicht geben.

In letzter Minute wurde auch in Moskau ein Konzert auf die Beine gestellt, so dass sich nun alle G8-Länder an Geldofs weltweiter Benefizaktion beteiligen.

Brian Wilson muss dann aufpassen, dass er auf der Berliner Bühne nicht über Peter Maffay stolpert, ...

... und James Brown wird neben Platzhirsch ...

... Johnny Hallyday in Paris das Hüftgelenk schwingen.

Aus Afrika: Daara J.spielen in Cornwall.

Erkannt? Deep Purple.

Natürlich: Die Söhne Mannheims.

Und - Duran Duran, genauso schön wie immer und mit ...

... Kollegin Faith Hill in Rom auf der Bühne.

Josh Groban bricht die Herzen der härtesten Soap-Seher, da wird er doch ein paar Politiker erweichen können?

Celine Dion unterstützt den Aufruf aus Kanada ...

... und Andrea Bocelli schmettert eine Arie in der Stadt der Liebe.

in Italien dabei: Laura Pausini, ...

... und Italo-Rapper der ersten Stunde, Jovanotti.

Manu Chao, ...

... Linkin Park, ...

... Maroon 5, ...

... Dido, ...

... und auch der Ex-Tennis-Star Yannik Noah kommen. Während Geldof, der frühere Leadsänger der Boomtown Rats, vor 20 Jahren "Give us your fucking money" (Gebt uns euer verdammtes Geld) in die Mikrofone brüllte, um die Hungersnot in Äthiopien bekämpfen zu können, ...

... geht es ihm diesmal darum, den politischen Druck auf die Regierungschefs der führenden Industrieländer zu erhöhen. Ob Mariah Carey den Sinn der Sache richtig verstanden hat, darf bezweifelt werden (ging es ihr doch vor allem darum, bei dem Event "gut auszusehen"), ...

... ist aber auch egal, wenn es der Sache nützt. Das wollen auch die Sugababes.

Auch Sarah McLachlan unterstützt die Aussage Bob Geldofs: "Dies ist erst der Anfang eines langen Marschs für Gerechtigkeit."

Schon kurz nachdem Geldof seine Pläne bekannt gegeben hatte, wurden kritische Stimmen laut. So musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, afrikanische Musiker zu ignorieren und nur das weiße Establishment zu präsentieren. (Im Foto: Sasha).

Andy Kershaw, der Moderator des Live- Aid-Konzerts von 1985, bemängelte im "Guardian": "Geldof sagt, Vergesst Afrika nicht, aber genau das hat er gemacht." Nicht vergessen wollen auch Shakira, ...

... und Skandal-Rapper Snoop Dogg, der extra verpflichtet wurde, um die "Gangsta"- Fraktion zu vertreten.

Außerdem wurde zusammen mit Peter Gabriel in Cornwall ein alternatives Live-8-Konzert unter dem Titel "Africa Calling" organisiert, bei dem nur afrikanische Künstler auftreten werden.

Immer eher etwas blass, aber trotzdem dabei: The Cure.

Und auch The Who wollen zeigen, dass sie nicht nur bei der "Oldie Night" noch was bewegen können.

UB 40 werden spielen, ...

... und auch der Italiener Zucchero findet, dass wir es nicht verantworten können, dass es in Zeiten des Überflusses an anderen Stellen der Welt mangelt: An Essen, an Wasser, an Gesundheitsvorsorge. Na dann: Haut in die Tasten, Leute!

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