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Schluss, aus, vorbei!
Wie dürfen wir uns das vorstellen, wenn Madonna Schluss macht?
"More tea, darling? By the way: it's over!"
Oder hat Guy Ritchie den Schlussstrich gezogen?
Wir wissen es natürlich nicht ganz genau, aber höchstwahrscheinlich war es so: Guy Ritchie saß gerade gemütlich in seinem Ohrensessel und las ein Buch, ...
... das Kaminholz knisterte, ...
... er sinnierte über den Stoff für einen neuen Film, ...
... gedankenverloren fingerte er mit seinen zupackenden Händen an seinem rötlichen Kinnbart und griff zu einem Glas Scotch, ...
... da kam der kleine David in den Salon und fragte, ob Daddy nicht mit ihm spielen könne.
Guy Ritchie drehte sich um und rief dem Kleinen zu:"Ich bin nicht dein Daddy" und wollte gerade, ...
... bekleidet mit klassischen Gutsherr-Gummistiefeln und ...
... einem Tweedjacket, den Jungen in den Garten jagen, ...
... da rutsche Madonna auf dem Treppengeländer aus dem oberen Stockwerk hinunter und landete in einem formvollendeten Kopfstand direkt vor ihrem Mann.
"Was sagst du da?", brüllte sie ihn an, "er ist nicht dein Sohn?"
Ritchie guckte bedrömmelt, trat von einem Bein auf das andere, seine Gummistiefel gaben Quietschlaute von sich und er wollte sich gerade aus dieser unangenehmen, ihm jedoch irgendwie vertrauten Situation winden, ...
... da keifte Madonna: "I want a divorce!" und hechtete mit Riesenschritten die Treppe wieder hoch, nicht ohne die Flügeltüren zum Schlafzimmer mit einem ordentlichen Knall zufliegen zu lassen.
Da stand er nun, der Guy, wie ein begossener Pudel. David guckte ihn aus seinen großen braunen Augen an und fragte: "Does that mean you're not going to adopt another child?"
Zuviel! Das war einfach zuviel für Guy! Er rannte hinaus in den englischen Landregen, ...
... lief noch Rosamunde Pilcher, die nur auf einen Five O'Clock-Tea vorbei kommen wollte, über den Haufen ...
... bemerkte bereits am Seiteneingang des Anwesens die Möbelpacker, und gerade als er die Männer fragen wollte, was sie mit den teuren Sachen denn vorhaben, ...
... resignierte der Filmemacher, kapierte endlich, dass es aus war und trollte sich zurück ins Haus, packte eine kleine Reisetasche und trabte schleppenden Ganges zu seinem Range Rover.
David winkte noch, als der Geländewangen schon längst ...
... zu einem winzigen Punkt am Horizont geworden war.
Madonna schnappte sich den Jungen, ballte die linke Hand zur Faust, ....
... so dass die Adern am Oberarm noch deutlicher heraustraten als nach drei Stunden in der Folterkammer, und rief: "Das wird dir noch leidtun!"
Mit ihrem neuen Handy rief sie ...
... die bissigste Anwältin des gesamten Königreichs an - Fiona Shackleton, die rettete schon Paul McCartney vor der Totalausnahme durch Heather Mills - ...
... und ging dann erstmal eine Runde rennen.
Der kleine David stand noch immer draußen und war sehr traurig. Wie sehr hatte er sich noch ein Geschwisterchen aus seiner afrikanischen Heimat gewünscht.
Mama Madonna wollte ja, aber Papa Guy war dagegen.
Nun war anyway alles aus. Er ging in sein Zimmer und hoffte, Rocco, seinen Bruder zu treffen, aber der war in der Schule.
Und Lourdes, seine schöne große Schwester, war bereits im Teenage-Kabbalah-Center, wo sie sich auf ihre Karriere als erste minderjährige Stilikone vorbereitete.
So oder ähnlich wird es gewesen sein im Hause Ritchie, als die Entscheidung fiel: Madonna und Guy Ritchie lassen sich scheiden.
Doch kommen wir wieder zu den Fakten: Das kann verdammt teuer werden. Für Madonna.
Mit bis zu 75 Millionen Pfund (96 Millionen Euro) könnte die "Queen of Pop" nach Angaben von Scheidungsanwälten zur Kasse gebeten werden.
Das Vermögen von Madonna wird auf 300 Millionen Pfund geschätzt, das meiste davon hat sie in ihrer 25-jährigen Karriere angesammelt. Siebeneinhalb Jahre davon war Guy an ihrer Seite.
Aber so seltsam das auch klingen mag - das Geld wird nicht der schlimmste Streitpunkt sein. Ritchie hat eh schon verkünden lassen, dass er nichts haben will.
Viel mehr Ärger und Verzweiflung bahnt sich da wegen der Kinder und der Frage nach dem Wohnort an. Madonna hat vor, wieder nach New York zu ziehen (sie hat ihre teuersten Gemälde bereits ausfliegen lassen!), Guy möchte in England bleiben.
Und Wohnungen, Gemälde und Geld sind nichts gegen den Trouble, der wegen Lourdes, Rocco und David ins Haus steht. Klar ist: Lourdes ist nicht Guy Ritchies Tochter, ...
... sondern aus einer anderen Beziehung von Madonna (Fitnesstrainer Carlos Leon gab seine Gene weiter).
Rocco ist Guys leiblicher Sohn, und mal gelinde ausgedrückt, von der Adoption Davids schien er nie sonderlich begeistert zu sein.
Das soll nichts mit David zu tun haben, sondern simply damit, dass Guy findet, es sei schon schwierig genug, zwei Kinder im Rampenlicht großzuziehen, da müsste man nicht auch noch adoptieren.
Laut "Sun" ging die Trennung von Madonna aus - sie soll keine Lust mehr gehabt haben, ihn "durchzufüttern".
Außerdem hätte sie sich immer mehr darüber aufgeregt, dass er zu wenig Zeit mit ihr in New York und anderswo auf der Welt verbringe ...
... und auf ihren Kabbalah-Fimmel hatte er wohl auch keinen Bock mehr!
Das Fass zum Überlaufen soll aber seine Einstellung gegenüber einer weiteren Adoption gebracht haben.
Guy wollte weg!
Madonna wurden bereits einige Liebschaften nachgesagt, ....
.... unter anderem mit dem amerikanischen Baseballstar Alex Rodriguez.
Entgegen der "Sun" behauptet nun aber der "Daily Mirror", dass Guy die treibende Kraft in Richtung Trennung sei.
Müssen wir uns Sorgen um Madonna machen?
Auf ihrer neuesten Platte singt Madonna: "Wenn das Licht erlischt und alle weg sind, ...
... mache ich weiter, immer weiter." Es könnte das Motto zum Leben der Sängerin und Entertainerin sein.
Für andere Frauen um die 50 wäre diese Situation wahrscheinlich eine Katastrophe: ...
... Drei Kinder, der Soon-to-be-Ex-Gatte zehn Jahre jünger, die zweite Ehe gescheitert.
Bei Madonna ist es ja ein bisschen anders: Sie ist reich, ...
... selbst jüngere Männer als ihr Noch-Ehemann laufen ihr hinterher wie dem Rattenfänger von Hameln, ...
... und sie hat einen gestählten Körper, ...
... von dem so mancher 20-Jährige träumt.
Sie bekommt sowieso immer, was sie will ...
Aber auch eine Madonna kann private Rückschläge wahrscheinlich nicht einfach so wegstecken: ...
... Ihre 1985 geschlossene erste Ehe mit dem Schauspieler Sean Penn scheiterte schnell.
Obwohl er sie geschlagen haben soll, musste sie ihm eine Abfindung in Millionenhöhe zahlen.
Es folgten Liebschaften, die der Boulevardpresse zufolge zahlreich und stürmisch waren.
Madonna nahm sich, wen und was sie wollte. Liebhaber wurden in ihren Hofstaat aufgenommen und bald wieder verstoßen.
Dann im Jahr 2000 die Traumhochzeit: Sie gab dem zehn Jahre jüngeren Ritchie das Ja-Wort, ...
... Rocco wurde geboren. Das Paar ließ sich in London nieder.
Nach Jahren des stürmischen Privatlebens schien Madonna in Ritchie einen Seelengefährten gefunden zu haben.
Spirituell suchten sie gemeinsam mit Yoga und dem Studium der Kabbalah - der, mit Verlaub, Quacksalber-Mystik, die mit ihrem gleichnamigen jüdischen Vorbild vor allem den Namen gemein hat - nach Reife und Erleuchtung.
In britischen Boulevardmedien war in den letzten Monaten freilich die Rede davon, dass Ritchie zunehmend genervt sei von Madonnas Esoterik-Trip.
Zuletzt war das Paar selten gemeinsam gesehen worden, Gerüchte über außereheliche Affären wurden jedoch immer dementiert.
Das Paar zeigte sich zuletzt sogar auch mal wieder Händchen haltend in der Öffentlichkeit und gab zum Besten, dass "drei Mal küssen am Tag" ihre Beziehung gerettet habe.
Nun, alles hinfällig: Madonnas Intermezzo als verheiratete Familienmutter wird hier enden.
Einem weiteren Imagewandel der Diva steht demnach nichts im Weg: ...
... In ihrer Karriere hat Madonna das Spiel mit Imagewechseln schließlich zur Perfektion gebracht.
Madonna ist, was sie sein will.
Mit 19 floh sie aus der Provinz nach New York, sie schlug sich mit Kellnern und Aktaufnahmen durch.
1983 trat sie aus New Yorks Underground-Szene hervor mit dem Hit "Holiday". Die Röcke kurz, die Stimme piepsig, die Unterarme schwer behängt mit Kettchen und Bändchen: Die Göre eckte lustvoll mit rotzfrechem Benehmen an - ...
... und sie verschwand im Gegensatz zu vielen anderen nie wieder von der Bildfläche.
Derzeit ist sie gerade wieder auf großer Welttournee, die Trennung ließ sie von den USA aus verkünden.
Sie war Marilyn ...
... und Evita, ...
... Kruzifix-Trägerin ...
... und Sexsymbol, ...
... Familienmensch ...
... und Luder.
Ein schillerndes Leben zwischen Ausschweifung ...
... und Mutterglück, das durch wohl platzierte Tabubrüche die Aufmerksamkeit auf sich zog: ...
In den 80er Jahren Sex-Szenen mit Jesus Christus unterm Kruzifix in einem Musikvideo, ...
... in den 90ern der erotische Bildband "Sex" mit Fotos von Madonna in freizügigen Positionen, ...
... im neuen Jahrtausend die Bühnenknutscherei mit Britney Spears.
"Arm ist der Mensch, der für seine Lust die Erlaubnis anderer braucht", heißt es in einer Liedzeile aus den 90ern.
Vom Pop-Sternchen ...
... wurde Madonna zu einer Ikone selbstbewusster Weiblichkeit.
Kultur- und Sozialwissenschaftler analysieren inzwischen in theorieschweren Werken ihr Wirken.
Selbst an US-Eliteunis wie Harvard ist Madonna Thema von Seminaren. Als Aushängeschild des Post-Feminismus wird sie gepriesen, das männlichem Dominanzgehabe spielerisch die Schranken aufzeigt.
Nun, in der Krise um ihre Scheidung von Ritchie, verzichtet Madonna freilich auf ihre bisweilen provozierende Extrovertiertheit: ...
... Sie bitte um Respekt für ihre Privatsphäre, ließ sie knapp mitteilen.
Das wollen wir natürlich respektieren. Wir wissen ja ohnehin, wie es wirklich war ... (Fotos: AP/ dpa)
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